Insektenschutz

So wird der Garten bienenfreundlich

Der Bienenstock eines Imkers – aber wie können auch Hobbygärtner der Biene etwas Gutes tun? Symbolfoto: Christian Beier
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Der Bienenstock eines Imkers – aber wie können auch Hobbygärtner der Biene etwas Gutes tun?

Hobbyimker Ludger Merkens gibt Tipps.

Von Johanna Christoph

Burscheid. Sie sind klein, brummen und entscheidend für das Ökosystem: Bienen. Weltweit zählen sie zu den wichtigsten Bestäubern und tragen wesentlich zur Erhaltung von Wild- und Kulturpflanzen und deren Erträge bei. Nach Angaben des Naturschutzbunds Nabu sind rund die Hälfte aller in der Roten Liste bewerteten Bienenarten bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben. Nur etwa 37 Prozent aller Bienenarten gelten als ungefährdet. Viele Menschen überlegen daher, ihren heimischen Garten bienenfreundlich zu gestalten.

Warum sind Bienen wichtig?

Ohne die Bestäubung durch Bienen gibt es kein Gemüse, Obst und keine Samen. Die große Mehrheit der hiesigen Wild- und Nutzpflanzen wird durch Bienen bestäubt. So sind sie unverzichtbar für das Funktionieren von Ökosystemen.

Wie kann man einen Garten bienenfreundlich gestalten?

Bestenfalls sollte der Garten nicht aufgeräumt, der Rasen nicht gemäht und Unkräuter nicht entfernt werden, berichtet Hobbyimker Ludger Merkens aus Beyenburg. „Das Optimum wäre, den Garten verwildern zu lassen“, sagt er. Idealerweise würde so am Garten das ganze Jahr über nichts gemacht werden. „Der Garten darf so unaufgeräumt sein, wie man es sich nur vorstellen kann“, sagt er.

Darüber hinaus wäre es für die Insekten gut, wenn es ganzjährig im Garten blüht. So kann gewährleistet werden, dass verschiedene Bienenarten zu ihren unterschiedlichen Aktivitätszeiten stets genügend Nahrung finden. Ferner sollte so wenig Fläche wie möglich versiegelt sein. Pflanzen, die Bienen besonders viel Nahrung liefern, sind etwa Wiesensalbei, Lavendel oder auch Hornklee. Vorzugsweise arbeiten Hobbygärtner mit regionalen Saatmischungen.

Was gilt es zu beachten?

Wer die Möglichkeit im heimischen Garten hat, könnte verschiedene Zonen anbieten. So seien unterschiedliche Strukturen für Wildbienen ideal. Aufgeschichtete Steine können solitär lebenden Bienen Brutmöglichkeiten geben, eine Sandfläche könnte als „Warmzone“ dienen. Eine Ecke im Garten, wo Schnittgut, trockene Halme und Totgehölz liegen bleiben darf, könnte den Bienen Nistmöglichkeiten bieten, so Merkens. Darüber hinaus bevorzugen Bienen hohe Strukturen, beispielsweise Sträucher wie Johannisbeere und Brombeere. Insgesamt bemerke Merkens, dass Gärten oftmals zu aufgeräumt seien, um bienenfreundlich zu sein.

Kann man einen Balkon auch bienenfreundlich machen?

Bei einem Balkon sei es in der Regel nur möglich, Bienen kurzfristige Versorgungsangebote zu geben, so Merkens. Dies sei dem Platz geschuldet. So sei empfehlenswert, nach Möglichkeit eine regionale Mischung aus Früh- und Spätblühern zu pflanzen. Als Gefäße bieten sich neben Blumenkästen auch Kübel an, in denen etwa mehrjährige Pflanzen wie Stauden gepflanzt werden können. Mögliche Pflanzenarten sind für den bienenfreundlichen Balkon etwa Kapuzinerkresse, Verbene oder Küchenkräuter wie Thymian.

Wie schnell setzt Erfolg ein?

Laut Merkens kann es zwischen drei bis fünf Jahre dauern, bis ein bienenfreundlicher Garten den gewünschten Effekt hat.

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