Schützenverein plant und organisiert ohne Pause

Andreas Tonn (l.), Geschäftsführer, und Michael Wehner, 1. Vorsitzender, haben sich 2020 ganz anders vorgestellt.Archivfoto: Doro Siewert
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Andreas Tonn (l.), Geschäftsführer, und Michael Wehner, 1. Vorsitzender, haben sich 2020 ganz anders vorgestellt.Archivfoto: Doro Siewert

Schießbetrieb steht seit Dezember erneut still – Betreiber rechnen mit finanziellen Einbußen

Von Ursula Hellmann

In der Geschichte des Burscheider Schützenvereins 1864 e. V. gab es mit Sicherheit einige schwierige Phasen zu überbrücken und zu bewältigen. Ein Jahr wie 2020, 156 Erdumläufe nach dem Gründungstag, fällt trotzdem aus dem Rahmen. Was 2019 noch als feste Zukunftspläne beschlossen war, hatte ab dem Frühjahr 2020 größtenteils nur noch Papierwert. Ein winziges Virus brachte eine weltweite Veränderung der Lebensumstände aller Bewohner - und das völlig unerwartet. Auch das gewohnte Vereinsleben in all seiner Vielfältigkeit war davon direkt betroffen.

„Was uns an finanziellen Ressourcen entging, sind beträchtliche Zahlen.“

Michael Wehner, 1. Vorsitzende

„Während des ersten Lockdowns konnten wir zwischen März bis Juni und zum Teil noch Anfang September einen eingeschränkten Schießbetrieb aufrecht halten“, schildert der 1. Vorsitzende des Schützenvereins 1864, Michael Wehner, wie die Säule sportlicher Tradition mit Verständnis und Anstand damit zu leben gelernt hat. Alle verlangten Maßnahmen seien eingehalten worden: So wurden die vorhandenen Bahnen nur zur Hälfte freigegeben, um die Abstände zu wahren; Anmeldungen liefen problemlos über digitale Möglichkeiten. „Ab Mitte Dezember war leider auch in geschlossenen Räumen kein Sport mehr möglich“, bedauert Wehner. „Auch anderen Vereinen, die unsere Ausstattung bisher gerne mieteten, konnten wir unsere Bahnen nicht mehr zur Verfügung stellen. Was uns an finanziellen Ressourcen entging, sind beträchtliche Zahlen, die schwerlich wieder aufzuholen sind.“ Was den Verein aber am meisten schmerze, sei der Wegfall aller traditionellen Feste. Wehner konnte sich mit den im Vorhinein engagierten Bands und Musikgruppen auf eine Regelung einigen, die für beide Seiten den Ausfall milderte.

Die freundschaftlichen Kontakte und volksfestähnlichen Feiern zusammen mit Nachbarvereinen beschränken sich im Moment auf digitale Gespräche; ebenso finden die monatlich beibehaltenen Vorstandszusammenkünfte des eigenen Vereins per Videokonferenz statt.

Wichtige Aufgaben bleiben aber weiter bestehen. Wehner: „Wir wechseln uns zum Beispiel darin ab, jeden Tag einmal durch unser Schützenhaus und dessen Nebenräume zu gehen und alle Anlagen und Einrichtungen auf ordnungsgemäßen Zustand zu kontrollieren. Erfahrungen aus dem sogenannten normalen Alltagsablauf haben uns gelehrt, hier vorsichtig zu sein. Außerdem liefen ja bis vor einigen Tagen noch die letzten Arbeiten an der sanierten Elektroanlage. Gearbeitet wird noch an der Dachsanierung der 50-Meter-Bahn.“ Planung und Organisation gehen also ohne Pause weiter – sogar noch etwas intensiver durch die Bearbeitung neuer Anträge und der Beachtung oft geänderter Einzelvorschriften.

Die Amtszeit von Nils Raddatz, dem amtierenden Schützenkönig, wird um das laufende Schützenjahr verlängert. Was sich nach einer hoffentlich baldigen Impf-Großaktion tun wird, darüber bestehen im Verein noch keine festen Pläne. Dem Königspaar ist es laut Vereinstradition überlassen, Veranstaltungen und Kontakte individuell zu organisieren. Nils Raddatz wie auch seine „Königsfamilie“ ist sich mit dem gesamten Vorstand einig: „Unseren Mitgliedern gebührt großer Dank. Alle tragen diese Situation treu mit. Es gab keinerlei Kündigungen.“

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