Stadtbücherei lässt sich durch Corona nicht ausbremsen

Zentrale Lage in schönem, alten Haus: Die Stadtbücherei rüstet sich an ihrem Standort für die Zukunft.Archivfoto: Nadja Lehmann
+
Zentrale Lage in schönem, alten Haus: Die Stadtbücherei rüstet sich an ihrem Standort für die Zukunft.Archivfoto: Nadja Lehmann

Leiterin Yulia Farbischewski und ihr Team feilen an einer neuen Strategie

Von Nadja Lehmann

Es ist schon eine gute Tradition: Bibliotheksleiterin Yulia Farbischewski kommt in den Kulturausschuss, um über Wohl und Wehe der Stadtbücherei zu berichten, um Bilanz zu ziehen und vorauszublicken. Deutlich wurde: Corona hat die Arbeit für das Team zwar verändert, es aber nicht ausgebremst. „Wir konnten doch viele Projekte realisieren“, fand auch Farbischewski selbst. Und das, obwohl die Pandemie die Stadtbücherei zu Jahresanfang 2021 zu langer, zehnwöchiger Schließung gezwungen hatte. Neben der Bergischen Onleihe sorgte aber auch ein kontaktloser Medien- Abholservice dafür, dass die Nutzerinnen und Nutzer nicht auf dem Trockenen saßen.

Im zweiten Halbjahr holte die Stadtbücherei dann alle Veranstaltungen nach, die Corona vereitelt hatte – und Yulia Farbischewski kam aus dem Aufzählen gar nicht mehr heraus. So gab es wieder einen Sommer-Leseclub plus Verleihung des Lese-Oskars mit einem Erfolg, der sich sehen lassen kann: Er lockte 17 Kinder und Erwachsene an, die anschließend einen Büchereiausweis haben wollten und nun zum Leserstamm gehören. Auch der Enthüllung der Goetze-Büste widmete Farbischewski ein paar Worte: Schließlich verhalf 1989 die einstige Friedrich Goetze AG mit 700 000 Mark der Stadtbücherei zu ihrer Eröffnung. Lange war die Büste des Firmengründers in Vergessenheit geraten; im September fand sie in einer kleinen Feierstunde ihre neue Heimat in der Stadtbücherei.

Die Stadtbücherei ist auf dem Weg zu einem „3. Ort“, heißt: zu einer selbstverständlichen Anlaufstelle für Jung und Alt neben dem Zuhause, Büro oder Schule. Ein erstes Zeichen setzten die Auffrischung der Sitzmöbel, der Kaffeevollautomat fürs Lesecafé, neue Arbeitsplätze für Laptops. Und der Weg geht weiter: Im benachbarten Kramer-Haus soll ein „Maker-Space“ entstehen, ein „Raum der 100 Experimente“, der mit Nähmaschinen, Robotik-Kurs, Coding-Workshop neue Akzente setzen soll. „Wir wollen schon 2022 erste Workshops anbieten und überprüfen, ob das in unseren derzeitigen Räumen möglich ist.“ Pläne, die CDU-Fraktionschef Dr. Hartmut Schepanski besorgt stimmten: Ob die Bücherei denn dann nicht gezwungen sei, ständig neue Geräte anzuschaffen, damit diese nicht veraltet seien? Yulia Farbischewski gab Entwarnung: „Unsere Ideen fallen ja nicht vom Himmel. In Opladen gibt es etwas Ähnliches; das funktioniert sehr gut.“ Und Burscheid sei schließlich nicht so groß: „Wir kaufen keine tausend Geräte.“

Leiterin erarbeitet derzeit eine Bibliotheksstrategie

Derzeit sitzt Yulia Farbischewski, wie sie berichtete, an der Bibliotheksstrategie. In dieser geht es um nichts weniger als die Definition einer modernen Bücherei, die in der Stadtgesellschaft gebraucht und verankert ist, und sich damit für die Zukunft positioniert. So geht es unter anderem um Kooperationen und die Kostenkalkulation für eine Selbstverbuchung. Mehr zur Strategie werde sie dem Kulturausschuss im Herbst berichten, kündigte Farbischewski abschließend an.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Ab dem 28. November soll das Einkaufen heller werden
Ab dem 28. November soll das Einkaufen heller werden
Ab dem 28. November soll das Einkaufen heller werden
Kirchenmusiker schätzt künstlerische Freiheit
Kirchenmusiker schätzt künstlerische Freiheit
Kirchenmusiker schätzt künstlerische Freiheit
Burscheider Spenden in Polen angekommen
Burscheider Spenden in Polen angekommen
Burscheider Spenden in Polen angekommen
Karnevalslieder ja, Titanic-Melodie nein
Karnevalslieder ja, Titanic-Melodie nein
Karnevalslieder ja, Titanic-Melodie nein

Kommentare