Studie bewertet Lebensqualität im Kreis als gut

Forscher untersuchten bundesweit die Situation von Familien und Senioren

Von Manuel Böhnke und Leon Hohmann

Wo lebt es sich für Senioren und Familien am besten? Diese Frage haben sich die Macher der Deutschland-Studie gestellt und die Lebensqualität bundesweit verglichen. Auf einem Spitzenplatz landet der Rheinisch-Bergische Kreis zwar nicht. Doch die Ergebnisse liegen über dem Schnitt. Beim Thema Familienfreundlichkeit rangiert der Kreis auf Platz 45 von 401 Kreisen und Städten, in Sachen Senioren-Lebensbedingungen sieben Positionen weiter hinten. Im NRW-Vergleich sieht es noch besser aus: Der Studie nach lebt es sich nur in zwei anderen Städten und Kreisen NRWs für Familien besser, und nur in einem Kreis beziehungsweise einer Stadt besser für Senioren.

Welche Aspekte haben die Macher der Studie betrachtet?

Geld und Wohnen, Bildung und Soziales, Gesundheit und Sicherheit, Freizeit und Kultur – diese vier Kategorien sind in die Bewertung für Familien eingeflossen. Die Ergebnisse der Kategorie – je maximal 50 Punkte – setzen sich wiederum jeweils aus fünf Indikatoren zusammen. Beispiele: Mietausgaben, Entfernung zur nächsten Grundschule, Kinderarztdichte und Schwimmbäder pro 100 000 Einwohner.

Das Vorgehen auf der Seite der Senioren ist ähnlich. Je fünf Indikatoren bilden das Ergebnis der vier Kategorien. Eingeflossen sind etwa die Lebenserwartung, die Erreichbarkeit von Hausärzten sowie Sportmöglichkeiten. Die Kategorien wurden an die Bedürfnisse der Senioren angepasst: Gesundheit und Pflege, Wohnen und Freizeit, Sicherheit und Infrastruktur, Wirtschaft und Demografie.

Wie lebenswert ist der Kreis für Familien?

Positiv auf die Lebensbedingungen von Familien in Rhein-Berg wirken sich vor allem die überdurchschnittlichen Ergebnisse im Bereich Geld und Wohnen aus. Demnach ist vor Ort der prozentuale Anteil der Mietausgaben am Einkommen recht gering. Gleiches gilt für die durchschnittliche Distanz zu den Supermärkten, Arbeitsstätten, Grundschulen. Vergleichsweise hoch seien hingegen die Verkehrssicherung für Kinder und die Breitbandverfügbarkeit. Schlechte Noten bekommt der Rheinisch-Bergische Kreis für die Anzahl von Schwimmbädern, die Quote von Schulabgängern und die Hausarztdichte.

Welche Vor- und Nachteile bietet der Kreis für Senioren?

Eine hohe Grundsicherungsquote, wenig Sportmöglichkeiten und eine mittelmäßige Pflegesituation – mit diesen Aspekten sehen sich die Senioren im Rheinisch-Bergischen Kreis den Studienergebnissen zufolge konfrontiert. Gute Noten bekommt der Kreis aber zum Beispiel für die Erreichbarkeit von Krankenhäusern und die Verkehrssicherheit von Senioren.

Wie steht der Kreis im Vergleich mit seinen bergischen Nachbarn dar?

Im Vergleich zu seinen bergischen Nachbarn steht der Rheinisch-Bergische Kreis sehr gut da. Während Rhein-Berg bei Familien bundesweit auf dem 45. Platz landet, und bei Senioren auf dem 52. Platz, sieht es zum Beispiel im Oberbergischen Kreis deutlich anders aus. Er landet im Gesamtranking in Sachen Familie auf dem 192. Rang, in Sachen Senioren an 264. Stelle.

Remscheid schneidet laut der Deutschland-Studie deutlich besser ab. Für Familien ist die Seestadt auf dem Berge die 120. Wahl, beim Thema Senioren an 111. Stelle.

Die kreisfreie Klingenstadt Solingen bleibt hinter den Ergebnissen ihrer direkten Nachbarstadt in Bezug auf die Lebensqualität für Senioren – wenn auch überdurchschnittlich im Bundesvergleich. Laut Studie erreicht die Stadt Rang 123 von 401. Deutlich besser zeigt sich die Klingenstadt in Bezug auf die Wohn- und Lebensbedingungen von Familien. Dort steht sie an 83. Stelle.

Neben dem Oberbergischen Kreis zählt laut Deutschland-Studie auch Wuppertal zu den Schlusslichtern in einem bergischen Vergleich. Demnach bewerten die Macher die Situation für Familien als unterdurchschnittlich (Rang 257). Ähnlich sieht es in Sachen Seniorenfreundlichkeit aus. Hier erreicht die Stadt Rang 227.

Methodik

Die Prognos AG, in Wirtschaftsforschungsunternehmen, hat die Deutschland-Studie 2019 im Auftrag des ZDF durchgeführt. Die Bewertung der Indikatoren erfolgte auf der Grundlage von verschiedenen Statistiken – meist aus amtlichen Quellen. Zudem wurden die Landräte beziehungsweise Bürgermeister der kreisfreien Städte befragt. Weite Infos gibt es im Internet.

deutschland-studie-senioren-familie.zdf.de

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