Jahresabschlussgespräch

Stadt treibt die Digitalisierung weiter voran

Dirk Runge (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters) und Rathaussprecherin Renate Bergfelder-Weiss berichteten unter anderem vom Kramerhaus, das entkernt wird, und vom Gewerbegebiet Straßerhof (hier der Spatenstich der Edelmann Group). Fotos: Doro Siewert, Nadja Lehmann, Edelmann Group
+
Gewerbegebiet Straßerhof (hier der Spatenstich der Edelmann Group).

Ergebnisse des Jahresabschlussgespräch im Rathaus, Teil 2.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Zum Jahresabschlussgespräch hatten Dirk Runge, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, und Sprecherin Renate Bergfelder-Weiss viele Themen mitgebracht. Zu viele, um in einem Schwung darüber berichten zu können – und deshalb hatten wir am Donnerstag bereits angekündigt: Es folgt ein zweiter Teil.

Corona hat ein Schlaglicht darauf geworfen, wie es um Deutschlands Digitalität bestellt ist: ausbaufähig nämlich. „In den Schulen sind wir gut aufgestellt“, zog Dirk Runge eine Bilanz des zweiten Corona-Jahres. In den drei Grundschulen, wo die Stadt die Trägerschaft innehat, gebe es mittlerweile überall WLAN. „Wir haben aus einem Fördertopf, der im Frühjahr dann ausgeschöpft sein wird, auch dementsprechende Hardware angeschafft“, berichtete Runge. Und die Digitalisierung geht weiter: „Es gibt für die Schulen einen Medienentwicklungsplan, der aufzeigt, wo und welchen Bedarf es gibt.“ Gerade auch für die Grundschulen sei das wichtig: „Dort wird der Grundstein für die digitale Nutzung gelegt.“

Dirk Runge (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters).

Bedarf gibt es auch an schnellen Leitungen: Eine Lücke, die die aus Hannover stammende Firma Novanetz mit Glasfaser zu schließen sucht. Gerade eben erst war gemeinsamer Spatenstich mit Wermelskirchen in Hilgen-Nord. „Die kommen von Leichlingen über Nagelsbaum nach Dierath“, skizzierte Runge die Marschroute von Novanetz, das seine Pilotprojekte in Kippekofen, Ösinghausen und Benninghausen gestartet hatte. Auf schnelle Leitungen hoffen auch Burscheids große Firmen an der Industriestraße – wie beispielsweise Adient, wie Runge berichtete. „Die haben digitale Konferenzen mit Hunderten Teilnehmern. Da braucht es eine vernünftige Leitung.“ An eine rasche Umsetzung durch den Digitalpakt des Bundes glaubt Runge dabei eher weniger: „Das wird noch fünf, sechs Jahre dauern. Für Unternehmen eine Zumutung.“

Die Digitalisierung macht aber auch vor dem Rathaus nicht halt. Runge sieht die Verwaltung in der Pflicht: „Rechnungen stellen wir nur noch digital; die Gehaltsabrechnung läuft papierlos, ebenso das Ratsinformationssystem.“ Heißt: In Ausschüssen und im Stadtrat gibt es kein Papier mehr, die Kommunalpolitiker schauen stattdessen auf ihre Laptops. „Das läuft gut“, bestätigte Renate Bergfelder-Weiss. In Pandemiezeiten hat das Rathaus außerdem verstärkt auf digitale Dienstleistungen und Online-Termine umgeschwenkt. „Das wird gut genutzt“, so Bergfelder-Weiss.

Starkregen hat Spuren hinterlassen

Spuren hat nicht nicht nur Corona, sondern auch das Starkregenereignis vom Juli hinterlassen. Runge hatte sich selbst damals ein Bild von den Schäden verschafft, war in Großhamberg, in Niederrepinghofen und am Gut Landscheid unterwegs. „In Großhamberg sollen im Zuge des Straßenneubaus größere Durchlässe für den Bach entstehen“, berichtete er. Zwar sei Burscheid nicht so stark betroffen gewesen wie Leichlingen, aber doch überall da, „wo es Mühlen gibt“, so Runge. Die Stadt hat wegen der Wetterkapriolen Konsequenzen gezogen und den Bebauungsplan Herbergsplatz/Im Winkel noch nicht in die Offenlegung gegeben: „Wir prüfen, ob wir präventiv noch Maßnahmen ergänzen sollten.“

Rathaussprecherin Renate Bergfelder-Weiss.

