Superintendent verabschiedet sich

Superintendent Gert-René Loerken wurde nach 17 Jahren im Amt verabschiedet. Foto: Kirchenkreis Leverkusen
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Superintendent Gert-René Loerken wurde nach 17 Jahren im Amt verabschiedet. Foto: Kirchenkreis Leverkusen

Nach 17 Jahren Amtszeit wurde Gert-René Loerken in der Burscheider Kirche entpflichtet

17 Jahre war Gert-René Loerken Superintendent des Kirchenkreises Leverkusen, zuvor 35 Jahre Gemeindepfarrer in Leichlingen. Nun hat er sich bei einem feierlichen Gottesdienst in der Burscheider Kirche von Wegbegleitern aus Kirche, Politik und Wirtschaft verabschiedet. Die Entpflichtung erfolgte am vergangenen Sonntag von Manfred Rekowski, dem Präses der Evangelischen Landeskirche.

In seiner Ansprache hielt Loerken ein Plädoyer für den Zweifel: „Fürchte dich am meisten vor dem, der sich allzu sicher ist und keinen Zweifel zulässt.“ Im frühen Christentum hätten Zweifler die eigene Existenz gefährden können, auch habe das Christentum in seiner Geschichte oft Zweifler zum Sünder erklärt. Und sich selbst in Frage zu stellen, berge ein großes Risiko. Auch die Kirche könne Zweifel an der Bibel zulassen, sie seien notwendig. Denn es geht beim christlichen Glauben nicht um Faktenglauben, sondern um eine existenzielle Entscheidung: „Wenn Jesus über das Wasser geht, ist das ein Bild. Es geht darum: Wem vertraue ich, wenn mein Leben ins Wanken gerät? Wenn alle Stricke reißen, werde ich mit ihm über das Wasser gehen“, sagte Gert-René Loerken und bezeichnete sich in diesem Verständnis als „glaubenden Zweifler“ oder „zweifelnden Glaubenden“.

Präses Manfred Rekowski dankte Gert-René Loerken im Namen der Rheinischen Landeskirche für das jahrzehntelange Engagement auf der gemeindlichen, kreiskirchlichen und landeskirchlichen Ebene. Er hob die Impulse im breiten, inhaltlichen Spektrum von Fortentwicklung der Bildungsarbeit über die Seelsorge bis hin zum Krisenmanagement hervor. Rekowski nahm den Gedanken aus der Ansprache von Gert-René Loerken auf: Das Fundament der Kirche sei eben keine Ansammlung von Lehrsätzen und Prinzipien, sondern Jesus Christus und die freie Entscheidung der Menschen.

Aufgrund der Einschränkungen durch das Coronavirus war zwar die Anzahl der teilnehmenden Gäste begrenzt, die unterschiedlichen Vertreter über das kirchliche Spektrum hinaus waren jedoch ein Beleg für die große Anerkennung, die der scheidende Superintendent auch von außen genießt.

Vertreter aus Politik und Ökumene würdigten das Engagement

Grußworte hielten für die Gemeinde Leichlingen Pfarrerin Petra Steffen, für den Kreissynodalvorstand Pfarrerin Anne Becker. Für die Politik waren der Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, Stephan Santelmann, der Leverkusener Oberbürgermeister Uwe Richrath und der Burscheider Bürgermeister, Stefan Caplan vertreten. Landrat Santelmann würdigte die Rolle der Kirche für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie, Oberbürgermeister Richrath zeigte sich dankbar für das Engagement der Kirchen für Flüchtlinge und für die Bewahrung des Friedens in der Stadt. Durch die vielfältige Vernetzung leiste die Kirche als verlässlicher Partner einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.

Für die Ökumene nahmen Stadtdechant Heinz-Peter Teller und Detlev Blome von der Neuapostolischen Kirche teil, für den Rat der Islamischen Gemeinschaften überbrachten Imam Kürsat Kaan Baki und Ismael Memishi Grüße der Verbundenheit.

Anerkennung und Dankbarkeit für das große Engagement, die inhaltlichen Impulse, die Beharrlichkeit und Gelassenheit durchzogen die Redebeiträge wie ein roter Faden. Exemplarisch zu nennen wären hier die Fortentwicklung der Erwachsenen- und Familienbildung und der Seelsorge, das langwierige Prozessmanagement beim Bau des Hauses der Kirche oder bei krisenhaften Entwicklungen in Kirchengemeinden und der gelebte interreligiöse Dialog auf Augenhöhe im Rat der Religionen.

Alle wünschten Gert-René Loerken viel Freude und viele Freiräume für den neuen Lebensabschnitt. Loerken wünschte seinem Nachfolger, Pfarrer Bernd-Ekkehart Scholten, genauso viel Unterstützung, wie er sie erfahren habe. Anfang Januar wird Scholten in sein Amt eingeführt.

Aufgaben des Superintendenten

Aufgaben des Superintendenten sind unter anderem, Leitung des Kirchenkreises, Vorsitz der Kreissynode und des Kreissynodalvorstandes, Vertretung des Kirchenkreises in der Öffentlichkeit, Aufsicht über die Kirchengemeinden und Presbyterien, die Verbände und ihre Organe oder auch die Einführung der Pfarrer.

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