Bebauungsflächen

Stadt setzt zunächst auf mehr Verdichtung

Das innenstadtnahe Kämersheide würde sich für eine Bebauung eignen, findet die SPD. Foto: Doro Siewert
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Das innenstadtnahe Kämersheide würde sich für eine Bebauung eignen, findet die SPD.
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SPD bringt Kämersheide ins Spiel.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Burscheid ist ein begehrtes Pflaster. Besonders junge Familien ziehen gerne zu. Das darf auch gerne so bleiben, allerdings gilt in der Stadtentwicklung ein klares Prinzip: Es wird nicht großflächig auf der grünen Wiese gebaut und damit nicht dem Flächenfraß das Wort geredet, solange es Möglichkeiten einer innerstädtischen Verdichtung und Entwicklung gibt. So hat es wiederholt der Stadtentwicklungsausschuss entschieden, so favorisiert es auch das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEHK) Burscheid 2025, das als Leitfaden für die Stadtplanung dient; und so unterstreicht es auch das Bündnis für Burscheid in seinem kürzlich vorgelegten Wahlprogramm.

Die SPD richtete den Blick kürzlich allerdings doch etwas in die Ferne: Nach Kämersheide. Mit einem Antrag wandten sich die Sozialdemokraten an die Verwaltung und plädierten für eine Bebauung in Kämersheide. „Die beabsichtigten Baumaßnahmen, die das IEHK vorgibt, reichen nicht aus“, erklärte Fraktionschef Klaus Becker im letzten öffentlichen Stadtentwicklungsausschuss. Er halte Kämersheide zudem für ausgesprochen innenstadtnah. Und, so begründete die SPD in ihrem Antrag, Stadtauswärts entlang der L 58 gebe es ja bereits eine durchgehende Bebauung. „Es wäre für die Infrastruktur also nicht schädlich, dies auch rechtsseitig zu ermöglichen.“ Er wisse, dass die Prioritätenliste eine andere sei, sagte Becker, aber: „Man sollte flexibler sein und Kämersheide in dieses Ranking einbeziehen.“

Planungsamtsleiterin Heike Wunderlich wies im Ausschuss darauf hin, dass es derzeit keinen Bebauungsplan für Kämersheide gebe: „In den neunziger Jahren entstand für das Untersuchungsgebiet eine Machbarkeitsstudie, die eine Bebauung mit Einfamilien- und Doppelhäusern vorsah“, blickte Wunderlich zurück. Wolle man also in Kämersheide Baurecht schaffen, müsse zuerst ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Doch auch Wunderlich verwies auf die Prioritätensetzung des IEHK: „Wir wollen zuerst die Innenstadt entwickeln.“

Burscheid soll sein typisches Gepräge behalten

Denn diese soll ihr typisches Gepräge behalten, wie Bürgermeister Stefan Caplan unterstrich: „Der Charakter der Stadt soll sich nicht verändern. Unsere Einwohnerzahl wollen wir halten.“ Das IEHK gebe eine Richtung vor, wie dies zu erreichen ist und was dazu nötig sei. Zum Beispiel mit einer Aufschlüsselung des Wohnraumbedarfs. So steht im IEHK: „Der Wohnraumbedarf der Stadt Burscheid beträgt nach der vorsichtig optimistischen Berechnungsvariante für den Zeitraum von 2014 bis 2025 612 Wohneinheiten.“ Von diesen 600 Einheiten seien nach aktuellem Stand rund 450 bereits verwirklicht worden, erklärte Caplan.

Keine Eile also? Bis 2030 steige der Bedarf an neuem Wohnraum auf rund 800 Einheiten, nannte der Bürgermeister die nächste Zahl; das IEHK beziffere den Bedarf in seiner Gesamtheit auf nahezu 2000 Wohneinheiten. Dies aber will gestaltet sein, macht das IEHK deutlich: „Es ist differenziertes Wohnraumangebot für unterschiedliche Nutzergruppen zu schaffen. Im Sinne dieser Zielvorstellung sollte der zentrumsnahe Mietwohnungsbau gestärkt sowie der Bau von zentral gelegenen Eigentumswohnungen ausgeweitet werden. Zudem ist ein adäquates Wohnangebot für Senioren in der Innenstadt bereitzustellen. Ebenfalls sind die Wohnansprüche junger Familien zu berücksichtigen“, heißt es in der mehr als 200 Seiten umfassenden Richtschnur.

„Wir haben uns seit vielen Jahren darauf verständigt, in welcher Reihenfolge wir Gebiete entwickeln wollen“, betonte Caplan. Deshalb warb die Verwaltung dafür, sich zunächst auf die Neubaugebiete Thielgelände in Hilgen sowie Rötzinghofener Straße/Im Hagen zu konzentrieren. Aus städtebaulicher Sicht sei es sinnvoll, die Fläche auf den gesamten Raum zwischen Heddinghofen, Repinghofen und Kämersheide auszuweiten.

Eine Fläche, die im „Interkommunalen Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept Burscheid/Wermelskirchen (IKEHK) 2030 Beachtung findet. Dort wird sie als „Bauflächenreserve im Flächennutzungsplan“ geführt. „Erst schließen wir die Lücken. Dann gucken wir, wo noch Bedarf ist“ – so fasste es der Ausschussvorsitzende Horst Buttkus (CDU) zusammen.

Hintergrund

Die Stadt Burscheid hat das IEHK 2025 unter Beratung des Büros Hamerla, Gruß-Rinck, Wegmann + Partner (ASS) erarbeitet. Es bildet die Grundlage für die mittelfristige Entwicklung der Stadt.

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