Evangelische Kirchengemeinde

Seelsorge ist für Hannelore Schmiss sehr wichtig

Hannelore Schmiss ist Prädikantin der Evangelischen Kirchengemeinde. Sie darf Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Beerdigungen durchführen. Foto: Doro Siewert
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Hannelore Schmiss ist Prädikantin der Evangelischen Kirchengemeinde. Sie darf Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Beerdigungen durchführen.

72-Jährige ist seit 1995 Prädikantin der Evangelischen Kirchengemeinde.

Von Claudia Radzwill

Burscheid. Hannelore Schmiss ist Prädikantin der Evangelischen Kirchengemeinde. Im letzten Jahr feierte sie Jubiläum. 25 Jahre war sie im Ehrenamt tätig. „1995 wurde ich ordiniert“, berichtet sie. 2022 ist ihr 26-jähriges Amtsjahr – und das Ehrenamt liegt ihr noch genauso am Herzen wie am Anfang. Als Prädikantin darf sie Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Beerdigungen durchführen. Hannelore Schmiss macht es gerne, hat im Laufe der Jahre immer wieder festgestellt, wie wichtig ihr selbst die Seelsorge ist. „Sie liegt mir am Herzen“ sagt sie. Zehn Jahre war sie auch in der Notfallseelsorge tätig.

„Ich war schon in jungen Jahren der Kirche verbunden. Ich bin jemand, der sich gerne engagiert“, sagt die 72-Jährige. Eigentlich wollte sie Pastorin werden, hat dann aber Pädagogik studiert, unter anderem an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal. „Doch wie das so ist im Leben, kommt vieles anders als man denkt,“ sagt die Prädikantin. Nach ihrer ersten Heirat kamen zwei Kinder, sie brach das Studium ab. Ihr Mann ging beruflich nach Jordanien und sie ging mit. Drei Jahre lebte sie in dem arabischen Land, 1985 ging sie mit den Kindern zurück nach Deutschland. Sie baute sich als alleinerziehende Mutter eine neue Existenz auf. „In den 1980er-Jahren war das nicht einfach“, blickt sie zurück. Nachts hat sie als Taxifahrerin gearbeitet, um tagsüber für die Kinder da zu sein.

„Ich spüre, wie die Senioren besonders jetzt die Gottesdienste brauchen.“

Hannelore Schmiss, Prädikantin

Mit ihrem heutigen Ehemann Peter kam sie 1989 mit der Familie nach Burscheid. Über das Taufgespräch für die jüngste Tochter kam der Kontakt zur hiesigen Kirchengemeinde zustande – und Hannelore Schmiss fühlte sich von Anfang sofort hier wohl. „In der Gemeinde wie auch in Burscheid“, sagt sie. Der damalige Pfarrer Gerhard Schauen sprach sie an, ob sie nicht Prädikantin werden wollte, das Presbyterium schlug sie der Landeskirche vor. „Zwei Jahre dauert der Lehrgang,“ berichtet sie.

Einmal im Monat hält sie meist Gottesdienste in Burscheid und Hilgen – und sie ist regelmäßig Gast in der Predigtstätte im evangelischen Altenzentrum Luchtenberg-Richtartz-Haus – „Mein zweites Zuhause“, erklärt sie – von 2001 bis 2014 hat Hannelore Schmiss im Altenzentrum gearbeitet.

Die Corona-Zeit gehe gerade an alten Menschen nicht spurlos vorüber. „Ich spüre, wie die Senioren besonders jetzt die Gottesdienste brauchen.“ Die Lockdowns, die Kontaktbeschränkungen hinterlassen Wunden. Sobald es ging, hat Schmiss die Gottesdienste für die Senioren wieder aufgenommen. „Zunächst im Freien, die Bewohner und Bewohnerinnen kamen mit Abstand auf die Terrasse oder verfolgten die Predigt an den Fenstern,“ blickt sie zurück. Beim Gebet „Vater unser“ sind anfangs sogar Tränen geflossen, erinnert sie sich – das hat sie tief berührt.

Was Hannelore Schmiss auch wichtig ist: „Die Ökumene.“ In Burscheid und Hilgen funktioniert die Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden. Weltgebetstag, interkulturelles Frühstück – das Miteinander von christlicher und islamischer Seite sei geprägt von Offenheit, Toleranz und gegenseitigem Respekt. „Das ist sehr schön.“

Dreijähriger Jordanien-Aufenthalt erleichtert die Flüchtlingshilfe

Zusammen mit Ehemann Peter ist Hannelore Schmiss seit Jahren auch in der Flüchtlingshilfe aktiv, hilft Neubürgern und Neubürgerinnen. Sie geben Unterstützung bei Behördengängen, beim Ausfüllen von Formularen, bei der Suche nach Sprachkursen.

Hannelore und Peter Schmiss bringen ihnen auch die deutschen Gesetze und Rechte nah, denn: „Wer in Deutschland leben möchte, der muss sich integrieren können“, sagt Hannelore Schmiss. Dabei kommt ihr zugute, dass sie einige Jahre in Jordanien lebte – und sie die arabische Mentalität, das differenzierte Rollenverständnis kennt. Hilfe zur Selbsthilfe leisten, so umschreibt sie die Unterstützung, die für sie und ihren Mann auch zum Christsein gehört.

Kochgruppe

Hannelore und Peter Schmiss leiten zusammen mit Brigitte Berger auch eine interkulturelle Kochgruppe – die trifft sich ab Februar wieder montags im Tri-Café. „Wir wollen damit ein multikulturelles niederschwelliges Angebot schaffen“, sagt Hannelore Schmiss. Wer mitmachen will, kann sich bei ihr melden, unter Tel. (0 21 74) 6 44 76. Jede Nationalität sei herzlich willkommen.

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