SPD-Politiker kritisieren Schnellbusvariante

Heike Engels ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Kreis-SPD.Archivfoto: SPD Rhein-Berg
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Heike Engels ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Kreis-SPD.Archivfoto: SPD Rhein-Berg

Kreistag hat sich für die Strecke via Opladen ausgesprochen – „Mogelpackung“ sagen Heike Engels und Bodo Jakob

Von Nadja Lehmann

Der Schnellbus von Wipperfürth über Wermelskirchen und Burscheid nach Leverkusen kommt: So vermeldete es der Rheinisch-Bergische Kreis am Donnerstag ganz offiziell (wir berichteten). Und während sich der Kreis noch freudig auf die Schulter klopft und von einer „Attraktivierung des Öffentlichen Personennahverkehrs“ spricht, sieht das insbesondere die SPD-Kreistagsfraktion anders, wie nun der Burscheider SPD-Politiker Bodo Jakob betont.

„Wenn Schnellbus draufsteht, muss auch Schnellbus drin sein.“

Heike Engels, stellvertretende SPD-Vorsitzende im Kreistag

„Das ist ein Etikettenschwindel“, sagt er über die Lösung, die CDU und Grüne im Kreistag befürworteten. Denn diese Variante sei die „langsame Version“, was in der offiziellen Mitteilung des Kreises nicht thematisiert werde: „Da steht nicht, welche Strecke ausgewählt wurde und wie viel Zeitersparnis sie bringt“, kritisiert Jakob. „Wir aber wollen den schnellen Anschluss an Leverkusen-Mitte.“ Deshalb hatte die Kreistags-SPD für die Variante über Schlebusch geworben; die Mehrheit im Kreistag votierte jedoch für die Strecke via Opladen, inklusive Nutzung bereits bestehender Linien.

Aus Sicht der SPD hat die Schlebuscher Variante mit den Haltestellen Wipperfürth/Hückeswagen/Bergisch Born/Wermelskirchen/Burscheid-Hilgen/Leverkusen-Schlebusch/Leverkusen-Mitte/Leverkusen-Chempark das „größte Potenzial für ein beschleunigtes Premium-Angebot zum bestehenden ÖPNV-Linienangebot“. So hatte es ein vom Kreis beauftragter Gutachter attestiert und für diese Strecke ein denkbares Fahrgastaufkommen von rund 462 000 Passagieren pro Jahr prognostiziert. „Die Variante über Opladen unter Nutzung bestehender Linien ist kaum schneller als diese und verdient den Namen Schnellbus nicht“, kritisiert die Kreis-SPD.

„Wenn Schnellbus draufsteht, muss auch Schnellbus drin sein – keine Mogelpackung“, sagt die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Heike Engels – wie Bodo Jakob ebenfalls aus Burscheid stammend. Die SPD wolle einen echten Schnellbus, der gut und richtig umgesetzt werde, so Engels weiter.

Bereits im November 2020 hatte sich der Burscheider Stadtentwicklungsausschuss mit dem Thema beschäftigt und dazu drei Streckenvorschläge begutachtet. Auch Burscheids Kommunalpolitiker votierten anschließend für die Schlebuscher Variante und folgten damit dem Urteil des Gutachters. Ihr Herz schlug aber doch für Variante 1: Sie führt von Hilgen (erst dort gabeln sich die Varianten) in Richtung Innenstadt mit Halt an der Bürgermeister-Schmidt-Straße. Aber der Gutachter hatte da bereits den Finger in die Wunde gelegt: „Nach Einschätzung der Aufgabenträger bildet die aktuelle Konzessionslage durch die Parallelbedienung der Linie 239/240 die Schwierigkeit bei der Umsetzung der Variante 1.“

Kreis und Politik hatten zudem mit den kurzfristig akquirierten Fördermitteln argumentiert: Wie Nahverkehr Rheinland (NVR) bestätigte, hat das Land NRW die Förderung regionaler Schnellbuslinien zugesagt; Antragsteller können in der Förderdauer zwischen drei und fünf Jahren wählen. In Gesprächen mit Land und NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst sei es dem NVR gelungen, eine erhöhte Mittelzuweisung zu erzielen, hieß es dazu in der Mitteilung des Kreises. „Nun ist dieser Etikettenschwindel leider beschlossen“, sagt Bodo Jakob.

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