Treffpunkt Ehrenamt

Silke Riemscheid will das Team neu formieren

So fing bei „Treffpunkt Ehrenamt“ alles an: Silke Riemscheid (r.) und Christa Puppe sind immer noch dabei, Hermann Greger ist aus Burscheid fortgezogen.
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So fing bei „Treffpunkt Ehrenamt“ alles an: Silke Riemscheid (r.) und Christa Puppe sind immer noch dabei, Hermann Greger ist aus Burscheid fortgezogen.
  • VonNadja Lehmann
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Treffpunkt Ehrenamt hat bewährte Mitstreiter verloren – Nächste Sprechstunde ist am 5. Januar.

Burscheid. Treffpunkt Ehrenamt ist noch in der Weihnachtspause. Am 5. Januar will Silke Riemscheid zu Beratung und Gespräch wieder zurück sein, wie gewohnt in den vergangenen Monaten nach vorheriger telefonischer Anmeldung. Und mit dem neuen Jahr soll gleichzeitig frischer Wind ins Ehrenamt fegen und das Team sich neu formieren. „Drei von uns sind auf Dauer weg“, bedauert Silke Riemscheid. Ein Aderlass, zu dem die Pandemie den Weg bereitete. Viele zogen sich zurück; ein wichtiger Mitstreiter wie Hermann Greger verließ Burscheid. „Wir haben das zusammen aufgebaut, Logo und Homepage entwickelt“, blickt Riemscheid auf die Anfänge des Treffpunkt Ehrenamt zurück. Noch knapp vor der Pandemie wollte sie mit Greger und Mitstreiterin Christa Puppe gezielt auf Bald-Rentner zugehen und diese in einer Veranstaltungsreihe auf den neuen Lebensabschnitt vorbereiten. „Das ist eine Idee, die dann die Volkshochschule von uns übernommen hat“, freut sich Riemscheid. Für diese sei sie inzwischen ja auch selbst Botschafterin.

Leicht war die Corona-Zeit für die Ehrenamtler nicht. Denn ihre Arbeit lebt vom Austausch und der Beratung, bringt das Team um Silke Riemscheid doch Interessierte mit der für sie passenden Aufgabe zusammen. Immer donnerstags war sie deshalb mit dem Team im Rathaus anzutreffen. Ein Termin, den das Virus ganz rasch cancelte. Spontane persönliche Gespräche wurden zum Ding der Unmöglichkeit, gut eineinhalb Jahre lang. „Wir haben versucht, die Fahne hochzuhalten“, sagt Riemscheid. Sie wich aufs Telefon aus. Ein Notbehelf, aber besser als nichts. „Wir haben auch in dieser Zeit Anfragen bekommen“, berichtet Riemscheid. „Vor allem von jungen Frauen, die nach einem passenden Ehrenamt suchten.“

Riemscheids Erfahrung half ihr, auch unter diesen Umständen Interessent und Aufgabe zusammenzuführen: „Wir haben öfter ins Schwarze getroffen“, freut sie sich. „Man entwickelt mit der Zeit einen Blick dafür.“ So habe sie eine der Interessentinnen an die Frauenberatungsstelle vermittelt: „Dort sitzt sie inzwischen im Vorstand.“ Man müsse einfach ausprobieren: „Wir finden für jeden und jede das Passende.“ Auf die Generation der jungen Frauen richtet Riemscheid auch ihre Hoffnung, was das Treffpunkt Ehrenamt betrifft. Zu Ende Januar will sie das Team zu einer Besprechung versammeln und gemeinsam nach neuen Wegen und personeller Verstärkung suchen. „Da gibt es auch schon was.“

Corona hat die engagierte Ehrenamtlerin als tiefen Einschnitt erlebt. „Viele haben sich zurückgezogen. Das muss sich erst wieder einspielen“, sagt sie und beobachtet um sich herum psychische Folgen aus Isolation und Rückzug: „Viele sind nicht mehr so energiegeladen.“ Sie selbst hält aus tiefer Überzeugung an ihrem Engagement fest: „Es sind die Zeiten, die sich gerade sehr verändern. Darauf muss man reagieren.“

So hat Treffpunkt Ehrenamt auch beim neu installierten „Lebendigen Adventskalender“ mitgemacht und Beratungen angeboten. Mit Resonanz. „Vormittags kamen zwei Interessierte“, berichtet Riemscheid, nachmittags habe jemand seinen Antrag für die Jubiläums-Ehrenamtskarte gestellt. „Ich glaube, dass man sich am Ende des Berufslebens überlegt, was man machen will und wofür man Zeit hat“, sagt Riemscheid. Der eine wisse das bereits genauer, der andere sei offen für Alles: „Es sind in der Mehrheit Frauen, die kommen. Und sie schicken ihre Männer“, beschreibt Riemscheid. „Denn diese sitzen in der Rente zuhause herum und wollen den Ablauf dort verbessern.“ Es sei ein problematischer Lebensabschnitt insbesondere für Männer, da diese ihren Wert und Sinn stark am Berufsleben festmachten. „Das hat Auswirkungen“, weiß Silke Riemscheid.

Und deshalb will sie weiterhin helfen und beraten, am liebsten wieder im persönlichen Gespräch. „Diese persönliche Begegnung ist mir wichtig.“

Anmeldung für den 5. Januar (oder je nach Terminabsprache): Tel. (0 21 74) 78 60 16.

Treffpunkt Ehrenamt

2010 startete Silke Riemscheid mit den Vorbereitungen zu Treffpunkt Ehrenamt, bei dem sie Interessierte mit dem passenden Ehrenamt zusammenbringt. Regelmäßig ist das Team dazu im Burscheider Rathaus und bietet nach vorheriger Anmeldung einen Gesprächstermin an – immer donnerstags von 10 bis 12 Uhr. „Wir verstehen uns als Brücke zwischen ehrenamtlich engagierten Bürgern und Organisationen und Einrichtungen in Burscheid.“

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