Sechs häufige Irrtümer zum Pfand

Die Pfandpflicht gilt zwar sei Anfang Januar. Es gibt aber eine Übergangsfrist von sechs Monaten. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa
+
Die Pfandpflicht gilt zwar sei Anfang Januar. Es gibt aber eine Übergangsfrist von sechs Monaten. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa

Neues Gesetz gilt seit Januar – Verbraucherzentrale Bergisch Gladbach klärt auf

Von Annika Lamm

Alles klar beim Pfand? Viele Getränkeverpackungen sind mit einem Pfand belegt. Bei Mehrwegflaschen dient es dazu, dass die Glas- oder PET-Flaschen möglichst alle zurückgegeben werden, neu befüllt werden können und somit lange im Kreislauf bleiben. Bei Einwegflaschen und Getränkedosen besteht seit 2003 eine Pfandpflicht. Damit sollte ein Anreiz geschaffen werden, Mehrweg zu nutzen. Gleichzeit soll das Einweg-Pfand dafür sorgen, dass die leeren Getränkeverpackungen im Recycling und nicht im Müll oder in der Natur landen. „Gerade weil Einweg- und Mehrweg-Pfand unterschiedlich geregelt sind, gibt es eine Menge Verwirrung“, sagt Brigitte Becker, Leiterin der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW in Bergisch Gladbach. „Und ab 2022 gelten zudem einige neue Regeln.“ Die Bergisch Gladbacher Beratungsstelle der Verbraucherzentrale klärt auf.

Irrtum 1

Ab sofort ist auf allen Einwegflaschen und Getränkedosen Pfand

Zwar ist seit 1. Januar laut Verpackungsgesetz auf alle Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen das 25-Cent-Pflichtpfand zu erheben und viele bisherige Ausnahmen – zum Beispiel für Frucht- und Gemüsesäfte in PET-Flaschen oder Prosecco in der Dose – fallen weg. Aber es gibt noch eine Übergangsfrist bis 1. Juli. Bis dahin dürfen Restbestände verkauft werden. Verbraucher sollten achten, ob beispielsweise auf der Orangensaftflasche aus Kunststoff bereits das Einwegpfand-Logo (Flasche und Dose mit Pfeil) zu sehen ist. Dann gibt es das gezahlte Pfand im Handel zurück. Pfandfreie Flaschen und Dosen gehören wie bisher in den gelben Sack oder in die Wertstofftonne.

Irrtum 2

Pfandbons müssen sofort eingelöst werden

Stimmt so nicht. Juristisch werden Pfandbons wie Gutscheine behandelt und sind drei Jahre lang gültig. Allerdings verliert das Thermopapier der Bons häufig vorher seine Lesbarkeit. Deshalb sollte man nicht zu lange warten.

Irrtum 3

Einwegflaschen und Getränkedosen können in jedem Laden zurückgeben werden

Leider nein. Die Pfanderstattung ist nur möglich in Geschäften, die selbst Getränke in Einweg-Verpackungen verkaufen. Diese Händler sind dann aber dazu verpflichtet, auch Einwegflaschen und Dosen anzunehmen, die sie nicht im Sortiment haben. Eine Ausnahme gilt für sehr kleine Läden, etwa Kioske. Sie müssen nur Leergut solcher Marken und Materialien zurücknehmen, die sie selbst auch verkaufen.

Irrtum 4

Bei zerbeulten Plastikflaschen oder Dosen hat man Pech und das Pfand ist weg

Nein, auch zerbeulte Flaschen und Dosen müssen angenommen und das Pfand ausbezahlt werden. Einzige Voraussetzung ist, dass das Einweg-Pfandlogo noch zu erkennen ist. Wenn der Automat es nicht lesen kann, muss das Pfandgut an der Kasse angenommen werden. Klappt das nicht und ist auch die Geschäfts- oder Filialleitung uneinsichtig, können sich Verbraucher bei der „Unteren Abfallbehörde“ beschweren, die meist im kommunalen Umweltamt angesiedelt ist.

Irrtum 5

Flaschen, die im Pfandautomaten landen, werden weiter benutzt

Das trifft nur für Mehrwegflaschen mit acht oder 15 Cent Pfand zu. Diese werden gespült und bis zu 30 Mal, Glasflaschen sogar bis zu 50 Mal wiederverwendet. Flaschen und Dosen mit Einweg-Pfand von 25 Cent hingegen werden noch im Pfandautomaten zerquetscht und danach dem Recycling zugeführt. Sie werden also doch nur einmal benutzt.

Irrtum 6

Das Mehrweg-Pfand ist wie das Einweg-Pfand gesetzlich geregelt

Nein. Für Mehrwegflaschen ist die Pfand- und Rücknahmepflicht nicht im Verpackungsgesetz geregelt. Vielmehr sind Pfandhöhe und die Erstattung bei Mehrweg zivilrechtliche Vereinbarungen. Grundsätzlich besagt ein solcher Vertrag, dass der Händler, bei dem das Pfand hinterlegt wurde, bei der Rückgabe dieser Flasche das Pfand erstatten muss. Will man sichergehen, sein Pfandgeld zurückzubekommen, sollte man Flaschen und Kästen also dort zurückgeben, wo man sie gekauft hat. In Zweifelsfällen können Verbraucher den Kassenbon als Beweismittel nutzen.

Weitere Infos

Weiterführende Links , bei denen Informationen und Fragen und Antworten zum Einweg-Pfand – auch „Dosenpfand“ genannt –zu finden sind, gibt es für Bürgerinnen und Bürger auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW.

verbraucherzentrale.nrw/node/11505

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Sparkassenvorplatz sorgt für Diskussionen
Sparkassenvorplatz sorgt für Diskussionen
Sparkassenvorplatz sorgt für Diskussionen
Klarinette und Trompete umgarnen sich am Kulturbadehaus
Klarinette und Trompete umgarnen sich am Kulturbadehaus
Klarinette und Trompete umgarnen sich am Kulturbadehaus
Bürger dürfen bei der Sanierung mitentscheiden
Bürger dürfen bei der Sanierung mitentscheiden
Bürger dürfen bei der Sanierung mitentscheiden
28-jähriger Autofahrer durchbricht Leitplanke und prallt gegen Baum
28-jähriger Autofahrer durchbricht Leitplanke und prallt gegen Baum
28-jähriger Autofahrer durchbricht Leitplanke und prallt gegen Baum

Kommentare