Pandemie

Senioren machen sich Gedanken übers Impfen

Ein kleiner Pieks: Fast jeder denkt über die Corona-Impfungen nach. Wann kommt man dran, welches Vakzin ist das richtige? Foto: Michael Schütz
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Ein kleiner Pieks: Fast jeder denkt über die Corona-Impfungen nach. Wann kommt man dran, welches Vakzin ist das richtige?

Impfkampagne ist Thema in vielen Familien.

Von Ursula Hellmann

Burscheid. Aktuelles Thema in den Telefonaten zwischen Freundinnen im Seniorenalter: „Bist du schon geimpft?“ Dass es dabei nicht um den Schutz gegen Grippe handelt, ist jeder Frau nur allzu klar. Ob die Damen jedoch genau erklären könnten, was die Typenbezeichnungen Vector und mRNA bedeuten? Eine ultrakurze Beschreibung: Vector-Impfstoffe sind ein Stück vom originalen DNA-Bauplan – mRNA steht dagegen für eine Kopie des DNA-Bauplans.

Aus der Schulzeit bekannt, und in jedem Winter wieder neu aktuell, werden Schutzimpfungen gegen „normale“ Volkskrankheiten wärmstens empfohlen und auch großflächig wahrgenommen. Dass die gegenwärtige Bedrohung diesmal globales Ausmaß annahm, ist eine für die jetzige Generation nie gekannte Gefahr. Fieberhafte Forschungen, halbe und ganze Ergebnisse, glaubhafte und irritierende Informationen aus allen Kanälen – wer findet sich noch zurecht? Welche Meinungen kursieren unter den Einwohnern Burscheids über das Impfen?

„Wir werden die Möglichkeit in Anspruch nehmen, in der Hoffnung, dass unser Alltag danach ein gutes Stück einfacher verlaufen kann.“

Gunnel und Manfred Durdel

Das Bild jedenfalls sieht völlig anders aus als in früheren Impfkampagnen. Damals fühlte sich keiner abschätzig betrachtet, ob er nun einen vollen oder leeren Impfpass bei sich trug. Für die Beziehungen innerhalb der Familien und Freunde spielte das nicht die geringste Rolle. Schön wär’s, wenn das auch dieses Mal noch gelten würde. Hier und da prallen die Argumente aber aufeinander wie scharfe Geschosse. Natürlich möchte keiner der Kontrahenten seinen Standpunkt öffentlich unterschreiben – da sind die menschlichen Bande doch immer noch stärker als die eigene Rechthaberei. Meistens geht es ja auch moderater zu, wenn das Thema Impfen hochkommt. Ängste, Unsicherheiten und Befürchtungen sind aber überall präsent.

Das Ehepaar Manfred und Gunnel Durdel äußert sich gerne zur eigenen Entscheidung: „Da inzwischen die Senioren aus den Geburtsjahren vor 1940 ihre Impftermine wahrnehmen konnten, warten jetzt die nächsten Jahrgänge auf eine zeitlich festgelegte Einladung. Wir werden auf jeden Fall diese Möglichkeit in Anspruch nehmen, in der festen Hoffnung, dass unser Alltag danach ein gutes Stück einfacher verlaufen kann.“ Und weiter: „Auch wenn es laute Kritik gibt, scheint uns die Zahl von Nebenwirkungen im Gesamtbild eher geringfügig. Es wäre sinnvoll, dass sich die Impfzentren bald um ortsnähere Praxen erweitern. Wir denken, die momentanen Warteschlangen werden sich dadurch entzerren. Hoffentlich erhöhen sich auch die Liefermengen der meist genutzten Impfstoffe, so wie zugesagt.“

Auch Georg Pawlak hat sich schon nach Impfterminen erkundigt

Obwohl der Schriftsteller und Poet Georg Pawlak (77) die Kritiken an der Handhabung des Astrazeneca-Serums kennt, hat er sich bereits erkundigt, ob für seine Jahrgangsstufe bereits Terminvorgaben zu erfahren sind. Doch noch muss er warten, bis ihm das amtliche Schreiben ins Haus flattert.

Er hofft, dass die Betroffenen sich auch für einen anderen Impfstoff entscheiden können, ohne irgendwelche Nachteile im Verteilmodus zu riskieren. Für seine künstlerische Tätigkeit wünscht er sich natürlich eine baldige Erleichterung bezüglich Kulturveranstaltungen aller Art.

Langeweile kennen er und seine Ehefrau trotzdem nicht. Seit 2005 sind bei Georg Pawlak über tausend Gedichte entstanden und über vierzig Gemälde bei seiner begabten Partnerin.

Sputnik V: Zulassungsverfahren läuft

Biontech, Astrazeneca, Moderna: Dazu soll sich nun der russische Impfstoff Sputnik V gesellen. In rund 50 Staaten wird es bereits geimpft; Europa dagegen hatte lange gezögert. Die Europäische Arzneimittelbehörde hat inzwischen das Prüfverfahren eröffnet. Russland hatte im August bekanntgegeben, dass es einen Impfstoff entwickelt hat – und war damit das erste Land, das ein Vakzin zuließ. Sputnik V ist ein Vektor-Impfstoff, von dem der EU-Binnenmarktkommissar nun erklärte, er komme für Europa schlicht zu spät.

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