Mobilität

Schulbus hält jetzt auch an der Kreisstraße

Neue Schulbushaltestelle in Grünscheid: Stefan Cserep (Leiter Baubetriebshof), Bürgermeister Stefan Caplan, Angelika Latzel-Jörgens und Frank Jörgens beim Ortstermin (von links).
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Neue Schulbushaltestelle in Grünscheid: Stefan Cserep (Leiter Baubetriebshof), Bürgermeister Stefan Caplan, Angelika Latzel-Jörgens und Frank Jörgens beim Ortstermin (von links).

Teamlösung: Stadt, Latzel Reisen und Kreis ziehen in Grünscheid an einem Strang.

Von Nadja Lehmann

Pünktlich zum Ende der Sommerferien ist sie da: die neue Schulbushaltestelle an der Kreisstraße 9 in Grünscheid am Abzweig Imelsbach. Gestern stellte Bürgermeister Stefan Caplan sie ganz offiziell vor. Und das tat er nicht allein. Denn, wie Caplan betonte, sei die neue Haltestelle im schönsten Teamwork entstanden. So waren dann auch Angelika Latzel-Jörgens und Ehemann Frank Jörgens von Latzel Reisen ebenso gekommen wie wie Stefan Cserép, Leiter des städtischen Baubetriebshofs.

Zwar gab es auf Höhe Imelsbach schon immer eine Haltestelle, aber eher eine inoffizielle. „Es gab keine Aufstellfläche. Vorne war die Kante zur Straße unbefestigt. Bei Regen war es matschig, und die Kinder standen in der Botanik“ – so beschrieb es der Bürgermeister in seinem kleinen Rückblick. Darüber sei er mit Frank Jörgens ins Gespräch gekommen. „Er hatte noch vor Corona versprochen, bei der Aufstellfläche zu helfen. Das Versprechen hat er gehalten“, freute sich Caplan. Gesagt, getan: Jörgens wandte sich zwecks Stein und Pflaster an die Firma Hövekamp. „Das passte“, sagt der Busunternehmer. Für die Beleuchtung sorgte dann die Stadt. Der Laternenmast steht dank der Technischen Werke Burscheid bereits; für ihn wurden 1 600 Euro aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt.

Einen Wunsch gibt es noch: eine Querungshilfe

An einer Kreisstraße muss, der Name sagt es schon, auch der Kreis seine Hände im Spiel haben: Er stellte die Fläche für die Haltestelle zur Verfügung.

Bergisch Gladbach könnte noch eine weitere Rolle spielen. Nämlich beim Thema Querung. Denn eine solche wünscht sich sich Stefan Caplan, damit die Kinder gefahrlos die K 9 überqueren können. Diese ist viel und trotz Tempo 50 in Grünscheid auch schnell befahren. „Der Kreis wäre dann gleich zweimal im Boot“, sagt Caplan: Zum einen, weil die Kreisstraße eben Aufgabe des Kreises ist und zum anderen hätte der Kreis beim Thema Schilder, Zebrastreifen, Querung als „verkehrsanordnende Behörde“ die Fäden in der Hand. „Ich habe mich ween einer Querungshilfe schon an den Landrat und an die Dezernentin gewandt“, verriet Caplan.

Lange hatte das Provisorium ausgereicht. Doch nun war Grünscheid in den Fokus besorgter Eltern geraten, weil es dort durch neue Wohnhäuser und dem entsprechenden Zuzug auch mehr Kinder gibt.

Diese werden nun demnächst Angelika Latzel-Jörgens und Frank Jörgens an der neuen Haltestelle einsammeln und auch wieder absetzen. Im Auftrag der Stadt sind die Hilgener für den Schülerverkehr zuständig und steuern morgens, mittags und am späten Nachmittag Burscheids Schulen an. Schon vor den Ferien hatten sie mit Corona-Konzept parat gestanden – hatten Hygiene, Abstand, Maske, Ein- und Ausstieg sichergestellt und ihre Fahrer daraufhin geschult. „Die ersten eineinhalb Wochen war auch Begleitpersonal dabei“, sagt Angelika Latzel-Jörgens. „Dann hatte sich das eingespielt.“

Nach dem Staffelprinzip hatten sich die Schulen nach dem Lockdown vorsichtig wieder an den Live-Betrieb herangetastet. Nun aber müssen alle Schüler wieder zur 1. Stunde kommen. In Richtung Grundschule Dierath geht das Hilgener Busunternehmen – mitsamt der Stadt – auf Nummer sicher: Für die rund 70 Kinder wird, zunächst im Probebetrieb, ein zweiter Bus eingesetzt. „Wir gehen davon aus, dass der zweite Bus weiterhin notwendig sein wird“, sagen Frank Jörgens und Stefan Caplan.

Für das Hilgener Reiseunternehmen sind es harte Zeiten. „Der ganze Anmietverkehr ist weg“, sagt Frank Jörgens. „Wir machen eigene Katalogfahrten, aber vier Leute an den Tegernsee zu bringen, rechnet sich nicht wirklich.“ Er lobt die Stadt: „Sie hat uns die Stange gehalten.“ Vom Staat habe es eine Überbrückungshilfe gegeben, sagt Jörgens, der selbst für nächstes Jahr mit keiner Entspannung und Normalität rechnet.

In Grünscheid fehlt jetzt nur noch ein kleines Detail: das Hinweisschild „Schulbushaltestelle“. „Es ist bestellt!“, versicherte gestern der Bürgermeister.

Hintergrund

Reisen: Alle Reise-, Schul- und Kleinbusse standen seit Mitte März bei Latzel Reisen still. Das Hilgener Unternehmen ist im Auftrag der Stadt im Schülerverkehr tätig und hat zur Pandemie rasch ein Beförderungskonzept entwickelt. „75 Prozent sind uns weggebrochen“, bilanziert Frank Jörgens, der sich dennoch mit Ehefrau Angelika realistisch, aber auch optimistisch zeigt.

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