Bildung

Schule kommt mit digitalem Unterricht gut zurecht

Kommen digital klar: die Johannes-Löh-Gesamtschule und Leiterin Angelika Büscher. Fotos: Nadja Lehmann, Doro Siewert
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Kommen digital klar: die Johannes-Löh-Gesamtschule und Leiterin Angelika Büscher. 

Die Johannes-Löh-Gesamtschule setzt den Stundenplan eins zu eins um – Probleme mit digitaler Plattform gibt es nicht.

Von Nadja Lehmann

Die Schüler können sich nicht einwählen, die Lernplattformen brechen in Serie zusammen. Angelika Büscher kennt diese Schlagzeilen natürlich. Aber, wie die Leiterin der Johannes-Löh-Gesamtschule erleichtert bekennt, „nicht aus eigenem Erleben.“ Die vom Land NRW bereitgestellte Plattform „Logineo“ läuft.

Eigentlich ist Büscher eine entschiedene Verfechterin des Präsenzunterrichts. „Er ist besser“, findet die Pädagogin. Aber nun ist im verschärften Lockdown wieder der Distanzunterricht das Gebot der Stunde. Die Johannes-Löh-Gesamtschule hat sich darauf eingestellt. „Es läuft richtig gut. Ich würde sagen: Auch Schülern, Lehrern und Eltern geht es gut“, fasst Büscher zusammen.

„Wir kommen besser zurecht als im ersten Lockdown.“
Schulleiterin Angelika Büscher

Denn im Kern gibt es Auf dem Schulberg keine Kompromisse. „Wir setzen den Stundenplan eins zu eins um. Bloß eben digital, als Videokonferenz.“ Die Ausnahme bildet der Sport. „Aber auch da arbeiten die Kollegen schon an Lösungen. Bewegung ist schließlich wichtig, vielleicht gerade jetzt“, sagt Büscher. So wurden Fitnesspläne eingestellt, denen die Schüler in Eigenregie folgen können.

Johannes-Löh-Gesamtschule

„Wir kommen deutlich besser zurecht als im ersten Lockdown“, findet die Schulleiterin. Das aber kommt nicht von ungefähr: Die Lehrer nehmen seit Monaten an Fortbildungen teil – einzeln und in Gruppen. Mittlerweile hat sich daraus ein gutes IT-Team herauskristallisiert. „Die Kollegen haben tolle Erklärvideos erstellt“, erzählt Büscher. „Für Schüler und fürs Kollegium, idiotensicher.“ Deshalb kann man Logineo bereits sehr differenziert nutzen: Kann Untergruppen bilden, Schüler zusammenschalten, kann Aufgaben verteilen, korrigieren und zurückgeben. „Denn unser Ideal ist es ja nicht, dass unsere Schüler frontal vor dem Bildschirm sitzen“, sagt Büscher und lacht. Die tun ihrer Beobachtung nach aber auch meist nichts dergleichen: „Ich bin beeindruckt, wie die Schüler sich gegenseitig helfen.“ Und auch die eingerichteten Lernzeiten werden gern genutzt: Dann müssen sich die Schüler nicht einloggen, können es aber und einen Lehrer für Nachfragen, Erläuterung und Gespräch kontaktieren. „Das wird gern genutzt. Der Bedarf nach sozialen Kontakten ist groß“, sagt Büscher.

Eine Notbetreuung gibt es für die Klassen 5 und 6 sowie für Schüler mit besonderem Förderbedarf. Noch im alten Jahr hatte die Johannes-Löh-Gesamtschule in ihren Räumen digitale Plätze eingerichtet, so dass die Schüler sich von der Schule aus am digitalen Unterricht beteiligen konnten. Rund 20 Kinder der Klassenstufen 5 bis 7 hätten daran teilgenommen, berichtet die Schulleiterin. Mit der Wiederauflage des Distanzunterrichts fielen die siebten Klassen aus der Notbetreuung heraus: „Daraufhin haben wir ganz unkompliziert entschieden, dass wir unsere Geräte ausleihen.“

Denn natürlich bringen nicht alle Schüler die gleichen technischen Voraussetzungen mit. „Aber alle haben ein Smartphone. Damit können sich die meisten behelfen.“ Und: Da gibt es ja schließlich noch den Digitalpakt. 150 Tablets hat die Johannes-Löh-Gesamtschule da in Aussicht. „Dann könnten wir alle angemeldeten Bedarfe decken.“ Allerdings sind die Tablets noch nicht eingetroffen, und der Liefertermin, zuletzt für Dezember angekündigt, ist ungewiss: Der Bedarf allerorts ist einfach zu groß.

Klassenarbeiten sind zunächst ausgesetzt. Schlecht für die Schüler, die zwischen zwei Noten stehen und die sich im Schlusssprint noch verbessern wollten. „Wir haben die Möglichkeit, kleinere Leistungsüberprüfungen auch digital vorzunehmen“, sagt Büscher. Allerdings gelte voll umfänglich noch die Ausbildungs- und Prüfungsordnung: „Da müsste es eine Änderung durch das Land geben.“ Denn es habe natürlich Schüler gegeben, die das digitale Lernen zunächst zum „Chillen“ genutzt hätten: „Die Schere zwischen den Schülern, die schon während des ersten Lockdowns gut gearbeitet haben, und den anderen geht auseinander.“

Doch die „Generation Corona“ rechnet Büscher nicht automatisch den Verlierern zu. Im Gegenteil. „Sie lernen eine neue Form der Selbstverantwortung.“ Sie ist überhaupt stolz: „Was Schüler und Lehrer in diesen Monaten dazugelernt haben, ist gigantisch.“ Das verleihe ihr Kraft: „Es ist noch nicht alles perfekt. Aber wir sind auf dem Weg.“ Aber ob es am 29. Januar tatsächlich Halbjahreszeugnisse gibt, da ist sie doch etwas skeptisch: „In der Schule wohl nicht.“

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