FDP hatte Antrag gestellt

Schliephake-Haus wird nicht unter Denkmalschutz gestellt

Gebaut wurde das erste Burscheider Haus aus Stein in der Hauptstraße 54 von Fabrikant Ferdinand Thiel. Vielen Burscheidern ist es aber auch als Schliephake-Haus bekannt, benannt nach dem späteren Eigentümer, dem Maler und Anstreicher Carl Schliephake.
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Gebaut wurde das erste Burscheider Haus aus Stein in der Hauptstraße 54 von Fabrikant Ferdinand Thiel. Vielen Burscheidern ist es aber auch als Schliephake-Haus bekannt, benannt nach dem späteren Eigentümer, dem Maler und Anstreicher Carl Schliephake.
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Schutz-Status scheitert an zu stark veränderter Bausubstanz.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Keine Frage, auch wenn der Putz blättert und dem Gebäude in der Kirchenkurve seine Jahre anzusehen sind: Das Haus mit der Hausnummer 54 ist ein Blickfang. Den Burscheidern und Burscheiderinnen ist es unter dem Namen Schliephake- oder Thiel-Haus bekannt. Bewahrenswert, fand auch die FDP und stellte den Antrag, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen.

Die Begründung der Liberalen: „Die Voraussetzungen gemäß § 2 Abs. 1 des Nordrhein-Westfälischen Denkmalschutzgesetzes sind erfüllt, da das Gebäude an dieser Stelle in der Kirchenkurve eine stadtbildgestaltende Wirkung gerade im Hinblick auf das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept entfaltet und darüber hinaus eng mit der Wirtschaftsgeschichte und der Politik in Burscheid verflochten ist.“ Darüber sprachen die Kommunalpolitiker nun im Stadtentwicklungsausschuss.

Denn auch die Untere Denkmalbehörde, also die Stadt Burscheid, teilt die Einschätzung der FDP: Dem Gebäude komme aufgrund seiner repräsentativen Lage am Marktplatz und dem für den Burscheider Ortskern typischen Eckzugang eine besondere Bedeutung für das Burscheider Ortsbild zu, heißt es dazu in der Mitteilungsvorlage. Zu einer gemeinsamen Prüfung vor Ort bat die Behörde den Landschaftsverband Rheinland (LVR) hinzu.

Dessen Antwort fiel eindeutig aus. Es handele sich zwar um ein orts- und platzbildprägendes Gebäude, stimmt der Landschaftsverband zu, aber: „Die substanziellen Veränderungen sind so erheblich, dass eine Unterschutzstellung als Baudenkmal aus Sicht des LVR nicht in Frage kommt.“ Damit verzichtet die Stadt nun auf eine formale Anfrage.

Gänzlich ohne Schutz ist das Haus damit nicht. Denn es befindet sich innerhalb der Denkmalbereichssatzung „Ortskern Burscheid“, und durch seine Einstufung als „erhaltenswertes Gebäude“ muss bei sämtlichen Maßnahmen die Untere Denkmalbehörde hinzugezogen werden.

Errichtet wurde das Haus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Fabrikanten Ferdinand Thiel. Später bezog es der Burscheider Maler und Anstreicher Carl Schliephake. Im Erdgeschoss wechselten die Nutzungen, das führte zu großen Veränderungen der Bausubstanz.

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