Städtische Waldflächen werden wiederaufgeforstet

Fichten haben wohl langfristig keine Zukunft mehr. Gesetzt werden Sträucher, Hain- und Rotbuchen sowie Stieleichen und Linden. Archivfoto: Christian Beier
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Fichten haben wohl langfristig keine Zukunft mehr. Gesetzt werden Sträucher, Hain- und Rotbuchen sowie Stieleichen und Linden. Archivfoto: Christian Beier

Umfangreiche Förderung verringert den Eigenanteil – Gesetzt werden rund 19 600 Pflanzen und Bäume

Von Nadja Lehmann

Die zunehmenden Extremwetterlagen haben auch in Burscheid ihre Spuren hinterlassen: Die zu trockenen Sommer haben die Wälder geschwächt und sie zur leichten Beute für den Borkenkäfer gemacht. Im Hauptausschuss sprachen die Politiker jetzt über Wiederaufforstungsmaßnahmen, die für die städtischen Waldflächen vorgesehen sind – und gaben dafür einstimmig den Weg frei.

Wie in der Beschlussvorlage für den Hauptausschuss aufgelistet ist, sind vom Borkenkäferbefall städtische Flächen von insgesamt 5,73 Hektar im Eifgental betroffen. Weil die Waldbesitzer fast alle versuchten, ihr Holz zu verkaufen, kam es zu Überangebot und Preisverfall. Auch Burscheid wollte sein Käferholz auf den Markt bringen: In Absprache mit den zuständigen Forstbeamten wurde deshalb 2020 eine Fläche von 3,9 Hektar gefällt. „Das Rücken des Holzes erfolgte durch Selbstwerbung für die Stadt Burscheid kostenneutral“, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Kosten insgesamt belaufen sich auf rund 9332 Euro. Dank einer Förderung musste Burscheid nur noch einen Eigenanteil von rund 1866 Euro zuschießen.

Doch mit dem Fällen ist es nicht getan. Schließlich soll keine kahle Fläche zurückbleiben. Deshalb wird nun eine Aufforstung vorbereitet. Die Förderanträge sind bereits erarbeitet – in Zusammenarbeit mit dem für Burscheid zuständigen Forstbeamten des Landesbetrieb Wald und Holz, Regionalforstamt Bergisches Land. Und sie sind mittlerweile auch beim zuständigen Forstamt gestellt. Geplant ist, die Aufforstung im Frühjahr und Herbst zu realisieren.

Kosten: rund 43 425 Euro. Neben der Förderung, um die man sich beworben hat, gibt es aber auch noch das Konjunkturpaket der Bundesregierung, das Flächenprämien ausschüttet. „Damit verringert sich der Eigenanteil auf rund 4625 Euro“, listet die Beschlussvorlage auf. Dieser Eigenanteil ist in den gerade verabschiedeten Haushalt 2021 eingerechnet.

Die Wiederaufforstung orientiert sich am Waldbaukonzept NRW, das die Standorte mit Hinblick auf Temperatur, Wasser- und Nährstoffversorgung kategorisiert. Für Burscheids 5,73 Hektar sind danach rund 19 600 Bäume und Pflanzen vorgesehen. Davon befinden sich rund 1,38 Hektar im Naturschutzgebiet Bökershammer.

„Wir wollen hier Vorbild sein. Für weniges städtisches Geld können wir viel für unseren städtischen Wald tun.“

Bürgermeister Stefan Caplan

Gepflanzt werden Stiel-Eichen, Vogelkirschen, Hainbuchen, Linden, Edelkastanien, Rotbuchen, Wild-Apfel, Kirschen, Eichen, Sträucher.

„Das ist sehr begrüßenswert“, lobte im Hauptausschuss Sabine Wurmbach (Grüne). Und auch Bürgermeister Stefan Caplan zeigte sich zufrieden: „Wir wollen an dieser Stelle Vorbild sein. Für weniges städtisches Geld können wir viel für unseren städtischen Wald tun.“

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