Erfolgsgeschichten gab es aber auch. Wie im Gewerbegebiet Straßerhof. „Bis auf zwei kleinere Grundstücke ist alles vergeben“, freute sich Dirk Runge. Mit der Ausweisung des Gewerbegebiets habe bereits Altbürgermeister Kahrl begonnen: „Das ist für eine Kommune wichtig. Wir haben nicht mehr unendlich viele Flächen.“ Das erste Unternehmen, nämlich die aus Heidenheim stammende Firma Edelmann Papierverpackungen, stehe kurz vor dem Einzug; der Baubeginn für ein regionales DHL-Postzentrum sei avisiert.

Zur Erfolgsgeschichte in der Innenstadt wurde 2021 der Feierabendmarkt, den Burscheid im Verbund mit Wermelskirchen, Hückeswagen und Wipperfürth installierte. „Wir hatten fünf Veranstaltungen mit stetig steigenden Zahlen“, bilanzierte Renate Bergfelder-Weiss. 2022 soll´s weitergehen, dann mit viermal Halt des Feierabendmarktes in Burscheid. Auch beim Thema Stadtbücherei skizzierte Bergfelder-Weiss erste Pläne des kommenden Jahres: Im Februar soll die „Bibliothek der 1000 Dinge“ starten. „Dann werden Dinge auf nachhaltiger Basis verliehen“, so Bergfelder-Weiss und nannte als Beispiele Beamer, Kindersitz oder Reisebett. Alles gegen eine Kaution, die es bei pfleglicher Behandlung zurück gibt.

Das Kramerhaus wird entkernt.

Und die Stadtbücherei macht sich auf den Weg in die Zukunft und erweitert sich um einen „Maker space“, der im ersten Stock des benachbarten Kramerhauses untergebracht werden und mit der Bibliothek verbunden werden soll. „Wir wollen Werkzeug und Material zur Verfügung stellen. Einen Raum für Groß und Klein schaffen, um etwas ausprobieren zu können“: So hatte es Bücherei-Leiterin Yulia Farbischewski zu Jahresanfang dem BV berichtet. MINT-Kästen wie Robotik-Bausätze sollen zum Einsatz kommen - wie auch ein 3D-Drucker. „Wir können uns auch vorstellen, eine Overlook-Nähmaschine aufzustellen“, hatte Farbischewski ergänzt. Der Förderverein der Stadtbücherei hatte für dieses Projekt Geld beim EU-Förderprogramm Leader akquiriert.

Und die Stadt hatte nach langwierigen Verhandlungen das Kramerhaus erworben. Dieses wird gerade entkernt. „Der Umbau wird allerdings teurer als ursprünglich gedacht“, berichtete Dirk Runge nun. Das habe sich nach der Überprüfung durch den Architekten herausgestellt. Das sei keiner, der Wolkenkuckucksheime baue, im Gegenteil, betonte Runge: „Er hat bereits die Villa Biz umgebaut und das großartig gemacht. Das erwarte ich auch beim Kramerhaus.“ Im Haushalt veranschlagt seien für den Umbau 630 000 Euro: Nach aktueller Kostenschätzung werden die Kosten um rund 300 000 Euro höher ausfallen, bestätigte Runge.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Bauernmarkt ist nun abgesagt
Bauernmarkt ist nun abgesagt
Was Hunde und Katzen in den Fressnapf kriegen
Was Hunde und Katzen in den Fressnapf kriegen
Was Hunde und Katzen in den Fressnapf kriegen
Bergischer Feierabendmarkt in Burscheid
Bergischer Feierabendmarkt in Burscheid
Bergischer Feierabendmarkt in Burscheid
Ein-Mann-Bunker ist ein Relikt aus Kriegstagen
Ein-Mann-Bunker ist ein Relikt aus Kriegstagen
Ein-Mann-Bunker ist ein Relikt aus Kriegstagen

Kommentare