Soforthilfen können beantragt werden

Der Gewerbepark Colonia Luisental stand unter Wasser. Foto: Michael Schwarz
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Der Gewerbepark Colonia Luisental stand unter Wasser.

Bis zu 3500 Euro pro Haushalt sind möglich - IHK betont, für Unternehmen sei langfristige Unterstützung wichtig

Von Markus Schumacher

Möglichst unbürokratisch und schnell - so soll die Soforthilfe bei den Betroffenen des Hochwassers und Unwetters der vergangenen Woche ankommen. „Wir sind froh, dass der Bund und Nordrhein-Westfalen im engen Schulterschluss so schnell den Menschen, die dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind, mit ersten Zahlungen unter die Arme greifen,“ teilen Bundestagsabgeordneter Dr. Hermann-Josef Tebroke und Landtagsabgeordneter Rainer Deppe (beide CDU) mit.

Ab sofort können Anträge online heruntergeladen und bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung, auf deren Gebiet das jeweilige Haus, Grundstück oder die Betriebsstätte liegt, eingereicht werden. Die Auszahlung soll innerhalb weniger Tage erfolgen.

Mit den Soforthilfen sollen Bürger unmittelbar unterstützt werden, die von existenzieller Not betroffen sind. Zusätzlich zu einem Sockelbetrag von 1500 Euro pro Haushalt stehen für jede weitere Person aus dem Haushalt 500 Euro bereit. So werde eine erste finanzielle Überbrückung ermöglicht, um eine akute Notlage bei der Unterkunft oder bei der Beschaffung von Haushaltsgegenständen finanziell zu bewältigen. Voraussetzung ist, dass der Schaden mehr als 5000 Euro beträgt.

Einzelheiten für die Bürger, die Hilfe für Gewerbe und freie Berufe sowie die Landwirte und land- und forstwirtschaftliche Betriebe sind auf der gleichen Internetseite erläutert. Außerdem gibt es ein Bürgertelefon Fluthilfe, Tel. (02 11) 46 84 49 94, über das grundsätzliche Fragen zur Soforthilfe beantwortet werden können. Für die Soforthilfe haben Bund und Land für Nordrhein-Westfalen zunächst 300 Millionen Euro vorgesehen.

„Die Folgen der Hochwasserkatastrophe werden uns noch lange beschäftigen.“

Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln

Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln, begrüßt die schnelle Einigung von Bund und Ländern auf eine Soforthilfe für flutgeschädigte Unternehmen, fordert aber ein besseres Informationsangebot und mehr Planungssicherheit für Betroffene. „Bund und Land haben schnell reagiert. Das war wichtig für unsere betroffenen Unternehmen und dafür sind wir dankbar. Als Nächstes muss nun der Informationsfluss optimiert werden“, sagt Grünewald.

Die Erfahrung aus der Corona-Krise habe gezeigt, wie wichtig die Kommunikation mit den Betroffenen sei. „Von der Katastrophe betroffene Unternehmerinnen und Unternehmer haben spezifische Fragestellungen mit Blick auf die Antragsstellung und vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Strukturen. Die allgemeinen Bürgerhotlines können diese Fragen oft nicht beantworten.“ Natürlich helfe man seinen Unternehmen aber auch von Seiten der IHK gerne weiter.

Wichtig sei zudem die langfristige Hilfe. „Die betroffenen Unternehmen müssen jetzt akut, aber auch in den kommenden Wochen und Monaten beim Wiederaufbau unterstützt werden. Die Folgen der Hochwasserkatastrophe werden uns noch lange beschäftigen“, so Grünewald. „Die Verkehrsinfrastruktur in unserer Region war schon vor der Flut am Limit. Jetzt ist das Verkehrsnetz an wichtigen Stellen unterbrochen worden. Hier ist ein schneller Wiederaufbau dringend notwendig.“

Von der Flutkatastrophe betroffene Unternehmen können die IHK ab sofort unter einer neuen, zentralen Hotline erreichen: Tel. (02 21) 16 40 33 33. Hier unterstützt die IHK Köln werktags zwischen 9 und 16 Uhr ihre Mitglieder bei allen Fragen, die sich nach den Überflutungen stellen. Außerdem wird online beraten.

Auf der Homepage finden darüber hinaus auch betroffene Unternehmen verschiedene Hilfsangebote aus der Wirtschaft – diese reichen von Lager- und Büroflächen, die von Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, bis hin zu verschiedenen Baumaschinen und Fahrzeugen.

„Die vom Land beschlossenen Soforthilfen begrüßen wir sehr. Dies ist ein wichtiges Signal für die vielen betroffenen Menschen, Unternehmen, Landwirtschaftsbetriebe sowie auch Kommunen“, sagt der Präsident des Landkreistags NRW, Landrat Thomas Hendele (Kreis Mettmann). „Neben den vielen Menschen, die ihr Zuhause verloren haben oder vor enormen Sachschäden stehen, ist auch die kommunale Infrastruktur vielerorts massiv beschädigt worden. Die meisten Kommunen werden die enormen Schäden nicht allein stemmen können“, mutmaßt Hendele.

Der Link zum Antrag:

www.land.nrw/soforthilfe

Die Angebote der IHK Köln:

www.ihk-koeln.de/flutinfo

www.ihk-koeln.de/fluthilfe

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