BAV rechnet nicht mit überquellenden Mülltonnen

Abfallaufkommen in der Krise: Durch die Pandemie gab es mehr Müll.Archivfoto: Christian Beier
+
Abfallaufkommen in der Krise: Durch die Pandemie gab es mehr Müll.Archivfoto: Christian Beier

Zu Beginn des Lockdowns waren die Zahlen bei Hausmüll, Bio und Sperrmüll deutlich gestiegen

Von Nadja Lehmann

Überquellende Papierkörbe mit Pizzaschachteln: Diese Bilder gingen zu Beginn des Lockdowns durch die Medien. Kein Wunder. Schließlich blieben und bleiben die Menschen in der Corona-Krise vermehrt zuhause. Bei vielen schaute da regelmäßig der Lieferservice mit Pizza vorbei. Oder der Postbote mit diversen Päckchen; mehr online bestellt wurde schließlich auch. Übrig blieben die Verpackungen. Nicht zuletzt der Kunststoff schien ein – unökologisches – Comeback zu erleben.

„Es gab mehr Hausmüll; das war allgemein festzustellen“, bestätigt auch Christoph Rösgen vom Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV). Dieser ist für die kommunale Abfallentsorgung in der Stadt Burscheid zuständig. Besonders gilt das für den Beginn der Pandemie und des Lockdowns: „Dieser Effekt war beim Sperrmüll bis in den Mai hinein zu beobachten“, sagt Rösgen. Dieser sei besonders in die Höhe geschnellt.

Nach ihrem eigenen Eindruck sei das auch in Burscheid so gewesen, sagt Stadtsprecherin Renate Bergfelder-Weiss. „Offensichtlich waren die Leute verstärkt zuhause und hatten Zeit, aufzuräumen und auszusortieren.“ Leider sei dies aber mit einer unerfreulichen Entwicklung einhergegangen: „Wir haben vermehrt wilden Müll festgestellt“, sagt Bergfelder-Weiss und nennt als Beispiele Säcke mit Fliesen und Farbgebinden – „in der Landschaft abgestellt.“ Das aber habe nachgelassen, da die Wertstoffhöfe wieder geöffnet hätten.

Christoph Rösgen hat Zahlen fürs Verbreitungsgebiet: 13 558 Tonnen Hausmüll fielen im März/April an. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren es 12 687 Tonnen gewesen. Gleich um elf Prozent stieg das Aufkommen beim Bio-Müll, auf dann 10 673 Tonnen im März und April. Und auch beim Sperrmüll ging es nach oben: Von 6 917 Tonnen schnellte das Volumen auf 7 541 Tonnen.

Im Sommer hatte sich alles wieder deutlich entspannt

„In den Sommerwochen hat sich das Ganze dann wieder entspannt“, sagt Rösgen. Er hat zwar keine aktuellen Zahlen, geht aber davon aus, dass dies auch so bleibt: „Die meisten Menschen sind aus dem Homeoffice in die Büros zurückgekehrt“, sagt er. Und Regeln, wie sie nun für die Gastronomie umgesetzt würden – wie die Sperrstunde – hätten weniger Einfluss auf das Müllaufkommen, so Rösgen. Es sind vielmehr die Einweg-Masken, Wegwerf-Handschuhe und Einmal-Wischtücher, die die Tonnen füllen. Sie sind dem gesteigerten Hygiene-Bedürfnis geschuldet.

Die Burscheider könnten jederzeit größere Tonnen ordern, sagt Rösgen. Bislang bevorzugen die Burscheider die 50- oder die 80-Liter-Tonne. Die 120-Liter-Tonne zählt nämlich mit 195,60 Euro jährlichen Kosten zu den Spitzenreitern unter den Kommunen Nordrhein-Westfalens. Das hatte der Bund der Steuerzahler wiederholt moniert.

Der Baubetriebshof hatte zu Pandemie-Beginn die öffentlichen Müllbehälter häufiger geleert als sonst. Und tut es heute noch, wie Bergfelder-Weiss erklärt – im Innenstadtbereich und am Raiffeisenplatz in Hilgen drei Mal in der Woche sowie an den Wochenenden. Die Behälter an der Radtrasse werden anstatt ein Mal zwei Mal wöchentlich geleert. Seitdem quille nichts mehr über, so das Fazit der Stadt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Burscheiderin zieht ihre Bewerbung zurück
Burscheiderin zieht ihre Bewerbung zurück
Burscheiderin zieht ihre Bewerbung zurück
Pferd bricht durch das Stalldach ein
Pferd bricht durch das Stalldach ein
Pferd bricht durch das Stalldach ein
Neue Praxis erweist sich nun als Glücksfall
Neue Praxis erweist sich nun als Glücksfall
Neue Praxis erweist sich nun als Glücksfall
Tool Factory blickt nun optimistisch nach vorn
Tool Factory blickt nun optimistisch nach vorn
Tool Factory blickt nun optimistisch nach vorn

Kommentare