Seine Eltern starben beide an Covid-19

Frank Ladwig wünscht sich nach dem Tod seiner Eltern durch Covid-19 mehr Verständnis für die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Foto: Michael Schütz
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Frank Ladwig wünscht sich nach dem Tod seiner Eltern durch Covid-19 mehr Verständnis für die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Foto: Michael Schütz

Frank Ladwig appelliert, mit Blick auf die Pandemie weiter vorsichtig zu sein

Von Simone Theyßen-Speich

Gerade sechs Wochen ist es erst her, dass Frank Ladwig seinen Vater an Covid-19 verloren hat, nur 13 Tage vorher ist seine Mutter verstorben – ebenfalls an dem heimtückischen Virus. „Das war natürlich kurz vor Weihnachten ein schwerer Schicksalsschlag“, erzählt Frank Ladwig. Die Tatsache, dass seine Eltern mit 91 und 93 Jahren hoch betagt waren, tröstet ihn in seiner Trauer um die geliebten Eltern nur wenig.

„An Covid-19 zu sterben, ist ein sehr einsamer Tod.“

Frank Ladwig, Angehöriger

Aber Frank Ladwig, der auch in der Todesanzeige sehr offen mit dem Thema umgegangen ist und zum Gespräch darüber eingeladen hat, möchte nicht sein eigenes Familienschicksal in den Mittelpunkt stellen. „Mir geht es vielmehr darum, an die Corona-Leugner und all diejenigen, die die notwendigen Maßnahmen und Einschränkungen kritisieren, zu appellieren.“ Auch die Relativierung der Corona-Toten mit der Zahl derjenigen, die jedes Jahr an Grippe versterben, hält er für unredlich. „An Covid-19 zu sterben, ist ein sehr einsamer Tod.“

Er habe seine Eltern in der letzten Phase ihres Lebens nicht mehr sehen oder begleiten können. „Sie sind gestorben, ohne dass wir sie noch einmal sehen konnten“, bedauert der Sohn. „Meine Mutter ist regelrecht erstickt, wie mein Vater gestorben ist, weiß ich bis heute nicht ganz genau.“ Zuletzt seien sie aufgrund der Infektionslage isoliert worden. Für diese notwendige Maßnahme habe er aber grundsätzlich Verständnis.

„Alle, die Ärzte, die Pflegekräfte und die Verantwortlichen der Stadt, sind bemüht, die Pandemie in den Griff zu bekommen“, so Ladwig. Wie schwer die Arbeit des Pflegepersonals derzeit ist, musste er auch an anderer Stelle erfahren. „Meine Frau wurde jetzt gerade an einem Gehirn-Tumor operiert und ich konnte mitbekommen, wie ernst die Lage auf den Intensivstationen ist, wo ja auch Personal an Corona infiziert ist.“

Wenn man dann sehe, dass es immer noch Corona-Leugner gebe, wundere er sich, dass die Angehörigen der mittlerweile in allen Städten um die 100 Toten im Bergischen nicht auf die Barrikaden gehen. „Ich selbst muss aufpassen, diesen Menschen gegenüber nicht zu intolerant zu werden.“

Deshalb sucht Frank Ladwig das öffentliche Gespräch. Traurig für die Angehörigen sei auch, dass die Beerdigungen nur im kleinen Rahmen stattfinden können. „Wir waren nur mit der engsten Familie dabei, dabei hatten meine Eltern einen großen Bekanntenkreis, haben bis ins hohe Alter aktiv getanzt.“

Zuletzt habe er – auch bedingt durch die Schwerhörigkeit der Mutter – kaum noch mit ihnen telefonieren können. „Meine Schwester konnte sie noch einmal bei einer Videokonferenz, die vom Heim eingerichtet wurde, kontaktieren“, so Frank Ladwig. „Ich bin einfach entsetzt darüber, dass es so viele kalt lässt, dass Menschen einsam sterben, ohne dass ihre Lieben an ihrem Bett sitzen können. Die aktuellen Einschränkungen sind angesichts dieser Tragödien da wohl zumutbar.“

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