Hundesport

Sozialverhalten steht im Mittelpunkt

Raudi zeigt Schutzdiensthelfer David Krieger die Zähne, während Olaf Hoppe., 1. Vorsitzender des Hundevereins Burscheid, die Leine hält.
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Raudi zeigt Schutzdiensthelfer David Krieger die Zähne, während Olaf Hoppe., 1. Vorsitzender des Hundevereins Burscheid, die Leine hält.
  • Susanne Koch
    VonSusanne Koch
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Der Hundeverein Burscheid bietet Hundetraining mittwochs und freitags an.

Burscheid. Es ist Mittwoch. Kurz vor 17 Uhr. Neben dem Tor ist schon ein Mischlingshund angeleint. Seinen Schwanz hat er eingezogen. Er ist ängstlich. Auf der anderen Seite des Weges sitzt ein Weißer Schäferhund. Auch er ist an einen Baum angebunden. Er schaut wie ein König auf das Geschehen. „Ist das nicht ein prächtiges Tier?“, fragt Bärbel Hoppe.

Mitglieder des Vereins und interessierte Menschen, die einen Kurs im Hundeverein Burscheid gebucht haben, treffen langsam mit ihren Vierbeinern ein. „Wir trainieren immer mittwochs und freitags“, sagt Ausbildungswart Olaf Hoppe. Vor vier Jahren hat er auch den Vereinsvorsitz übernommen. „Und meine Frau Bärbel wurde die Mutter der Kompanie“, sagt er.

Olaf Hoppe besitzt einen Grauen Schäferhund, genannt Raudi von den Querulanten. „Den haben wir vor sieben Jahren aus dem Altenburger Land, in der Nähe von Dresden, gekauft“, erzählt er. „Das, was mir die Züchter über ihn gesagt haben, dass er sehr dickköpfig sei, hat sich voll bewahrheitet“, sagt Olaf Hoppe. „Trotzdem haben wir beide zusammen die Schutzhund-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.“
Eine Frau führt ihren braunen Labrador auf den Platz. Sie gehen mehrere Runden. Der Hund springt über ein Hindernis und bleibt anschließend brav liegen, als sie ihm das sagt. Er sitzt da mit gespitzten Ohren und wartet darauf, dass sie ihn ruft. „Beim Training ist es mir wichtig, das Sozialverhalten zu schulen“, sagt Olaf Hoppe. „Im Grunde machen wir alles, um die verkehrssichere Begleithundprüfung zu bestehen, also den Hundeführerschein zu machen.“

Der Hundeverein Burscheid wurde 1930 als Verein für Schäferhunde gegründet. „Das waren noch besondere Zeiten“, sagt Olaf Hoppe. „Aus Erzählungen weiß ich, dass sie damals auf der Autobahn, die gebaut wurde, trainiert haben, leider gibt es davon keine Bilder.“ Vor etwas über 25 Jahren wurde der Verein dann für alle Hundearten geöffnet. Er selbst sei seit 1985 Mitglied des Vereins und habe 1989 den Lehrgang zum Ausbilder absolviert. Für seinen Posten als ehrenamtlicher 1. Vorsitzender des Vereins sei er gerade noch von der Stadt Burscheid geehrt worden. „Das war eine schöne Sache.“ Seit 1963 besitzt der Hundeverein seinen Platz am Eifgenhöhenweg.

Die Hunde spielen natürlich eine große Rolle im Verein. „Wir genießen aber auch die Geselligkeit“, sagt Bärbel Hoppe. „So veranstalten wir Grillabende und andere gesellige Veranstaltungen für alle, die bei uns gerade mitmachen. Wir unterscheiden nicht zwischen Mitgliedschaft oder Vertrags-Gebundenheit.“ Denn Menschen, die mit ihrem Hund nur die Ausbildung machen wollen und nicht in den Verein eintreten, zahlen für ein halbes Jahr eine Gebühr von 105 Euro. „Das ist im Vergleich zu anderen Hundevereinen günstig“, sagt Olaf Hoppe. „Viele wollen heute keinem Verein mehr beitreten.“

Mit den Kindern wurden Zeltlager veranstaltet

„Als unsere Kinder, die der Aktiven, klein waren, waren sie alle mit auf dem Gelände“, sagt Olaf Hoppe. „Wir haben Zeltlager mit ihnen veranstaltet. Und sind zum Beispiel auch einmal in die Eifel zur Go-Cart-Bahn gefahren. Doch jetzt, wo die Jugendlichen aus dem Alter heraus sind, haben wir keinen neuen Nachwuchs mehr rekrutieren können.“ Insgesamt habe der Verein 13 Mitglieder, 25 beteiligen sich am Training.

Als die Fotografin des Bergischen Volksboten auf dem Hundeplatz erscheint, bereiten sich David Krieger, Schutzdiensthelfer, und Olaf Hoppe auf das Foto vor. Schäferhund Raudi soll zeigen, was er kann. David Krieger zieht die Montur an und zieht den robusten Ärmel über. Da sitzt Raudi an der Leine schon neben seinem Herrchen Olaf Hoppe und bellt den Ärmel an. Sobald er es darf, stürzt er sich auf David Krieger, fasst ihn am Ärmel und lässt nicht mehr los. „Das sieht jetzt gefährlich aus, wenn David Krieger nicht mehr die Montur und den Ärmel anhat, dann kann er ihn ohne Probleme streicheln“, erklärt Bärbel Hoppe. „Auch unsere Enkel können mit ihm knuddeln, ihnen passiert nichts.“

Insgesamt habe sich die Hundeerziehung verändert. „Sie ist humaner geworden“, sagt Bärbel Hoppe. „Hilfsmittel wie Halsbänder mit Stacheln dürfen beispielsweise nicht mehr getragen werden“, sagt Olaf Hoppe.

Hundeverein

Ausbildung: Jeden Mittwoch und Freitag ab 17 Uhr wird auf dem Hundeplatz am Eifgenhöhenweg trainiert. Auch Nichtmitglieder sind willkommen und schließen einen halbjährlichen Vertrag ab. Kosten: 105 Euro. Der Verein zählt derzeit 13 Mitglieder, weitere Interessenten erwünscht.

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