Naturschutz

Streuobstwiesen sind eine Heimat für viele Tiere

Stefan Bublies (vor Kopf des Tisches) stellt sich den zahlreichen Fragen rund um den Naturschutz.
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Stefan Bublies (vor Kopf des Tisches) stellt sich den zahlreichen Fragen rund um den Naturschutz.

Stadtgespräch bei der Senioren-Union zum Thema Naturschutz.

Von Tanja Alandt

Bevor die Senioren-Union in ihrem derzeitigen Stammlokal „Korfu“ an der Höhestraße bei ihrer Mitgliederversammlung tagte, war bei ihrem „Stadtgespräch“ Stefan Bublies, Vorsitzender des Nabu Rhein Berg e.V. für einen Vortrag zu Gast.

Zunächst erklärte Stefan Bublies den zwölf Senioren beispielsweise den Unter-schied zwischen dem Nabu und dem Bund. Denn der Nabu ist übergeordnet für den Naturschutz zuständig, während der Bund übergeordnet für den Klimaschutz steht. Bublies berichtete auf Nachfrage einer Seniorin, dass der Nabu zwar auf Demonstrationen gehe, jedoch nicht mit Tomatensuppe oder Kartoffelbrei gegen Gemälde „schmeißen“ würde.

Die Aktiven des Nabus seien entweder „in der Natur draußen“ oder im Ausschuss tätig. Beides gehe in der Regel aufgrund des Umfangs nicht, um den Naturschutz aktiv zu betreiben. Sie betreiben seit zehn Jahren aktiv Amphibienschutz, indem sie Kröten das sichere Laichen ermöglichten und zwei Zäune pflegten sowie ein Tunnelsystem von der Waldseite bis zur Teichseite für sie gebaut haben. Die ökologische Baubegleitung und ein dritter 300 Meter Krötenzaunbau habe viel Geld gekostet. Nur allein bei einem Bauprojekt hatten sie 1500 bis 2000 Kröten zu einem sicheren Ort gebracht.

Weiter berichtete er von den Streuobstwiesen, unter anderem werde Apfelsaft oder Frischobst vertrieben, damit etwa 3000 bis 5000 Tiere wie Schleiereulen und andere Vögel und auch Insekten und Kleintierarten dort leben können. Ebenso werden die alten Bergischen Obstsorten damit erhalten. Der Vorsitzende berichtete, dass auch Fledermäuse stark gefährdet seien.

Viele kleine Maßnahmen können zum Naturschutz beitragen

Bublies stillte zudem das Interesse der Senioren über die Wildblumenwiesen. Er erzählte, dass der Kontakt zwischen den Landwirten und der Nabu im Rheinisch-Bergischen-Kreis sehr gut sei und sie gut zusammenarbeiten. Von ihnen beziehen sie beispielsweise altes Bergisches Saatgut. Informationen gab er außerdem über die invasive Pflanzenart Bärenklau, die viel Manpower benötige, diese auszugraben. Zum Schluss ermunterte er, den Rasen nicht so oft zu mähen und das Gras einfach mal zwei Wochen wachsen lassen.

Da Mähroboter weiterhin zahlreiche Igel verletzen und töten, sagte er auf Nachfrage dass diese natürlich abkömmlich seien. Er selbst habe seinen Handrasenmäher zu einem Mulcher umgebaut und mäht nur alle zwei Wochen seinen Garten. Wasserschalen für die Vögel sollten nicht in Bodennähe stehen, da dort ihre Angreifer lauern. Besser sei es daher, die Wasserschalen erhöht hinzustellen und einen Stein für die Insekten hineinzulegen.

Jeder kann Insekten zu Hause etwas Gutes tun

So können ebenfalls Insekten ihren Durst bei Dürre löschen. Zwei bis drei Wasserstellen seien im Garten sinnvoll. Von den Insektenhotels, die eine große Fläche mit Tannenzapfen und Röhrchen haben, riet er ab, da sich die Vögel die Röhrchen rausziehen und die Insekten fressen. Er beklagte außerdem, dass Straßen NRW oft alles weg mähe, darunter beispielsweise Straßenbegleitgrün, Wildblumen oder Schmetterlingshain.

Zu Hause könne jeder den Schmetterlingen und Insekten etwas Gutes mit Schmetterlingsflieder tun. Sie lieben ebenfalls Staudenbeete. Parkflächen sollten zudem nicht zubetoniert werden, dazwischen könne ruhig etwas wachsen, riet er. Er ermahnte, dass wir den Insekten immer mehr Lebensraum nehmen.

Nabu Rhein-Berg

1250 Mitglieder gibt es im Nabu Rheinisch-Bergischen-Kreis. Unter ihnen gibt es jedoch nur acht Aktive. Der Vorstand besteht ebenfalls nur aus drei Personen. Stefan Bublies ist Gründer von Streuobst Land und Vorsitzender des Nabu Rhein Berg e.V.

www.nabu-rhein-berg.de

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