So schützen Sie sich gegen Inkasso-Abzocke

Post von Inkassounternehmen kann jeder bekommen. Dabei werden oft deutlich zu hohe Kosten berechnet. Foto: Bodo Marks/dpa
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Post von Inkassounternehmen kann jeder bekommen. Dabei werden oft deutlich zu hohe Kosten berechnet.

Seit Oktober gelten neue Regeln – Verbraucherzentrale gibt Tipps

-gf- Seit dem 1. Oktober gelten neue Regeln für Inkassokosten: Die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW in Bergisch Gladbach informiert, was sich künftig für Verbraucher verbessert und wo weiter Kostenfallen lauern.

Eine Rechnung vergessen oder im Supermarkt mit Karte bezahlt und das Gehalt war noch nicht auf dem Konto: Post von Inkassounternehmen kann jeder bekommen. Dabei werden oft deutlich zu hohe Kosten berechnet, wie viele Beschwerden in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale zeigen.

Vor solcher Abzocke soll das neue Inkassorecht schützen. „Entlastet werden durch das neue Gesetz besonders Verbraucher, die die Gesamtforderung umgehend zahlen können“, sagt Birgit Vorberg, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW. „Menschen, die Forderungen auf Dauer nicht bedienen können, werden hingegen weiter mit hohen Zusatzkosten durch Inkasso belastet.“ Das müssen Betroffene über Inkassoforderungen wissen:

Inkassogebühren prüfen: Auch wenn Forderungen berechtigt sind, heißt das nicht, dass alle geltend gemachten Inkassokosten zulässig sind. Daher sollten Verbraucher die Kosten prüfen, bevor sie zahlen und sich im Zweifel bei der Verbraucherzentrale beraten lassen. Bisher haben Inkassofirmen – orientiert an den Gebühren von Rechtsanwälten – selbst bei Kleinforderungen bis 50 Euro in der Regel 76,44 Euro berechnet, mehr als den eigentlich geschuldeten Betrag. Künftig dürfen es maximal 32,40 Euro sein. Auch bei Forderungen über 50 Euro zieht der Gesetzgeber einen reduzierten Kostendeckel ein. So werden zum Beispiel bei einer Forderung von 500 Euro im Regelfall künftig noch knapp 53 Euro an Inkassokosten und -auslagen fällig.

Nach der Prüfung schnell zahlen: Wer zahlungsfähig ist und sichergestellt hat, dass die Zahlungsforderung berechtigt ist, sollte nach Erhalt des ersten Inkassoschreibens sofort zahlen. Dadurch senken Verbraucher die Kosten, bei einer Forderung bis 500 Euro zum Beispiel auf 29,40 Euro. Aber Achtung: Die Kostensenkung gilt nur für unbestrittene Forderungen.

Forderungen nicht vorschnell zurückweisen:

Nur wer sicher ist, eine unberechtigte Forderung erhalten zu haben, sollte eine Zahlungsaufforderung unmissverständlich ablehnen. Will man sich zunächst noch vergewissern, sollte man dies gegenüber dem Inkassounternehmen klarstellen und nicht direkt bestreiten, die Rechnung zahlen zu müssen. Wer seine Zahlungspflicht erst einmal abstreitet, weil er meint, die Rechnung schon bezahlt zu haben, muss am Ende mit höheren Kosten rechnen, falls er oder sie sich irrt.

Hintergrund

Inkasso bedeutet banktechnisch, dass Wertpapiere oder Zahlungsmittel durch Kreditinstitute vom Bankkunden übernommen werden und dann dem Emittenten oder Schuldner zwecks Einlösung oder Gutschrift des Gegenwerts vorgelegt werden. Das Inkasso ist Bankgeschäft im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 9 KWG. Dort ist es als „bargeldloser Scheckeinzug“ (Scheckeinzugsgeschäft) und „Wechseleinzug“ (Wechseleinzugsgeschäft) umschrieben. Scheck und Wechsel besitzen heute keine Bedeutung mehr, so dass als Inkassoaufgabe im Bankwesen das Doku- menteninkasso verbleibt.

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