Winter

Bei Schnee wird die Radtrasse nicht geräumt

+
Die Radtrasse als Winterwonderland. Geräumt wird sie nicht.
  • VonNadja Lehmann
    schließen

Ein Prioritätenplan gibt vor, wer wann wo den Schnee beseitigt.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Der pflichtbewusste Bürger greift zu Schippe und Besen, um die Zuwegung zu Haus oder Wohnung ordnungsgemäß vom Schnee zu befreien. Und auf den Straßen ist der Räumdienst unterwegs. Wie aber steht es um die Radwege? Wird dort geräumt und gestreut?

Der kombinierte Rad-/Gehweg am Hammerweg soll verbreitert werden.

Grundsätzlich müssen nur Gemeindestraßen innerhalb von geschlossenen Ortslagen sowie Ortsdurchfahrten von Kreis-, Land- und Bundesstraßen geräumt und gestreut werden. Rechtlich werden die kombinierten Rad-/Fußwege als Fußweg angesehen. Die Räum- und Streupflicht ist bei Abschnitten innerhalb von geschlossenen Ortslagen nach der Straßenreinigungssatzung auf die Anlieger übertragen. „Radwege bzw. kombinierte Rad-/Fußwege werden daher nur dann von der Stadt durch die Technischen Werke (TWB) geräumt, wenn sie an städtischen Grundstücken liegen“, sagt Renate Bergfelder-Weiss, Sprecherin der Stadtverwaltung. Das sei für lediglich einen Rad-/Fußweg der Fall, und zwar an der B 232/rechte Straßenseite stadtauswärts in Massiefen.

Nach der aktuellen Rechtsprechung müssen nur Wege und Straßen, die verkehrsbedeutend oder besonders gefährlich sind (Gefälle, Serpentinen) von Schnee und Eis geräumt werden. Für die Trasse bedeutet das: „Im priorisierten Räumdienst ist die rund sieben km lange, auf Burscheider Gebiet befindliche Radtrasse aufgrund der engen personellen Kapazitäten nicht enthalten und wird bei Winterereignissen nicht geräumt“, erklärt Bergfelder-Weiss. Darauf wiesen entsprechende Schilder „Kein Winterdienst“ hin. Bergfelder-Weiss: „Radfahrer und Spaziergänger entscheiden selbst, ob sie den ungeräumten Radweg auf eigene Gefahr nutzen.“

Mitarbeiter der TWB oder von Straßen NRW dürfen keine Morgenmuffel sein. Geräumt bzw. gestreut wird morgens ab 3 Uhr, sobald Schnee oder Glatteis eintreten. Müssen die Rad-/Fußwege von der Stadt/TWB geräumt und gestreut werden, erfolgt dies gleichzeitig mit den Straßen. „Dafür gibt es einen Prioritätenplan - zunächst werden die Hauptverkehrsstraßen, gefährliche Straßen mit Gefälle/Steigungen sowie Schulwege geräumt und daran anschließend die weiteren Flächen“, sagt Bergfelder-Weiss. Die Stadt habe der Bezirksregierung beim Bau des Panorama-Radweges zusichern müssen, dass sie die Unterhaltungskosten aufbringen kann. Bergfelder-Weiss: „Daher darf die Stadt nur die notwendigen Unterhaltungskosten dafür ausgeben. Dies wird auch kontrolliert.“

Den Winterdienst für Gehwege bzw. kombinierte Rad- und Fußwege entlang von städtischen Straßen wiederum übernehmen die Eigentümer der anliegenden Grundstücke. Ansonsten obliegt er den jeweiligen Straßenbaulastträgern: Das sind die Stadt/TWB (Stadtstraßen), der Kreis/Kreisstraßenmeisterei (Kreisstraßen) und der Landesbetrieb Straßen NRW/Straßenmeisterei (Landstraßen und Bundesstraßen). „Neben den Mitarbeitern des städtischen Baubetriebshofes sind in Burscheid auch Fremdunternehmen mit dem Winterdienst beauftragt“, erklärt die Stadtsprecherin.

„Wenn es Beschwerden gibt, wird diesen nachgegangen.“
Renate Bergfelder-Weiss

Alles das kostet natürlich. Es fallen Personal-, Material- und Fahrzeugkosten an. Diese werden über die Straßenreinigungsgebühren (Winterdienst) von den Bürgern der Stadt getragen. Und wenn nicht alles reibungslos klappt: „Wenn es vereinzelt Beschwerden gibt, wird diesen immer nachgegangen bzw. der jeweilige Reinigungspflichtige informiert“, sagt Bergfelder-Weiss. Die Streupflicht für Rad-/Gehwege außerhalb geschlossener Ortschaften obliege allerdings nicht den gleichen Anforderungen, wie für Radwege innerhalb geschlossener Ortschaften.

Beim Thema Radwege hat die Stadt in diesem Jahr einiges vor: Geplant ist, die Balkantrasse mit einer Rampe an die Innenstadt/Mittlere Hauptstraße anzuschließen. Baustart: vermutlich 15. Februar. Wie auch in der oberen Hauptstraße ist mit dem Umbau der mittleren Hauptstraße die Öffnung der Einbahnstraße für den gegenläufigen Radverkehr vorgesehen. Viele machen es ohnedies schon; nun soll es legalisiert werden. Weiterhin ist für 2021 geplant, den kombinierten Rad-/Fußweg an der B 51 - von der Einfahrt Hammerweg in Richtung „ P + R Parkplatz“ zu verbreitern. Derzeit werde geprüft, ob dafür Fördermittel beantragt werden können, sagt Bergfelder-Weiss. Seitens des Rheinisch-Bergischen Kreises ist geplant, im Zusammenhang mit der Deckensanierung der K 2 auch den kombinierten Rad-/Fußweg zwischen den Einmündungsbereichen Dohm/Irlerhof und L 291 Nagelsbaum zu erneuern, so die Sprecherin der Verwaltung.

Balkantrasse

Vom Bergischen Land in die Tiefebene des Rheins: Der Name des Radweges erinnert an den „Balkanexpress“ – so wurde die ehemalige Bahnlinie zwischen Leverkusen-Opladen und Remscheid-Lennep im Volksmund genannt. Von 1868 bis in die 1980er Jahre rollten hier Züge, heute haben Fußgänger, Skater und Biker die 28 Kilometer lange Strecke im Griff, genießen Landschaft und die bergischen Ortszentren.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Heidi Neumann kandidiert sich für den Landtag
Heidi Neumann kandidiert sich für den Landtag
Heidi Neumann kandidiert sich für den Landtag
Gut Landscheid bietet Schnelltests an
Gut Landscheid bietet Schnelltests an
Gut Landscheid bietet Schnelltests an
Einzelhändler verteilen ab Samstag wieder Glücksbons
Einzelhändler verteilen ab Samstag wieder Glücksbons
Einzelhändler verteilen ab Samstag wieder Glücksbons
28-jähriger Autofahrer durchbricht Leitplanke und prallt gegen Baum
28-jähriger Autofahrer durchbricht Leitplanke und prallt gegen Baum
28-jähriger Autofahrer durchbricht Leitplanke und prallt gegen Baum

Kommentare