Scouts führen durch die digitale Welt

Beim Cybergrooming geben sich Erwachsene in sozialen Netzwerken als Jugendliche aus. Symbolfoto: Leon Hohmann
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Beim Cybergrooming geben sich Erwachsene in sozialen Netzwerken als Jugendliche aus. Symbolfoto: Leon Hohmann

Lotsen stehen Mitschülern zur Verfügung – Workshop befasst sich mit dem Cybergrooming

Von Leon Hohmann

Sie helfen bei Fragen rund um die digitalen Medien – und noch viel wichtiger: Sie klären vor allem über die Gefahren im Internet und den sozialen Medien auf. Mittlerweile sind an fast allen weiterführenden und Förderschulen im Rheinisch-Bergischen Kreis sogenannte Medienscouts im Einsatz. Die Lotsen sind selbst Schülerinnen und Schüler und stehen ihren Klassenkameradinnen und Klassenkameraden im digitalen Kosmos mit ihrer Unterstützung altersgerecht zur Seite. Beratungslehrkräfte der Schulen helfen den jungen Scouts dabei, diese Herausforderungen zu meistern.

Ganz aktuell unterstützen Pädagoginnen nun die Medienscouts beim Thema Cybergrooming. Dabei geben sich Erwachsene online als Gleichaltrige aus, sprechen die Kinder und Jugendlichen an und belästigen sie. In einigen Fällen kam es sogar schon zu sexuellem Missbrauch.

Pädagogen unterstützen die jugendlichen Medienscouts

Damit sie dieser digitalen Gefahr vorbereitet begegnen können, erhielten die Teilnehmenden beim Workshop durch Fachleute von Medienscouts NRW und der Präventionsfachdienste der Region viele wertvolle Hinweise, um ihrerseits wiederum die Medienscouts fitzumachen. Dabei ging es zunächst um die Begriffsklärung, die verschiedenen Formen und den Ablauf des Cybergroomings. Die Täter sind beim Cybergrooming auf beliebten Plattformen wie TikTok und Snapchat oder in Videospielen wie Fortnite unterwegs, um dort ihre Opfer zu finden. Meistens geht es mit harmlosen Gesprächen los, dann werden die Kinder und Jugendlichen gedrängt, Bilder und Videos von sich zu schicken oder sogar sich zu treffen.

Regeln im Umgang mit Fremden sind wichtig

Das Experten-Team zeigte Wege auf, wie das Thema in der Arbeit mit den Medienscouts aufgegriffen werden kann, um diese in die Lage zu versetzen, Kinder und Jugendliche für die Gefahr zu sensibilisieren. Dabei stand im Mittelpunkt aufzuzeigen, an welchen Stellen besondere Vorsicht geboten ist und wann es notwendig ist, die Reißlinie zu ziehen. Dazu zählen unter anderem klare Regeln für den Umgang mit Fremden im Chat, die die Medienscouts an ihre Mitschüler weitergeben. Zudem erhielten die Beratungslehrkräfte Kontakte zu Anlaufstellen, wenn sie weitere Hilfe benötigen.

Probleme werden in der Krise deutlich

Die Lehrkräfte machten in dem Workshop deutlich, dass durch Corona viele Probleme im Umgang mit digitalen Medien sichtbar geworden sind und Kinder und Jugendliche Hilfestellung und Orientierung benötigen. „Die Treffen mit Scouts von anderen Schulen und außerhalb der eigenen Schule haben unseren Medienscouts immer einen großen Motivationsschub für ihre Arbeit gegeben“, so Stefan Rosenthal, der das Projekt an der Integrierten Gesamtschule Paffrath in Bergisch Gladbach betreut. Das Projekt Medienscouts NRW wurde 2012 von der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) ins Leben gerufen.

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