Viele Anmeldungen

Sportvereine erleben Nachfrage-Boom

BTG-Geschäftsführerin Beate Scheurlen (l.) und Übungsleiter Fabian Butz freuen sich über immer mehr neue Anmeldungen. Foto: Alexandra Dulinski
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BTG-Geschäftsführerin Beate Scheurlen (l.) und Übungsleiter Fabian Butz freuen sich über immer mehr neue Anmeldungen.

Der Bedarf an Bewegung ist gerade bei Kindern enorm groß

Von Alexandra Dulinski

Burscheid. Herumtobende Kinder auf Spiel- und Sportplätzen mit viel Getöse und Spaß waren in den vergangenen rund anderthalb Jahren ein seltener Anblick. Jetzt, mit zunehmender Entspannung der Corona-Pandemie, boomen die Anfragen bei den Sportvereinen aber regelrecht.

„Jede Woche sind zwei oder drei neue Kinder dabei, die das Training einfach mal ausprobieren wollen“, sagt Fabian Butz, Übungsleiter zweier Leichtathletikgruppen der Burscheider Turngemeinde 1867.

„Es war, als wären sie im Lockdown festgekettet gewesen.“

Fabian Butz, Übungsleiter BTG

Habe der Verein vor der Pandemie 1200 Mitglieder gezählt, so berichtet Geschäftsführerin Beate Scheurlen, seien die Zahlen auf 1060 im langen Lockdown gesunken. „Jetzt gibt es einen unheimlich großen Bedarf an Bewegung. Wir bekommen unendlich viele Anfragen“, erklärt sie.

Neben dem Schwimmen seien besonders die Schnullergruppe für Kinder zwischen zehn Monaten und zwei Jahren und das Eltern-Kind-Turnen gefragt. Warum diese Kinderkurse so beliebt sind, ist einfach erklärt. „Die Schnullergruppe ist eine super Möglichkeit der Eltern, Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen“, sagt Scheurlen. Viele Grundfertigkeiten erlernen die Kinder dort spielerisch – Laufen, Rollen, Balancieren, Werfen und Co. „Viele Fähigkeiten erlernt man nur im Kindesalter, wie das Fangen eines Balls“, weiß Scheurlen. „Die Eltern sind bemüht, ihren Kindern Frühförderung zukommen zu lassen,“ sagt sie.

Damit die Kinder wieder schnell in Bewegung kommen, hatte der Verein das Kinderturnen in den ersten Monaten nach dem Lockdown ins Freie verlegt. Die Leichtathletik bietet dagegen generell den Vorteil, sich im Freien auf dem Sportplatz zu bewegen – zumindest so lange, wie das Wetter mitspielt. Nach den Herbstferien wird es auch hier wieder in die Halle gehen.

Koordination, Ausdauer und Kraft seien bei der Leichtathletik gefragt, berichtet Fabian Butz. Er trainiert Kinder im Grundschulalter und Jugendliche ab zwölf Jahren. Als sie das erste Mal Ende Mai wieder auf dem Platz gewesen sind, hätten sie nicht gewusst, wohin mit ihrer Energie. „Es war, als wären sie im Lockdown festgekettet gewesen. Manche wollten nach dem Training gar nicht mehr nach Hause“, sagt Fabian Butz. Und weiter: „Bei vielen hat man gemerkt, dass sie lange keinen Sport gemacht haben. Wer früher problemlos eine Runde gelaufen ist, konnte das mitunter nicht mehr.“

Koordinative Bewegungen –wie das Kreuzen der Beine beim Laufen – sei für viele Kinder schwierig gewesen, obwohl sie es vor dem Lockdown gekonnt hätten, berichtet Butz. Und noch etwas ist aufgefallen: „Wir haben gemerkt, wer mit seinen Eltern in der Zeit Sport gemacht hat“, fügt Beate Scheurlen hinzu. Diese Spanne habe sich aber inzwischen wieder gelegt.

Nicht nur in der BTG steigen die Mitgliederzahlen wieder an. Auch Petra Hindrichs, Geschäftsführerin der TG Hilgen, verzeichnet einen wahren Ansturm an Anfragen. „Im Anmeldewust“ sei sie zurzeit, kurz nach ihrem Urlaub. Dabei besonders gefragt sind die Fußballkurse und ebenfalls das Eltern-Kind-Turnen. „Beim Turnen haben wir schon eine Warteliste. Die Kurse sind einfach voll“, berichtet sie.

Gerade Fußballtrainer seien Mangelware, weshalb sie händeringend nach Helfern und Trainern suche. Bei den Erwachsenen sei der Reha-Sport aktuell sehr beliebt. Verteilten sich die Anmeldezahlen vor der Pandemie auf das ganze Jahr, ballen sie sich nun.

Hintergrund

Die Landesregierung unterstützt finanziell die rund 9000 Sportvereine in Nordrhein-Westfalen, die coronabedingt Mitgliederverluste zu verzeichnen hatten. Im Programm „Coronahilfe Breitensport NRW“ des Landessportbundes NRW können die Sportvereine auf Antrag eine Billigkeitsleistung in Höhe von bis zu 30 Euro pro verlorenem Mitglied erhalten. Die Zahlung soll das entstandene Einnahmedefizit abmildern und den Übungsbetrieb wieder auf das ursprüngliche Niveau anheben.

https://t1p.de/f1ka

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