Aktion

Spenden: Ehepaar will Nachahmer ermuntern

Mit Pudel Diego auf dem Arm: Brigitte und Peter Kruppe (Mitte) überreichen dem Palliativzentrum Leverkusen einen symbolischen Scheck von 12000 Euro. Foto: Kruppe
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Mit Pudel Diego auf dem Arm: Brigitte und Peter Kruppe (Mitte) überreichen dem Palliativzentrum Leverkusen einen symbolischen Scheck von 12000 Euro.
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Im Gedenken an ihre Tochter Britta: Brigitte und Peter Kruppe unterstützen Palliativstation und Tierheim.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Sie legen keinen Wert darauf, im Mittelpunkt zu stehen und großes Aufhebens um sich zu machen. Wahrscheinlich wären Brigitte und Peter Kruppe mit ihrer ganz persönlichen Geschichte auch nie an die Öffentlichkeit gegangen, wenn sie nicht ein Wunsch angetrieben hätte: Menschen zu ermutigen, sich zu engagieren und zu spenden. „Vielleicht können wir ja Denkanstöße auslösen“, sagt Peter Kruppe. „Uns kommt es darauf an, Impulse bei den Lesern zu wecken, die dann sagen: »Guck mal, so was könnten wir doch auch machen«.“

Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte ist Britta, die einzige Tochter von Brigitte und Peter Kruppe. „Wir haben sie vor mehr als drei Jahren durch eine tragische Krankheit verloren“, sagt der Vater und setzt leise hinzu: „Krebs. Heutzutage muss man ja leider sagen: Natürlich.“ Bei Tochter Britta, die mit 46 Jahren starb, schlug der Krebs gleich zweimal zu: zunächst als Brustkrebs, dann folgte ein Lungenkarzinom. „Sie hat nie geraucht“, sagt der Vater. Zwischendurch schöpften die Eltern sogar Hoffnung, dass es der Tochter wieder besser gehen könnte: „Aber es wurde nicht wieder besser.“

Kruppes holten ihre in München lebende Tochter heim nach Burscheid. Ein paar gemeinsame Monate in ihrem Elternhaus wollte die Familie dem Schicksal noch abringen. Doch dieser Wunsch erfüllte sich nicht. Die 46-Jährige starb schon wenig später im Klinikum Leverkusen – nur sechs Monate nach dem Tod ihres Ehemanns, der 47-jährig nach kurzer schwerer Krankheit gestorben war.

Ein Schicksalsschlag, der so manchen in die Knie gezwungen oder in tiefe Verbitterung gestürzt hätte. Kruppes reagierten bei aller Trauer und Verzweiflung, die man nur erahnen mag, anders. „Wir haben diesen schweren Schicksalsschlag zum Anlass genommen, dem noch im Aufbau befindlichen Palliativzentrum Leverkusen eine zweckgebundende Spende zukommen zu lassen“, sagt Peter Kruppe. Die 12000 Euro sollten nicht irgendwo in der Administration versacken, sondern den Patienten zugute kommen, das war dem Ehepaar wichtig: Mit dem Geld werden zwei Zimmereinrichtungen finanziert.

„Man wird demütig.“
Peter Kruppe über die Hospizarbeit

„Unser Tochter war bereits einmal kurze Zeit in München im Hospiz gewesen. Das war unser erster Berührungspunkt mit der Palliativmedizin“, erzählt Peter Kruppe. Man könne nur den Hut vor den Mitarbeitern dieser Häuser und Stationen ziehen: „Es hat uns zutiefst beeindruckt, mit welcher Aufopferung sich die Mitarbeiter der schwerkranken Menschen annehmen, von denen viele diese Häuser nicht mehr verlassen werden. Man wird demütig.“

Weitere 600 Euro spendeten Kruppes dem Wermelskirchener Tierheim – wieder ganz konkret für Tierarztrechnungen. Und auch dies hängt mit Tochter Britta zusammen. Denn in München gab es außerdem Pudel „Diego“, heute acht Jahre alt. „Er war ein bisschen Kindersatz“, sagt der Vater liebevoll über die einst beruflich stark eingespannte Tochter. Als diese mit dem Krankenwagen von München nach Burscheid und weiter nach Leverkusen gebracht wurde, da folgte der Vater („Einer von uns war zuletzt immer bei ihr in München“) einen Tag später mit Diego auf dem Rücksitz im eigenen Auto. „Es war ganz klar, dass wir den Kleinen behalten“, sagt der 67-Jährige ganz schlicht.

Hilfsbereitschaft und ein Stück Trauerarbeit: „Wir haben das aus Liebe zu unserer Tochter getan“, sagt Brigitte Kruppe. „Wir kennen ihre Gedanken, und das, was mir machen, hätte sie so auch gewollt. Wir wollten in ihrem Sinne handeln.“ Die Bereitschaft, zu spenden, sei zwar bei ihnen schon immer bei ihnen vorhanden gewesen, aber: „So richtig haben wir erst nach ihrem Tod darüber nachgedacht. Nach und nach ist die Idee entstanden, zu helfen.“

Brigitte und Peter Kruppe wollen andere ermutigen, ebenfalls zu spenden – für den guten Zweck, ganz nach dem eigenen Geschmack. „Etwas sollte jeder schon tun“, findet Peter Kruppe. Und will selbst mit Ehefrau Brigitte nicht aufhören damit: „Wir möchten die Onkologieabteilung einer Kinderklinik unterstützen, in Köln oder in Leverkusen.“

Hintergrund

„PalliLev“ist ein integriertes Palliativ- und Hospizzentrum. Dahinter verbirgt sich ein stationäres Hospiz in einem neu gebauten Gebäude in Leverkusen-Steinbüchel. In diesem stationären Hospiz stehen zwölf Zimmer für schwer kranke Menschen an ihrem Lebensende zur Verfügung. Die ersten sollen Ende Januar einziehen können.

www.pallilev.de

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