Pandemie

Reisebüro Latzel will gerne wieder auf Tour gehen

Angelika Latzel-Jörgens hofft, bald wieder durchstarten zu können. Foto: Doro Siewert
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Angelika Latzel-Jörgens hofft, bald wieder durchstarten zu können.
  • Jennifer Preuß
    vonJennifer Preuß
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Die große Frage allerdings ist: Ab wann ist das wieder möglich?

Burscheid. Ein malerischer Marktplatz, auf dem die umliegenden Restaurants Tische und Stühle aufgestellt haben, lädt zum Verweilen ein. Heidekraut erstreckt sich über die idyllische Landschaft der Lüneburger Heide. Auf einem anderen Bild scheint die Sonne auf die Schweizer Berge.

All diese Fotos wecken Sehnsüchte. Für ein paar Tage der Corona-Pandemie zu entkommen, abzuschalten, an etwas anderes zu denken und sich zu entspannen, das wünschen sich viele. Und doch bleibt gerade nichts anderes übrig als das Vertrösten. Die beschriebenen Fotos sind Teil des aktuellen Reisekataloges des Unternehmens Latzel Reisen in Burscheid. In 2021 will man mit den Kunden wieder auf Reisen gehen. Die Frage bleibt: Ab wann ist das wieder möglich?

Angelika Latzel-Jörgens würde diese Frage nur zu gern mit Gewissheit beantworten. Aber gerade das ist es, was der Unternehmerin und vielen anderen in der Reisebranche gerade fehlt: Gewissheit und Planbarkeit. „Das Reiseprogramm wird ein Jahr im Voraus erstellt“, berichtet Angelika Latzel-Jörgens. Zu einer Zeit also, als die ganze Tragweite der Pandemie noch nicht abzuschätzen war. Die ersten Fahrten im Katalog fanden nicht statt. Große Hoffnungen in die Touren, beispielsweise in die Pfalz oder die Lüneburger Heide, die für März und April geplant wären, hat Angelika Latzel-Jörgens nicht. „Ich glaube, dass sich vor Mai nichts tun wird.“

Die Zielgruppe dieser angebotenen Reisen sind Senioren, die es vor einer Corona-Infektion besonders zu schützen gilt. Als Reisen im vergangenen Jahr möglich waren, rüstete das Burscheider Unternehmen in Sachen Hygiene auf. Desinfektionsmittel war immer mit an Bord. Haltestangen und Griffe wurden täglich gereinigt, um Bakterien und Viren abzutöten. Zwischen den Sitzreihen wurden Folien gespannt, um mehr Sicherheit vor einer Tröpfcheninfektion zu bieten. Viele Plätze im Bus blieben unbesetzt, um Abstände einhalten zu können. Eigentlich rechnet sich eine Tour erst, wenn der Bus voll besetzt ist. Aber irgendwie musste es auch unter diesen widrigen Bedingungen weitergehen. Grundsätzlich: Das Hygienekonzept steht und hat sich bewährt.

Mitarbeiter sind seit November in Kurzarbeit

Dennoch stehen die Reisebusse größtenteils seit Beginn der Pandemie still. Im November hat sich die Situation nochmals verschärft. Die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Der Anmietverkehr für Ausflüge von Kindergärten, Schulen oder Vereinen ist ebenfalls weggebrochen.

Dass die Schulen Mitte Dezember wieder geschlossen wurden, war ein erneuerter Rückschlag für das Busunternehmen. Es hatte zwischenzeitlich Verstärkerbusse auf die Straße geschickt, um den Schülerverkehr zu entzerren. Angelika Latzel-Jörgens wartet nun ab, was die nächsten Bund-Länder-Beratungen für ihre Branche bringen. „Ein großes Problem ist das Planen, gerade die Reisen.“

Angelika Latzel-Jörgens vermutet, dass dieses Jahr härter wird als 2020: „Die Frage ist, wie lange die Hilfen noch kommen.“

Stammkunden sollen erst einmal abwarten

Ihre Stammkunden, denen der aktuelle Katalog zugeschickt wurde, hat sie gebeten, erst einmal abzuwarten, bis Klarheit herrscht.

Buchungen zu stornieren und Reisen umzuplanen, ist ein großer Aufwand. Natürlich freut man sich über jeden Anruf und jede Buchung. Zur Sicherheit hat sich Angelika Latzel-Jörgens vornehmlich auf Eintages- und Mehrtagestouren im Inland konzentriert. Hierzulande gibt es schließlich viel Schönes zu entdecken– und man wisse einfach nicht, wie sich die Lage entwickelt.

Fest steht aber: Die Sehnsüchte sind groß. Die Kunden wollen wieder reisen und einfach mal was anderes sehen als die vertraute Umgebung Bergisches Land, Burscheid und ihr eigenes Zuhause. Darauf setzt die Unternehmerin Angelika Latzel-Jörgens auch. Wenn es wieder erlaubt ist, will die Burscheiderin mit dem Reiseverkehr auch wieder voll durchstarten.

Hintergrund

Das Jahr 2020 war ein schwieriges für die Reisebranche. Von heute auf morgen brach das Geschäft ein. Stornierungen waren an der Tagesordnung, berichtete seinerzeit auch Angelika Latzel-Jörgens, Inhaberin des Busunternehmens Latzel Reisen. Das 1980 gegründete Unternehmen hat sich mit seinen Fahrten auf die Zielgruppe der Senioren spezialisiert.

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