Wetter

Straßenmeisterei bietet Winter die Stirn

Wer wollte, konnte sogar nochmals einen Schneemann bauen: Dieser steht an der B 51. Foto: Doro Siewert
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Wer wollte, konnte sogar nochmals einen Schneemann bauen: Dieser steht an der B 51.
  • VonNadja Lehmann
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Noch einmal ist es kalt geworden – Erwärmung soll aber im Anmarsch sein.

Burscheid. Das Salz ist so gut wie aufgebraucht. „Die Halle ist zu zwei Dritteln leer“, sagt Ralf Nachtsheim, der in der Straßenmeisterei Burscheid die stellvertretende Betriebsdienstleitung innehat und mit seinem Team dem späten, dafür aber umso heftigeren Wintereinbruch die Stirn bietet. „Dabei hatten wir im Oktober nochmals 200 Tonnen Salz nachgeordert.“

Begonnen hatte der Arbeitstag am Mittwoch um 3 Uhr in der Früh. „Da beginnen wir mit unseren Kontrollfahrten und alarmieren gegebenenfalls nach“, berichtet Nachtsheim. Am Mittwoch war die Ausgangslage aber von vornherein klar: „Es lag ja schon Schnee.“ Der hatte sich bekanntlich schon am Dienstag im Bergischen zurückgemeldet und hatte alle Frühlingsträume im Keim erstickt – und das nach den ersten, fast frühsommerlichen Tagen, in denen die Menschen bereits nach Sommerkleid und kurzer Hose gegriffen hatten.

„Mit einem solchen Wintereinbruch haben wir nicht mehr gerechnet“, bekennt Ralf Nachtsheim. „Es ist schon komisch, wie sich alles nach hinten verschiebt. Ob das schon der Klimawandel ist, wer weiß?“ Überrascht wird die Straßenmeisterei von derlei Wetterkapriolen aber natürlich nicht, die akribische Analyse des Wetterberichts ist Pflicht.

Noch am späten Vormittag war die Straßenmeisterei mit acht Mann unterwegs – mit drei eigene Fahrzeugen plus Schneepflug, unterstützt von zwei weiteren Fahrzeugen aus dem Lager in Königsforst sowie zwei Unternehmern. „Wir waren in der Nacht gerade fertig, da fing es an, zu schneien, und alles ging von vorne los“, sagt Nachtsheim lakonisch – und verschweigt nicht, dass es aus Sicht der Straßenmeisterei mit dem Winter „nicht noch mal hätte sein müssen“. Doch bereits heute Nacht um 3 Uhr wird das Team zusammensitzen und die Lage auf ein Neues bewerten. „Dann alarmieren wir die Fahrer und besetzen die Fahrzeuge. Jeder hat seinen Bezirk, den er abfährt“, erklärt Nachtsheim. Milde Winter waren es zuletzt. Rund 1700 Tonnen Salz hatte die Straßenmeisterei noch im letzten Quartal des Jahres 2020 gebunkert. 2019 verbrauchte man rund 400 Tonnen Salz; 2020 kaum etwas. 2021 zeigt sich da schon widerborstiger. „Wir hatten bisher mal drei Wochen Pause, ansonsten war immer etwas“, beschreibt Ralf Nachtsheim. Den Mehraufwand erkenne man allein an Wochenenddiensten und Überstunden. „Wir hatten auch Bereitschaftsdienste am Nachmittag, das gab es 2020 überhaupt nicht.“

Viele Autofahrer haben schon Sommerreifen aufgezogen

Die Autofahrer bittet Nachtsheim, „angepasst“ zu sein. „Wir haben etliche Unfälle gesehen, bei denen alle Autos schon Sommerreifen hatten.“ Von „O bis O“, dem oft zitierten Grundsatz unter Autofahrern, der Winterreifen von Oktober bis Ostern empfiehlt, hält Nachtsheim nur bedingt etwas: „In diesem Jahr hat es nicht funktioniert.“ Aber: „Erwärmung ist in Sicht.“

Mit 21 Mitarbeitern ist die Straßenmeisterei von Burscheid aus für Land- und Bundesstraßen zuständig. Die nahe gelegene Autobahn 1 fällt in die Zuständigkeit der neu gegründeten Autobahn GmbH und des Bundes. Im Stadtgebiet stimmen sich Straßenmeisterei und der Baubetriebshof der Technischen Werke eng ab, arbeiten Hand in Hand

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