Starkregenkarte zeigt, wo Überschwemmungen drohen

Die Starkregengefahrenkarte für Burscheid zeigt, wo in Burscheid mit Überschwemmungen zu rechnen ist, wenn über zwei Stunden jeweils mehr als 55 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Dunkelblaue Flächen zeigen, wo zu erwarten ist, dass Wasser mehr als einen Meter tief steht. Rote Pfeile stehen für hohe Fließgeschwindigkeiten. Simulation: Hydrotec Ingenieurgesellschaft
+
Die Starkregengefahrenkarte für Burscheid zeigt, wo in Burscheid mit Überschwemmungen zu rechnen ist, wenn über zwei Stunden jeweils mehr als 55 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Dunkelblaue Flächen zeigen, wo zu erwarten ist, dass Wasser mehr als einen Meter tief steht. Rote Pfeile stehen für hohe Fließgeschwindigkeiten. Simulation: Hydrotec Ingenieurgesellschaft

Kreis entwickelt Strategien, um auf den Klimawandel reagieren zu können

Von Anja Wollschlaeger

Unter dem Stichwort „Klimaanpassung“ entwickelt der Rheinisch-Bergische Kreis Strategien, um die Region auf die bereits eintretenden Folgen des Klimawandels wie extreme Wetterereignisse vorzubereiten und zu schützen. Elke Reichert, Kreisdezernentin für Umwelt und Planung, stellte dazu im November in der Sitzung des Burscheider Umweltausschusses auch die Starkregengefahrenkarte vor. Die Karte zeigt, welche Gebiete in Burscheid bei einem Starkregen überschwemmt werden und das sehr deutlich.

Über die Fließwegsimulation zeigt der Kreis, wie sich das Wasser auch in Burscheid ansammeln würde. Wie in einem Film fließen über den Stadtplan unzählige blaue Pfeile, sammeln sich in den Bächen, diese schwellen immer mehr an, und nach wenigen Minuten sind die gefährdeten Gebiete zu sehen. Die Fabrikgebäude an der Max-Kohl-Straße im Luisental etwa, aber auch die Senke der Hauptstraße zwischen Mittelstraße und Jahnstraße ist auf der Karte schnell dunkelblau. In Hilgen sammelt sich in der Simulation Wasser an der Kleinen Delle. Es bildet sich eine große Pfütze vor der Ernst-Moritz-Arndt-Schule in Hilgen.

In der Sitzung des Umweltausschusses erläuterte die Dezernentin, dass sehr viele Daten gesammelt worden sind, um die Simulation zu berechnen. Dennoch zeigt sie nicht die Folgen des Starkregens im Juli 2021.

Die Starkregenkarte zeigt nur einen Regen von einer Stunde Dauer mit einer Niederschlagshöhe von 55 Millimeter, unter Modellbedingungen. Dazu gehört unter anderem, dass im Modell keine Abflüsse verstopft sind, etwa durch Treibgut. Zudem ist am 14. und 15. Juli 2021 viel mehr Regen gefallen, wie die Pressestelle des Kreises erklärt. Es waren etwa 100 bis 160 Millimeter.

Daten haben jetzt schon Auswirkungen

Die Daten haben schon jetzt Auswirkungen auf Bauvorhaben, so die Pressestelle: „Die Erkenntnisse und Hinweise aus den Karten finden bei der Planung von Bauvorhaben Berücksichtigung. Ein Neubauprojekt würde zum Beispiel entweder gar nicht in einem in den Karten dargestellten Fließweg errichtet oder es würden entsprechende Vorsorgemaßnahmen zur Verhinderung von Schäden durch Starkregen getroffen.“ Die Karten sind öffentlich, und die Verwaltung wünscht sich: „Das sollte für alle Bauvorhaben gelten, egal, ob es sich um Verkehrswege oder private, kommunale oder sonstige öffentliche Gebäude handelt oder Versorgungseinrichtungen wie Trafohäuschen.“

Wer nun entdeckt, dass die Simulation eine Gefahr für sein Haus aufzeigt, kann sich beraten lassen. Der Kreis bietet auf seiner Webseite detaillierte Informationen zu dem Thema. Betroffene können sich zudem an Fachberater, zum Beispiel aus dem Hochwasserkompetenzzentrum (HKC) in Köln, wenden, so die Pressestelle.

Einen Trost hatte Marlene Liebeskind vom Wupperverband für die Burscheider im November: „In Burscheid gibt es keine ausgewiesenen Risikogebiete für Hochwasser“, sagte sie im Haus der Kunst. Das bedeutet, dass auch von den Bächen keine Hochwassergefahr, wie etwa von Rhein und Wupper ausgeht. Dass Überschwemmungen dennoch gefährlich sein können, zeigen die Bilder aus Großhamberg, dem Luisental und Dürscheid vom Sommer.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Falsche Polizistin betrügt 64-Jährige um mehrere tausend Euro
Falsche Polizistin betrügt 64-Jährige um mehrere tausend Euro
Falsche Polizistin betrügt 64-Jährige um mehrere tausend Euro
Tenneco verlängert Kurzarbeit bis 5. Mai
Tenneco verlängert Kurzarbeit bis 5. Mai
Tenneco verlängert Kurzarbeit bis 5. Mai
Heike Engels zieht Kandidatur zurück
Heike Engels zieht Kandidatur zurück
Heike Engels zieht Kandidatur zurück
Der Topfschnitt ist wieder da: als Bowl-Cut
Der Topfschnitt ist wieder da: als Bowl-Cut
Der Topfschnitt ist wieder da: als Bowl-Cut

Kommentare