Staulage auf der A 1 bleibt angespannt

Lange Staus sind vor dem Kreuz Leverkusen programmiert – nicht nur, wenn es gekracht hat. Archivfoto: Doro Siewert
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Lange Staus sind vor dem Kreuz Leverkusen programmiert – nicht nur, wenn es gekracht hat. Archivfoto: Doro Siewert

ADAC legt Zahlen für 2020 vor – Zwischen Burscheid und Leverkusen ist im NRW-Vergleich besonders viel los

Von Leon Hohmann

Wer regelmäßig die Verkehrsnachrichten im Radio verfolgt, der kennt die neuralgischen Stellen im nordrhein-westfälischen Autobahnnetz. Und noch viel mehr die Pendler, die sich täglich mitunter stundenlang mit ihrem Auto durch die Blechlawinen quälen. Und es sind nicht nur Strecken wie die Autobahn 40, die gerne auch mal als der größte Parkplatz des Ruhrgebiets bezeichnet wird. Auch der Abschnitt der Autobahn 1 zwischen der Anschlussstelle Burscheid und dem Kreuz Leverkusen gehört dazu.

Und das hat sich grundlegend auch nicht im vergangenen Jahr geändert, obwohl durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Zahl der Staus auf den deutschen Autobahnen gesunken ist. Noch immer gehört die gut zehn Kilometer lange Strecke zu den Bereichen mit „besonders ausgeprägten lokalen Stauspitzen“, wie der ADAC berichtet. Die Experten des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs legten nun die Staubilanz für das vergangene Jahr vor.

Demnach lag Nordrhein-Westfalen im Bundesvergleich wie in den Vorjahren auf dem Spitzenplatz. So hätte sich knapp ein Drittel aller Staus auf dem Gebiet der Bundesrepublik in NRW gebildet. Dennoch gab es einen Rückgang in Folge der Lockdowns. So sank im März 2020 die Anzahl der Staus um über 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, die Staukilometer verringerten sich um mehr als 62 Prozent. Im April zählte der ADAC sogar 77 Prozent weniger Staumeldungen und fast 90 Prozent weniger Staukilometer gegenüber 2019. „Infolge der Corona-Pandemie gab es weniger Berufsverkehr, Dienstreisen wurden abgesagt und auch der Ausflugs- und Reiseverkehr war stark eingeschränkt“, erklärt Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold vom ADAC in NRW. Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ist die Kfz-Fahrleistung auf den Autobahnen in Deutschland im Vergleich zu 2019 voraussichtlich um 12,4 Prozent gesunken.

Eine Einschätzung, die auch der Rheinisch-Bergische Kreis teilen kann. Er betreibt die Blitzeranlage auf der A 1 bei Burscheid. So sank die Zahl der Überschreitungen erstmals seit 2018. „2020 war ein geringeres Verkehrsaufkommen zu registrieren“, sagte Kreissprecherin Hannah Weisgerber jüngst unserer Redaktion. Im vergangenen Jahr hat es unter anderem aus diesem Grund mit etwa 225 000 Geschwindigkeitsverstößen gut 20 Prozent weniger Temposünder gegeben als noch 2019 (285 000).

Strecke zwischen Köln und Dortmund ist eine Top-15-Staustelle

Zurück zur Staubilanz vom ADAC: Dort heißt es, dass es auf der A 1 wegen ihrer hohen überregionalen Bedeutung statistisch gesehen 2020 88 Staukilometer je Autobahnkilometer gegeben hat.

Noch viel deutlicher wird die hohe Belastung der drittlängsten Bundesautobahn bei dieser Zahl: Auf dem Abschnitt zwischen Köln und Dortmund lag die Zahl der Staukilometer pro Autobahnkilometer bei 120 – also anderthalb mal so hoch wie der bundesdeutsche A-1-Durchschnitt. Somit zählt die Route zwischen Köln und Dortmund laut ADAC zu den Top-15-Stauschwerpunkten Deutschlands.

Und an diesem Fakt wird sich in Zukunft so schnell wohl nichts ändern. Für zähfließenden Verkehr und Staus sorgen unter anderem zahlreiche Baustellen – allen voran der Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke über den Rhein. Wegen des maroden Zustands dürfen aktuell nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen das bestehende Bauwerk benutzen.

Derzeit ist unklar, wann genau das Ersatzbauwerk fertig sein könnte. Nach diversen Verzögerungen und einem vorübergehenden Baustopp im April 2020 könnte womöglich die erste von zwei Brücken Ende 2023 in Betrieb genommen werden.

So berechnet der ADAC die Staubilanz

Der ADAC nutzt zur Stauermittlung Fahrzeugflotten mit ihren Geschwindigkeitsdaten. Eine wichtige Bedeutung haben hier die Fuhrparks von großen Speditionen. Insgesamt liefern circa 300 000 Lkw ständig anonymisiert und automatisiert ihre Positions- und Geschwindigkeitsinformationen („Floating Car Data“) von deutschen Straßen. Weitere Daten senden Online-Navigationsgeräte und Smartphone-Apps mit der Funktion „Staudaten übertragen“ (4,5 Millionen Nutzer). Diese Live-Daten werden zur Berechnung von Verkehrsstörungen verwendet, schreibt der ADAC.

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