Kulturbadehaus

Regenwasser soll in neuem Kanal abfließen

Das Kulturbadehaus gilt als erste Adresse für Ausstellungen, Konzerte und mehr. Sein Umfeld ist dagegen eher ungepflegt. Archivfoto: nal
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Das Kulturbadehaus gilt als erste Adresse für Ausstellungen, Konzerte und mehr. Sein Umfeld ist dagegen eher ungepflegt.

Stadt könnte durch Baumaßnahme Geld sparen.

Von Nadja Lehmann

Das Innere des Kulturbadehauses: ein Schmuckstück. Die Konzeption und Nutzung durch den Kulturverein: top. Aber drumherum? Eher „Bonjour Tristesse“, um es mit der französischen Autorin Françoise Sagan zu sagen. Und so sieht es auch das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEHK) 2025. „Im Gegensatz zu dem gepflegten Gebäude und dem in Eigenregie angelegten Garten steht das weitere Umfeld des Badehauses, das ungeordnet und vernachlässigt erscheint“, heißt es da auf Seite 168. Diese Flächen sollen aufgewertet werden. Das Büro Stelter/ASS hat dazu bereits eine Entwurfsplanung erarbeitet, für die der Stadtentwicklungsausschuss Ende Oktober grünes Licht gab. Sie bildet die Grundlage für einen geplanten Förderantrag.

Damit aber nicht genug. Auch ein paar weitere, ganz handfeste Maßnahmen verbinden sich mit der Umgestaltung des Areals. So votierte jetzt der Hauptausschuss einstimmig dafür, in diesen Förderantrag auch die Errichtung einer Entwässerungsanlage für das Niederschlagswasser, einer Mobilstation und von Park-und-Ride-Plätze zu integrieren.

Unabhängig von dem gestalterischen Konzept sei es aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll, die Entwässerung neu zu regeln, heißt es in der Beschlussvorlage des Hauptausschusses. Bislang wird das auf den Verkehrsflächen und dem Dach anfallende Regenwasser über eine Pumpstation gemeinsam mit dem Schmutzwasser in den Mischwasserkanal der Bürgermeister-Schmidt-Straße geleitet. „Dies verursacht hohe jährliche Kosten für Strom, Wartung und Instandhaltung, die bei einer Reduzierung der Abwassermengen gesenkt werden könnten“, urteilt die Verwaltung. Der Plan: Das Regenwasser soll über einen Kanal abgeleitet werden, der noch gebaut werden müsste und der Richtung Süden in den dort vorhandenen Siefen münden soll. Kosten: rund 85 000 Euro (ohne Rücklauf) sowie rund 130 000 Euro (mit Rücklauf). Welche Variante die richtige ist, prüfen die Technischen Werke mit der Unteren Wasserbehörde.

Aus Sicht der Verwaltung überwiegen die Vorteile. Die Entwässerungsanlage sei nahezu wartungsfrei, heißt es frohlockend: Die Kosten für eine jährliche Kontrolle und die gelegentliche Reinigung von Pumpenanlage und Kanalwartung durch einen Spülwagen liegen demnach bei rund 100 Euro jährlich. Die geringeren Einleitungsmengen führen auch dazu, dass die Pumpen seltener laufen, dadurch weniger Strom verbraucht wird und auch der Geräteverschleiß nicht mehr so gravierend ist. Folge: Auch die Pumpen müssten seltener ausgewechselt werden – eine Preisreduzierung auf ganzer Linie also. Die Verwaltung beziffert diese auf knapp 9 000 Euro jährlich.

Eine Ersparnis, von der auch die Technischen Werke (TWB) profitieren würden. Denn diese könnten knapp 3000 Euro sparen, wenn das Regenwasser der Dachflächen nicht in die Pumpstation eingeleitet wird – und würden sich deshalb auch am Bau einer neuen Entwässerungsanlage beteiligen. Ob diese Wirtschaftlichkeit tatsächlich gegeben ist, prüfen die TWB aber unabhängig von der Stadt nochmals selbst.

Fördermittel von 70 Prozent können beantragt werden

Für den Bau von Entwässerungsanlagen können im Rahmen der Städtebauförderung Fördermittel von 70 Prozent beantragt werden. Burscheid müsste also für die Variante ohne Rückhaltung rund 55 000 Euro aufbringen, für die Variante mit Rückhaltung rund 84 000 Euro (ohne Berücksichtigung des Anteils der TWB). Als Abschreibungszeiträume werden 30 beziehungsweise 50 Jahre angesetzt.

Fazit: Im Idealfall könnte Burscheid bis zu 5000 Euro im Jahr sparen – und selbst im ungünstigsten Fall (Bau mit Rückhaltung ohne Förderung) dürfte sich das Stadtsäckel über knapp 1800 Euro jährlich freuen, die eingespart werden – wenn das Regenwasser von Flächen und Dach nicht mehr herkömmlich eingeleitet wird.

Hintergrund

Im natürlichen Wasserkreislauf versickert ein großer Teil des Regenwassers vor Ort, und nur ein geringer Teil läuft oberflächig ab. Dadurch wird das Grundwasser immer wieder neu gebildet. Durch Bebauung werden die Flächen versiegelt, und das Regenwasser kann nur oberflächig abfließen. Seine Einspeisung mit Schmutzwasser in die Kanalisation wird meist nicht mehr genehmigt,

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