Die Situation für die Landwirte bleibt schwierig

Seit sieben Jahren ist Andreas Kempe Vorsitzender der Ortsbauernschaft Remscheid. Archivfoto: Axel Richter
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Seit sieben Jahren ist Andreas Kempe Vorsitzender der Ortsbauernschaft Remscheid. Archivfoto: Axel Richter

Die Ernteerträge lagen zwar nur leicht unter dem Durchschnitt – doch Reserven fehlen

Von Manuel Böhnke

Zum Ernten war die Witterung der vergangenen Tage gut geeignet. „Mit dem Hafer sind wir fertig, damit ist das Getreide fast durch“, sagt Andreas Kempe. Viel mehr Positives kann der Vorsitzende der Remscheider Ortsbauernschaft dem heißen, trockenen Wetter aber nicht abgewinnen. „Die Erträge sind zwar kein Fiasko, aber wirklich nicht berauschend. Der Regen im Frühjahr hat immerhin dazu geführt, dass die Ernte nur leicht unterdurchschnittlich ist“, sagt er. Weil aber bereits die beiden Vorjahre extrem trocken waren, bekommen die hiesigen Landwirte Probleme.

„Die Erträge sind zwar kein Fiasko, aber wirklich nicht berauschend.“

Andreas Kempe, Vorsitzender der Ortsbauernschaft

Denn bereits vor ziemlich genau einem Jahr berichtete Kempe im Interview mit unserer Redaktion, dass die Futter-Reserven aufgebraucht seien. Auch in diesem Jahr bot sich kaum die Möglichkeit, die Speicher aufzufüllen. „Viele Betriebe verfüttern jetzt schon den ersten Schnitt aus dem Frühjahr“, sagt er. Bleibt das Wetter heiß und trocken, ist es eventuell im Spätsommer notwendig, an die Wintervorräte zu gehen, befürchtet der Landwirt. Kurzfristig wird es dann notwendig, Futter zuzukaufen. „Wenn es allerdings so weitergeht, müssen die Bauern ihre Tierbestände reduzieren.“

Andreas Kempe selbst hält auf seinem Hof 45 Pferde. Auf rund 20 Hektar Grünland hat er bislang Heu und Silage produziert. Die übrigen 15 Hektar standen für den Getreideanbau zur Verfügung. Aufgrund der Trockenheit der vergangenen Jahre hat der 36-Jährige jedoch umgesteuert. Vier Hektar Fläche mehr nutzt er heute als Grünland. Mit diesem Schritt hat er sich dazu entschieden, einen Fokus auf das Grundfutter für das Vieh zu legen. „Ansonsten hätte ich jetzt wohl deutlich größere Probleme“, vermutet Kempe.

Andererseits baut er nun weniger Getreide an, das er vermarkten könnte. „Ich habe mir die Futterproduktion teuer erkauft“, sagt der Remscheider deshalb. Damit ist nicht der Einzige. Viele Landwirte gehen inzwischen den Weg, Fläche, die ursprünglich für den Getreideanbau genutzt wurde, in Grünland oder Maisfelder zu verwandeln. Die Pflanze steht hoch im Kurs. Denn zum einen eignet sie sich sehr gut als Grundfutter. Zum anderen kommt sie mit recht wenig Wasser aus.

Die Erfahrungen dieses und der vergangenen beiden Jahre bekräftigen Andreas Kempe bei einem Thema: „Wir können nicht noch mehr landwirtschaftliche Flächen für Gewerbegebiete oder Wohnbebauung hergeben.“ Sie werden als Futterquellen benötigt. Bereits in der Vergangenheit hat sich Kempe aus diesem Grund gegen die Gewerbepläne für das Gleisdreieck in Bergisch Born ausgesprochen.

Hitze und Trockenheit – seit inzwischen drei Jahren sind diese Themen die Dauerbrenner für die hiesigen Landwirte. Doch nicht nur auf die Entscheidungen ihrer Halter, sondern auch auf das Vieh selbst haben die Temperaturen Einfluss. „Pferde haben eine relativ hohe Temperaturtoleranz“, berichtet Kempe. Wenn sie ein schattiges Plätzchen finden, sind sie zufrieden. Milchkühe haben dem Landwirt zufolge im Sommer schon mehr zu kämpfen. „Sie mögen es eher kalt als heiß“, berichtet der 36-Jährige. Die Vierbeiner brauchen auf jeden Fall Schatten, gerne einen Ventilator im Stall – und vor allem viel Wasser. Mehr als 100 Liter können es pro Tag werden.

Ausbildungsberuf

Landwirt ist steuerlich jeder, der berufsmäßig Landwirtschaft betreibt, der den eigenen oder gepachteten Boden zur Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte bewirtschaftet. Staatlich geprüfte Landwirte erwerben ihre Qualifikation an einer unteren und „höheren Landwirtschaftsschule“ oder „höheren Landbauschule“, die mindestens zwei Jahre umfasst. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung.

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