Kommunalwahl 2020

Stefan Caplan bleibt Bürgermeister in Burscheid

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CDU-Kandidat verteidigt sein Amt mit 53,04 Prozent der Stimmen.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Der alte und neue Bürgermeister heißt Stefan Caplan: Mit 53,04 Prozent verteidigt der CDU-Kandidat sein Amt. Weil er gleich im ersten Anlauf die absolute Mehrheit erreicht hat, wird es am 27. September in Burscheid auch keine Stichwahl geben. Ulrike Hanke, Bürgermeisterkandidatin des Bündnisses für Burscheid, holt 27,1 Prozent. Auf 19,7 Prozent bringt es Ralph Liebig, Bürgermeisterkandidat der SPD.

„Ich freue mich sehr“, sagt ein erleichterter und glücklicher Stefan Caplan. 2014 hatte er mit 62,1 Prozent ein Rekordergebnis eingefahren: „Man könnte jetzt denken, dass dieses aktuelle Ergebnis schlechter ist. Aber ich bewerte es im Gegenteil sogar deutlich höher.“ Denn 2014 habe sich der Wahlkampf unter lediglich zwei Kontrahenten abgespielt: Damals stieg Michael Baggeler für das BfB als Kandidat gegen Caplan in den Ring, die SPD hatte auf einen Kandidaten verzichtet und sich indirekt für Caplan ausgesprochen.

„Dieses Ergebnis bewerte ich höher als den Erfolg von 2014.“
Stefan Caplan

„Dieses Mal haben aber die drei Parteien mit den höchsten Stimmenanteilen im Rat Kandidaten aufgestellt“, sagt Caplan. „Deshalb ist das jetzt für mich der ungleich größere Erfolg.“ Dass es keine Stichwahl gebe, freue ihn „riesig“, wie er bekennt.

Mit den Parteifreunden hat Caplan im Restaurant „Korfu“ auf die Ergebnisse gewartet – und Nervosität und Aufregung nicht verhehlt, während sich Bernhard Gierse und Horst Buttkus bereits über ihre gewonnenen Stimmbezirke freuen. „Zusammen haben wir 100 Prozent“, scherzt Buttkus.

Er wolle weiterhin auf Konsens setzen, kündigt Caplan an. „Ich will weiterhin die Fraktionen gut informieren. Das ist mir wichtig, weil die Dinge immer komplexer werden. Und es ist tatsächlich so, dass wenn man gut informiert, man zu ähnlichen Ergebnissen kommt.“

Die Burscheider haben mit 52,7 Prozent Wahlbeteiligung fast den gleichen Wert wie 2014. „Ich hätte mit mehr gerechnet, weil die Menschen in Gesprächen sehr interessiert waren – und auch Kritik ja von Interesse zeugt“, sagt Caplan. „Es sind wohl doch wegen Corona weniger Menschen in die Wahllokale gegangen.“

Am heutigen Montagmorgen wird er – wie im BV-Interview angekündigt – am Schreibtisch sitzen. „Das hätte ich auch bei einer Niederlage gemacht. Ich bin schließlich bis Oktober gewählt. Da bin ich dann – im positiven Sinne – Beamter.“

„Ich gratuliere dem alten und neuen Amtsinhaber“, sagt Ulrike Hanke. Das BfB hat die Ergebnisse im Restaurant Schützenburg verfolgt: Auf eine zentrale Feier im Rathaus hatten die Parteien coronabedingt verzichtet. „Mir geht es gut“, sagt Hanke, die kämpferischen Siegeswillen durch ein signalorangefarbenes Kleid schon optisch vermittelt hatte. „Ich habe ein gutes Ergebnis erreicht“, bilanziert die BfB-Kandidatin. Derweil brandet im Hintergrund Jubel auf: Werner Hambüchen hat ein Direktmandat geholt und damit den einzigen Wahlbezirk erobert, der nicht an die CDU geht.

Auch Ralph Liebig lässt den Kopf nicht hängen. Im Pastor-Löh-Haus hatte der SPD-Politiker zuvor allen Mitstreitern gedankt und Sonnenblumen überreicht. „Natürlich bin ich ein bisschen traurig“, gibt Liebig zu. „Wir wollten für dolleren frischen Wind sorgen, aber das hat offensichtlich nicht den Wünschen der Menschen entsprochen.“ Fassungslos mache ihn die geringe Wahlbeteiligung: „Es geht doch um die Dinge hier vor Ort. Um unsere Schulen, um unsere Straßen. Um das, was uns jeden Tag betrifft.“ Vielleicht müsse man das, sagt Liebig, noch deutlicher machen.

Zur Person

Stefan Caplan ist seit 2009 hauptamtlicher Bürgermeister in Burscheid. 2001 wurde er in Burscheid Beigeordneter, in das er aus Leverkusen gewechselt war. Caplan, Jahrgang 1964, war nach dem Abitur, der Ausbildung beim Rheinisch-Bergischen Kreis und dem Studium der Verwaltungswissenschaften in Leverkusen bei der Stadt beschäftigt. Parallel absolvierte er berufsbegleitend ein BWL-Studium.

Kommentar von Nadja Lehmann

nadja.lehmann@rga-online.de

Die Burscheider sind auf Nummer sicher gegangen. Sie haben mit Stefan Caplan den Amtsinhaber gewählt. Dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch die Corona-Pandemie. In der Krise hält der Mensch gern am Bewährten fest – und weiß somit, was er erwarten kann. Und Caplan hat wichtige Weichenstellungen vorgenommen, allen voran die Sanierung des Haushalts, die wichtige Spielräume eröffnete – wie das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept. Mit Ulrike Hanke und Ralph Liebig gab es Alternativen. Und das tut einer Demokratie immer gut. Nachdenklich stimmen sollte allerdings die geringe Wahlbetei- ligung.

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