Neue Nutzungsordnung

Stadtbücherei rüstet sich für die Zukunft

Die Stadtbücherei bereitet sich immer stärker auf ihre Rolle als „Dritter Ort“ vor. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Die Stadtbücherei bereitet sich immer stärker auf ihre Rolle als „Dritter Ort“ vor.

Kulturausschuss sprach über die neue Nutzungsordnung und künftige Rolle der Einrichtung.

Von Nadja Lehmann

Die Stadtbücherei stand ohnehin schon auf der Tagesordnung des Kulturausschusses, doch Eva Scholand, Vorsitzende des Fördervereins, nutzte im Haus der Kunst bereits die Einwohnerfragestunde, um vorab schon einmal die Stadtbücherei aufs Tapet zu bringen. „Ist das gewollt?“, fragte Scholand in Richtung Politiker und bezog sich dabei auf den Umbau der Stadtbücherei zu einem sogenannten „Dritten Ort“. Doch Renate Bergfelder-Weiss klärte sie darüber auf, dass die Reihenfolge eine andere sei: Zuerst werde ein Konzept erarbeitet, über das dann die Kommunalpolitiker befinden würden – voraussichtlich im nächsten Jahr. „Und an diesem Konzept arbeite ich gerade“, bestätigte Büchereileiterin Yulia Farbischewski in der Sitzung.

Hinter dem „Dritten Ort“ verbirgt sich eine inhaltliche Ausrichtung der Stadtbibliotheken, die nicht nur Burscheids Einrichtung am Marktplatz betrifft, sondern bundesweit eine Rolle spielt. Der „Dritte Ort“ soll sich quasi für die Menschen als selbstverständliche Anlaufstelle neben dem eigenen Zuhause und der Arbeitsstätte etablieren. Burscheid stellt dafür in besonderer Weise die Weichen: Die Stadt hat das einstige Kramerhaus, das direkt neben der Stadtbücherei liegt, gekauft, will es umbauen und an der Stadtbücherei andocken. Entkernt wird bereits.

Mit der Erweiterung ins Kramer-Haus soll ein multifunktionaler Raum entstehen. Ein Ort für Workshops, Lesungen, Experimente und Lernflächen. Und noch eine weitere Idee fürs Portfolio der Bücherei kam hinzu: der „Raum der 100 Experimente“ - angelehnt an die „Makerspace-Angebote“ von Bibliotheken wie in Köln und Wittlich. Bereits im vergangenen Jahr waren Eva Scholand, Yulia Farbischewski und Renate Bergfelder-Weiss darüber in den inhaltlichen Austausch gegangen.

Diverse Neuanschaffungen wurden möglich

Ganz Handfestes konnte Renate Bergfelder-Weiss in anderer Hinsicht berichten: Dank des Förderprogramms „Zeitgemäße Bibliotheken im ländlichen Raum“ konnte für die Stadtbücherei einiges angeschafft werden. Zwei PC-Arbeitsplätze in der 1. Etage wurden ebenso eingerichtet wie vier weitere Plätze mit neuer Steckdosenleiste; ein Multifunktionsdrucker, der auch scannen und kopieren kann, wurde gekauft, ebenso wie ein Verdunkelungsrollo für die Kinderbücherei. „Jetzt hat die Bücherei außerdem auch einen eigenen Laptop und muss diesen nicht immer aus dem Rathaus leihen“, sagte Bergfelder-Weiss. Der neue Kaffeevollautomat sorgt für die geistige Stärkung mit Koffein; und die zwar 20 Jahre alten, aber äußerst robusten Stühle wurden neu gepolstert.

Außerdem verabschiedete der Kulturausschuss (im November wird noch der Rat der Stadt darüber befinden) die Neufassung der Satzung über die Benutzung der Stadtbücherei und die Erhebung der Gebühren – kurz auch „Büchereisatzung“ genannt. Die noch gültige Nutzungssatzung stammt von 2003. Ebenso wie die Benutzungsordnung des Lesecafés. Doch seitdem hat sich manches geändert – wie der Ausbau der „Onleihe“. Aufgrund neuer und erweiterter Angebote wie beispielsweise Büchereiausweis, Internetnutzung, Bergische Onleihe oder Bibliothek der Dinge mit Kautionsregelung bedarf die Satzung einer gründlichen Überarbeitung, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Stadtverwaltung schlug eine komplette Neufassung der Büchereisatzung vor, die neben den Benutzungsregeln für die Stadtbücherei auch die dazugehörenden Lese- und sonstigen Gebühren sowie die Nutzungsvorgaben für das Lesecafé mit den dafür zu entrichtenden Entgelten enthält.

Die neue Fassung greift unter anderem verstärkt die Regeln zum Datenschutz auf und definiert die Regeln für Ausleihe in Präsenz und Online. Zudem geht es um Haftungsfragen und Schadensersatz, um Internetzugang und Zugang zur „Bergischen Onleihe“.

Hintergrund

Gebühren: Erwachsene zahlen für ihren Medienausweis pro Jahr 17 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind kostenfrei, Schüler und Studenten sowie Leistungsempfänger sind mit 5 Euro dabei. Familien zahlen 21 Euro. Die Leihfrist endet an dem auf der Quittung festgelegten Datum. Werden ausgeliehene Medien/Gegenstände nach Ablauf der Leihfrist nicht unaufgefordert zurückgegeben, wird, ohne dass es einer Erinnerung der Stadtbücherei bedarf, eine Säumnisgebühr erhoben.

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