5. Ausbildungsmesse

Schüler und Betriebe lernen sich kennen

Bald ist Messe: Werner Schmitten, Reiner Höpken und Bürgermeister Dirk Runge (v. l.).
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Bald ist Messe: Werner Schmitten, Reiner Höpken und Bürgermeister Dirk Runge (v. l.).
  • VonNadja Lehmann
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Am 11. Juni öffnet das Megafon seine Tore für die 5. Ausbildungsmesse – Mit dabei ist beispielsweise die Gärtnerei Höpken.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Gärtner ist nicht gleich Gärtner. Reiner Höpken weiß, wovon er spricht. Er ist der Vorsitzende des Bundesverbands der Einzelhandelsgärtner. 1980 übernahm er die vom Vater 1934 gegründete Gärtnerei in Grünscheid und nennt Zahlen, die sich sehen lassen können: Rund 17000 Quadratmeter ist das Gelände groß, der überdachte Teil umfasst 1700 Quadratmeter, die Verkaufsfläche rund 700 Quadratmeter. „Bislang hatten wir es gepachtet. Jetzt gehört es uns“, sagt er zufrieden. Zu seinem Beruf kann der 68-Jährige viel erzählen. Und dass wird er schon bald auf der Ausbildungsmesse tun, die am 11. Juni im Kinder- und Jugendzentrum Megafon stattfindet. Endlich wieder, nach zweijähriger Corona-Pause.

„Sie ist vermisst worden. Das haben uns Schüler, Eltern und auch die Ausbildungsbetriebe deutlich signalisiert“, sagt Werner Schmitten von der Katholischen Jugendagentur. Gemeinsam mit der Stadt Burscheid ist sie der Gastgeber der nun fünften Ausbildungsmesse.

„Früher fand sie im September, Oktober statt“, blickt Bürgermeister Dirk Runge zurück. Ein Termin, von dem man nun bewusst abgerückt ist. Einmal - natürlich - wegen Corona und unvorhersehbarer Entwicklungen. „Im Notfall könnten wir ins Außengelände ausweichen“, sagt Runge. „Außerdem haben wir uns gedacht, dass wir so Betriebe ins Boot bekommen, die noch kurzfristig Auszubildende suchen.“ Runge freut sich darüber, dass speziell das Handwerk im Megafon Flagge zeigt und interessierte Schüler und Schülerinnen nicht nur mit den Experten sprechen, sondern durchaus selbst Hand anlegen können, beispielsweise an Pflanzen oder an einem Stück Holz.

„Die Messe ist sehr lebendig“, findet auch Werner Schmitten. So sei beim letzten Mal Richard Kretzer von der gleichnamigen Bäckerei vor Ort gewesen: „Es duftete nach frischem Brot. Eine sinnliche Erfahrung.“

Rund 40 Aussteller erwartet, es gibt noch Fläche

Und auch die Aussteller kommen gern, mögen die intime Atmosphäre im Megafon, die nichts mit üblichen Messehallen gemein hat: Rund 40 Aussteller werden erwartet, Interessierte können sich noch immer melden. Mit dabei sind Arbeitsagentur, Jobcenter, Bundeswehr, Polizei, Kreissparkasse Köln, Bayer, Finanzamt, die Berufskollegs Leverkusen und Wipperfürth, Garten- und Landschaftsbau Sieg und Partner, das Altenzentrum Luchtenberg-Richartz-Haus, die Kita Kleine Strolche: Dirk Runge kommt aus dem Aufzählen fast nicht mehr heraus und vergisst um ein Haar die eigene Stadtverwaltung, die schließlich auch ausbildet.

Reiner Höpken freut sich auf die persönlichen Gespräche. Denn, so lässt er erkennen, leicht sei es nicht, den oder die Passende zu finden. Manchen Irrglauben muss er ausräumen. „Die meisten Bewerbungen beginnen damit: Ich helfe meiner Oma gern im Garten“, sagt er. Darin ist nichts Schlechtes, bloß: Es reicht nicht. Denn, zurück zum Anfang: Gärtner ist nicht gleich Gärtner. „Es gibt inzwischen sieben Ausbildungswege“, sagt Höpken. „Und wir kreieren gerade den achten.“ Der gilt dem Gärtner im Bereich Einzelhandel, der dadurch noch stärker zum fachkundigen Berater werden soll. „Mindestens mittlere Reife, Abitur ist noch besser“, sagt Höpken zu diesem Ausbildungszweig. Zumal die beruflichen Perspektiven nicht nur dort sehr gut sind und ein Studium sich locker anschließen lässt: „Eine ehemalige Auszubildende von mir ist jetzt beim Land Hessen angestellt, eine andere im Bereich Pflanzentechnik auch im Ausland gefragt.“

Reiner Höpken selbst hat den Schwerpunkt Zierpflanzen: Wer durch seine Gärtnerei schlendert, sieht es in allen Farben blühen. Gemeinsam mit Sohn Torsten produziert er die Pflanzen auch.

Weitere Schwerpunkte widmen sich dem Obstbau, dem Garten- und Landschaftsbau, der Baumschule, den Stauden, dem Dienstleistungssektor wie dem Friedhof. Wie viel Azubis er selbst schon ausgebildet hat? „Um die 40 werden es wohl sein“, schätzt Reiner Höpken, der sich über Neuzugänge freuen würde. Bewerbungen aber kämen, so ist seine Erfahrung, in Wellenbewegungen: „Je nachdem, wie modern Grün ist“, sagt er. Derzeit liegt´s im Trend: Reiner Höpken dürfte ein gefragter Gesprächspartner sein.

Termin

Bewusst haben Stadt und Katholische Jugendagentur sich für einen Samstag entscheiden, weil auch immer mehr Eltern mit auf die Ausbildungsmesse kommen. Die Messe findet am 11. Juni von 10 bis 14 Uhr im Megafon, Montanusstraße 15, statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig.

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