Kölner Straße

Starkes Duo feilt an seinem Traum

Die Vorderseite in der Kölner Straße 87 gehört zu Janine Grimberg und ihrem Verkaufsraum „Schmückerschnucki“. Auf der Rückseite führt der Eingang zum Fotoatelier von Tobias Grimberg. „Als wir die Räume gesehen haben, war schnell klar: Das passt zu uns“, sagen beide.
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Die Vorderseite in der Kölner Straße 87 gehört zu Janine Grimberg und ihrem Verkaufsraum „Schmückerschnucki“. Auf der Rückseite führt der Eingang zum Fotoatelier von Tobias Grimberg. „Als wir die Räume gesehen haben, war schnell klar: Das passt zu uns“, sagen beide.
  • VonNadja Lehmann
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Mit Fotoatelier und „Schmückerschnucki“ haben sich Janine und Tobias Grimberg in Hilgen selbstständig gemacht.

Burscheid. Sie ist quirlig und umtriebig, er besonnen und ruhig: Zusammen bilden Janine und Tobias Grimberg ein starkes Duo, das mutig an seinem Traum feilt: das Leben und Arbeiten unter ein selbstbestimmtes Dach zu kriegen. Nun haben sie sich in Hilgen selbstständig gemacht und ihre beiden Passionen vereint – das Fotografieren, das Tobias Grimberg liebt, und das Bearbeiten und Veredeln von Stoffen und Textilien durch Janine Grimberg. Nach einem Namen, der alles dies umfasst, suchen sie noch. „Kreativwerkstatt“ könnte passen, da sind sie sich einig.

Eigentlich sollte alles nur ein Hobby sein, ein Ausgleich zum Beruf. „Ich bin Teamleitung in der stationären Jugendhilfe, mit Schichtdienst und allem Drum und Dran“, sagt Janine Grimberg. Von ihrer kreativen Ader wusste sie, in die richtigen Bahnen lenkte sie die 31-Jährige, als sie ihrem Patenkind zur Geburt einen personalisierten Strampler schenken wollte. „Die Qualität war schlecht“, erinnert sie sich an das Eingekaufte. Und beschloss kurzerhand, es selbst zu versuchen.

„Für Schriftdesign hatte ich mich immer schon interessiert. Ich habe viel geübt. Aber ich war nicht wirklich gut“, gesteht sie mit einem Lachen. Aber die Frage: Wie kommt der Druck gut aufs Textil? – die ließ sie nicht mehr los. „Ich habe mich ein Wochenende eingeschlossen, Tutorials angeguckt und ausprobiert.“

Die ersten Folien schnitt Janine Grimberg mit der Nagelschere

Ergebnis: Janine Grimberg hatte Feuer gefangen. Rüstete auf. Hatte sie die ersten Folien noch mit der Nagelschere geschnitten, kaufte sie sich Heizpresse, Werkzeug und Plotter. „Mein Begleiter, mein Unterstützer“, sagt sie über den Drucker, der Gezeichnetes auf verschiedenen Materialien darstellen kann. Grimbergs Keller wurde zur Werkstatt, sie meldete sich mit den von ihr gestalteten Taschen und T-Shirts auf einer Plattform an, holte sich den Gewerbeschein. Den Namen dazu, „Schmückerschnucki“ verpasste ihr ein Hilgener Nachbar, als sie mit Dekomaterialien an seinem Haus vorbeilief: „Da läuft ett wieder, dat Schmückerschnucki.“ „Damals dachte ich, es wäre schön, wenn sich einmal die Woche jemand meldet“, erzählt sie. Denn, nicht zu vergessen: Alles war ja nur Hobby und Ausgleich zum Job.

Das klappte nicht. Denn mehr als ein Mal pro Woche wurden ihre Produkte entdeckt und bestellt. Inzwischen hat Janine Grimberg ihren Hauptjob reduziert. „Ich habe das zeitlich alles nicht mehr geschafft.“

Und dann begegnete der jungen Hilgenerin ein junger Düsseldorfer: Fotograf Tobias Grimberg. Mit ähnlichen Träumen und Wünschen wie sie. Selbstständig sein. Etwas aufbauen. Gemeinsam. Geheiratet wurde in diesem Jahr, nun sind die Beiden dabei, Leben und Arbeiten unter einem Dach zu vereinen, in Hilgen.

„Ich war ein Rumtreiber“, sagt Tobias Grimberg über sich. Gearbeitet hat er in der Schweiz und in Schweden. „Aber das hat sich sich gelegt“, sagt der 32-Jährige mit einem liebevollen Blick zu seiner Frau. Überall hinbegleitet hat ihn die Passion für die Fotografie. „Meine erste Kamera bekam ich von meinen Großeltern.“ Und ähnlich wie Janine Grimberg hat er ausprobiert, sich ausgetauscht. Er ist Autodidakt und stolz darauf. „Wenn man sich intensiv mit etwas beschäftigt, wird man immer besser. Man kann nur wachsen“, ist er überzeugt. Am Standort Kölner Straße 87 hat er sich nun ein kleines Studio eingerichtet. Zur Straße hin liegt das Reich von Janine Grimberg, mit Verkaufsraum und Werkstatt, zur Rückseite das von Tobias Grimberg, mit eigenem Eingang. „Momente für die Ewigkeit festzuhalten“, das sei seine Hauptantriebsfeder, sagt er über sich selbst. Und geht dabei auf Privat- und Geschäftskunden zu. „Ich möchte bleibende Erinnerungen schaffen.“

Während er sich privat gern mit der Kamera in Landschaften vertieft, sind es beruflich die Menschen, die im Vordergrund stehen. Die Hochzeit. Die kleine Familie. Der erste Geburtstag. Der besondere Augenblick. „Ich habe einen erfüllenden Beruf“, sagt Tobias Grimberg.

Beide freuen sich schon auf die Vorweihnachtszeit. Denn dann will Tobias Grimberg zum einen sein Studio für individuelle Shootings in eine weihnachtliche Kulisse verwandeln, zum anderen wollen sie zu festen Öffnungszeiten die Türen öffnen. Bislang ist das nur nach Anmeldung möglich; schließlich haben beide noch ihre, wenn auch reduzierten, Anstellungen. „Unsere Träume sind groß und bunt. Aber mit Bodenhaftung“, sagt Janine Grimberg. Und strahlt.

Kontakt

Standort ist die Kölner Straße 87. Besuch nach Absprache: Janine Grimberg, Tel. (01 51) 59 13 42 72; Tobias Grimberg, Tel. (01 51) 50 78 86 12. Web:

schmueckerschnucki.shop

tobias-grimberg.de

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