Region fordert Klarheit bei Impf-Finanzierung

Die Kreise und kreisfreien Städte der Region Köln/Bonn sind sich sicher, dass sie auf Jahre gegen Corona impfen müssen. Nun fordern sie eine langfristige Finanzierungszusage für die Infrastruktur. Archivfoto: Christian Beier
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Die Kreise und kreisfreien Städte der Region Köln/Bonn sind sich sicher, dass sie auf Jahre gegen Corona impfen müssen. Nun fordern sie eine langfristige Finanzierungszusage für die Infrastruktur. Archivfoto: Christian Beier

Landrat Santelmann und Amtskollegen richten offenen Brief an Ministerpräsident Wüst

Von Leon Hohmann

Die Kreise und kreisfreien Städte in der Region Köln/Bonn schlagen Alarm: Auf Dauer werden sie die Corona-Schutzimpfungen nicht leisten können. In einem offenen Brief, den sie gestern an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sowie Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach sowie die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken und die Düsseldorfer Regierungspräsidentin Brigitta Radermacher richteten, fordern sie langfristige finanzielle Unterstützung.

„Diese jetzt neu geschaffenen vielfältigen Impfstrukturen müssen in einer mittelfristigen Perspektive – mindestens über den Jahreswechsel 2022/2023 hinaus – fortgeführt werden, um die zeitnahen und umfänglichen Impfungen der Bevölkerung sicherstellen zu können“, heißt es in dem Schreiben. Unterzeichnet haben es neben Uwe Richrath als Vorstandsvorsitzender des Vereins Köln/Bonn und Leverkusens Oberbürgermeister auch die Verwaltungschefs Henriette Reker (Köln), Katja Dörner (Bonn), Stephan Santelmann (Rheinisch-Bergischer Kreis), Jochen Hagt (Oberbergischer Kreis), Sebastian Schuster (Rhein-Sieg Kreis), Markus Ramers (Kreis Euskirchen), Frank Rock (Rhein-Erft-Kreis) und Hans-Jürgen Petrauschke (Rhein-Kreis Neuss). Ihr Appell an Wüst: „Die kommunalen Mitglieder mit ihren rund vier Millionen Einwohnern, bitten Sie in Ihrer Eigenschaft als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz darum, sich dafür einzusetzen, dass diese Strukturen bundes- und landesseitig finanziert werden. Die Kommunen können das nicht alleine schultern.“

Ihre Forderung unterstreichen die Mitglieder des Regionenvereins mit den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr – vor allem dem Schließen der Impfzentren. „Ein solch reaktives und personal- und ressourcen-verschleißendes Vorgehen muss zukünftig auf jeden Fall vermieden werden“, machen die Unterzeichner in ihrem offenen Brief deutlich.

Denn schon jetzt sei absehbar, dass „die Impfung der Bevölkerung zu einer Daueraufgabe für die nächsten Jahre werden wird“, kommunale Impfzentren, -stellen und mobile Impfteams würden damit zu einer Regeleinrichtung. Die niedergelassenen Arztpraxen könnten dies allein nicht realisieren.

„Schon jetzt ist klar, dass die Impfung der Bevölkerung zu einer Daueraufgabe für die nächsten Jahre wird.“

Aus dem offenen Brief

Gleichzeitig hoffen die Politiker, dass eine langfristige Etablierung der Impf-Infrastruktur nicht eine völlige Neuorganisation bedinge. „Wünschenswert wäre darüber hinaus, dass es für die jetzt geschaffenen Strukturen Sonderregelungen zur Fortführung im Hinblick auf vergaberechtliche Regelungen geben würde, die gewünschten Betriebsverlängerung sollten keine neuen Vergabeverfahren oder Ausschreibungen auslösen, die dann zulasten der Kontinuität der bisherigen Umsetzung gehen.“ Ein Ausbremsen der Impfstellen sei unbedingt zu vermeiden.

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