HIlfe

Alzheimer: Sie können sich den Ballast von der Seele reden

Ein Mann hält die Hand seiner Ehefrau, die an Alzheimer erkrankt ist. Er pflegt sie Zuhause. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild
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Ein Mann hält die Hand seiner Ehefrau, die an Alzheimer erkrankt ist. Er pflegt sie Zuhause.

Am kommenden Mittwoch, 12. Januar, gibt es wieder ein Online-Treffen für pflegende Angehörige.

Von Susanne Koch

Wer nicht in der Situation ist, kann es sich nur sehr schwer vorstellen. Und er bekommt vor allem auch die Dimension nicht mit, die es bedeutet, einen nahen Angehörigen zu pflegen. Der körperliche Einsatz – wenn auch mit Unterstützung von Pflegediensten – ist das eine, das andere – oft schwerwiegendere – ist es den Partner als Begleiter, als Gesprächspartner verloren zu haben. Oftmals sind pflegende Angehörige auf sich alleine gestellt. Viele Selbsthilfegruppen, die es vor der Corona-Pandemie gab, treffen sich teilweise gar nicht mehr oder teilweise nur sehr unregelmäßig.

„Ich habe 30 Jahre lang eine Pflegeeinrichtung geleitet und bin jetzt beruflich im Ruhestand.“

Michael Corts, Moderator

„Wir haben daher ein Online-Treffen für pflegende Angehörige im Frühjahr vergangenen Jahres eingerichtet“, sagt Michael Corts, der das Online-Treffen ehrenamtlich moderiert. Michael Corts bringt Erfahrung mit, er sagt: „Ich habe 30 Jahre lang eine Pflegeeinrichtung geleitet und bin jetzt beruflich im Ruhestand.“ Das Treffen findet jeden zweiten Mittwoch im Monat statt. Das nächste ist also am 12. Januar, um 17 Uhr. „Es ist wichtig, dass sich Interessierte anmelden, damit unter anderem auch der Datenschutz eingehalten werden kann.“ Die Angemeldeten würden dann die Zugangsdaten erhalten.“

Die Treffen haben bisher fünf bis zehn Teilnehmer. Es ist eine Selbsthilfegruppe. „Also bringe ich mich selber nur ganz selten oder bei konkreten Fragen ein, die ich sofort aufgrund meiner beruflichen Vergangenheit beantworten kann“, sagt Michael Corts. „Den Teilnehmern geht es oft darum zu erzählen“, sagt er. „Sie berichten von Situationen, die sie sehr belasten, sprechen sich also Ballast von der Seele.“ Andere Teilnehmer würden sich eher im Hintergrund halten, zuhören, was die anderen Mitmachenden zu erzählen haben. „Auch das kann die Menschen entlasten, wenn sie mitbekommen, dass sie nicht alleine in so einer Situation sind, sondern es Menschen gibt, die Ähnliches erleben und empfinden“, sagt Michael Corts.

Träger ist Der Paritätische. Interessierte, die noch unsicher sind im Umgang mit Online-Gesprächen, können sich gerne an die Fachkraft im Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe (der Paritätische), Inken Feldhoff, unter Tel. (0 22 41) 4 93 93 01 wenden. „Wer unsicher ist, bekommt dort Unterstützung“, sagt Michael Corts. Weil das Treffen online veranstaltet wird, ist der Kreis größer angelegt, als das bei einer Selbsthilfegruppe sonst möglich ist. Die Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe Leverkusen, Rheinisch-Bergischer und Rhein-Sieg Kreis sowie Bonn bieten nämlich dort pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, sich digital auszutauschen.

„Angehörige zu pflegen ist für viele Menschen ein Fulltimejob. Neben der körperlichen und seelischen Anforderung spüren Betroffene, dass auch ihr eigenes Leben aus den Fugen gerät“, sagt Michael Corts. „Wer jemanden pflegt, hat wenige Gelegenheiten, sich mit anderen auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation sind.“ In Pflegeselbsthilfegruppen können pflegende Angehörige miteinander in Kontakt kommen. „Hier unterstützen sie sich gegenseitig und entlasten sich beispielsweise über Gespräche.“

Die Teilnahme an dem Treffen ist mit dem Computer, Laptop, Tablet oder dem Smartphone möglich. „Eine stabile Internetverbindung sowie ein Mikrofon und eine Kamera sollten vorhanden sein“, sagt der Moderator der Gruppe. „Wenn der Kreis der Angemeldeten zu groß wird, gibt es auch die Möglichkeit, die Gruppe zu teilen“, sagt Michael Corts. „Das ist wichtig, damit in den anderthalb Stunden auch alle zum Zuge kommen, die sich gerne mitteilen wollen.“ Dem Paritätischen sei sehr an der Unterstützung der M;enschen gelegen.

Weitere Informationen

Online Selbsthilfegruppe Die Treffen finden jeden zweiten Mittwoch im Monat statt. Das nächste Treffen sit am Mittwoch, 12. Januar um 17 Uhr.

Anmeldung Die Anmeldung ist möglich unter pflegeselbsthilfe-rbk@paritaet-nrw.org

Fragen Wer unsicher ist und weitere Fragen hat, wendet sich bitte an Inken Felderhoff (Fachkraft der Kontaktsstelle Der Paritätische). Tel. (0 22 41)  4 93 93 01

Teilnahme Per Computer, Tablet, Laptop oder Smartphone. Internetzugang, Kamera und Mikrofon müssen funktionieren.

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