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Schnelle Glasfaser für kleinen Ortsteil

Anwohner Ralf Lindemann (Mitte) drückt auf den roten Knopf und geht mit Glasfaser-Leitung online.
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Anwohner Ralf Lindemann (Mitte) drückt auf den roten Knopf und geht mit Glasfaser-Leitung online.

Novanetz, die auch in Burscheid aktiv sind, schaltet in Bechhausen den ersten Nutzer online.

Von Arnd Janssen

Ralf Lindemann aus Bechhausen ist die Freude über seinen neuen Glasfaser-Anschluss wahrlich anzusehen. Nachdem sein Interesse für die schnelle Internet-Versorgung zu Beginn der Corona-Pandemie geweckt wurde, ist er jetzt endlich am Ziel und ist am Montag symbolisch von Novanetz, in Anwesenheit von Stadt-Vertretern und weiteren Anwohnern, „online“ geschaltet worden. Damit ist er nicht nur der erste Bürger in Bechhausen, der künftig per Glasfaser ins Netz geht, sondern nach Angaben von Novanetz der erste in ganz Wermelskirchen. In Burscheid ist das in Hannover ansässige Unternehmen vorwiegend in den kleinen Ortschaften aktiv, wie beispielsweise Ösinghausen, bewegt sich nun aber auch Richtung Hilgen.

„Während Corona haben alle Nutzer gemerkt, dass es mit den alten Leitungen knapp wird. Bei uns brauchte mein Sohn Internet fürs Homeschooling, meine Frau und ich brauchten auch Internet für Zoom-Meetings“, erinnert sich Ralf Lindemann. Die Firma Novanetz, die derzeit den Glasfaser-Ausbau vor allem in ländlichen Gebieten Wermelkirchens vorantreibt, ging im Jahr 2020 auf die Verwaltung zu und stellte Kontakt zu Bürgergruppen in sozialen Medien her. Statt Vermarktung durch Haustürvertreter, erschließt Novanetz Wohngebiete über einen weniger direkten Weg.

Ralf Lindemann ist damals einer der fachkundigen Bürger gewesen, die auf Geheiß der Stadt und Novanetz Nachbarn ansprachen, um über den Glasfaser-Ausbau zu informieren und weitere Interessenten ins Boot zu holen. „Ich bin einfach rausgegangen und habe bei den Leuten geklingelt. Nach zwei bis drei Monaten war ich durch“, sagt Lindemann. Da man ihn im Dorf kenne, seien die Leute nicht abgeneigt gewesen, das Thema einmal nähergebracht zu bekommen. „Bechhausen war unterversorgt“, sagt Lindemann. Der Wunsch nach stabilem und schnellerem Internet beschäftigte während der Pandemie viele, nicht zuletzt da etliche Arbeitnehmer die Arbeit ins Homeoffice verlegten.

„Am Anfang waren alle noch skeptisch, weil es nicht die Telekom ist“, sagt Lindemann. Und doch sei die Ansprache auf dem Dorf wesentlich einfacher als in der Stadt. So kam das Projekt Glasfaser ans Laufen. Eine Akquise von 90 Prozent der Haushalte war notwendig. Diese wurde im vergangenen Jahr erreicht, der Spatenstich für die Verlegung der Leitung startete. Mittlerweile ist zumindest in Bechhausen alles fertig, weitere Ortsteile kommen sukzessive hinzu. „Wir arbeiten uns Richtung Kernstadt vor“, sagt Dennis Kornehl, Geschäftsführer von Novanetz. 

Das kleine Bechhausen mit seinen rund 60 Häusern war allerdings am schnellsten. Während andere Kunden noch auf die Freigabe ihrer Rufnummernmitnahme warten, ist Ralf Lindemann als Kunde Nummer eins schon mehrere Tage online. „Das fühlt sich gut an. Als Selbstständiger bin ich viel zu Hause und brauche gutes Internet“, sagt Lindemann. Bisher laufe alles stabil. „Aber mein Sohn reizt das mehr aus, wenn er Playstation spielt“, erklärt er. Novanetz kenne er bereits von einer früheren Arbeitsstelle beim Energieversorger in Ratingen, wo die Firma bereits vor Jahren den Glasfaser-Anschluss bereitstellte. „Während Telekom ums Rathaus herum ausbaut, versuchen wir die Lücken zu schließen, die weniger dicht besiedelt sind, zum Beispiel Innenstadt-West oder das Industriegebiet-Ost“, erklärt Dennis Kornehl.

Florian Leßke, Amtsleiter für Stadtentwicklung in Wermelskirchen, ist zufrieden über den Ausbau der digitalen Infrastruktur in seiner Stadt. „Telekom hat freie Hand beim Ausbau. Aber wir sind froh, dass durch Novanetz Bewegung drin ist. Denn Konkurrenz belebt das Geschäft. „Und wir wollen die Infrastruktur haben“, sagt Leßke.

Bewohner ländlicher Gebiete sind aufs Internet angewiesen

Und mindestens 30 bis 40 Prozent der Anwohner seien auch in ländlichen Gebieten aufs Internet angewiesen, betont Ralf Lindemann. Die weiteren Pläne: Löh und Unterstraße in Wermelskirchen werden in den kommenden Wochen angeschaltet, weitere Ortsteile sind bereits in der Planung. Als nächste Bauabschnitte werden Tente, Herrlinghausen und Braunsberg erschlossen, wie Novanetz mitteilt.

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