Rathaus bildet bewusst im digitalen Bereich aus

Im Rathaus an der Höhestraße rüstet die Stadtverwaltung für die Zukunft. Und die wird zunehmend digitaler. Deshalb will Burscheid selbst ausbilden. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Im Rathaus an der Höhestraße rüstet die Stadtverwaltung für die Zukunft. Und die wird zunehmend digitaler. Deshalb will Burscheid selbst ausbilden. Archivfoto: Nadja Lehmann

Premiere: Burscheider Verwaltung hat sich dreijährigen dualen Studienplatz gesichert

Von Nadja Lehmann

Die Corona-Pandemie hat der Entwicklung einen kräftigen Schub verliehen, aber schon davor hatte die Burscheider Stadtverwaltung die Digitalisierung des Rathauses vorangetrieben. Konkret bedeutet das, dass die Bürger auf der städtischen Homepage immer mehr Dienstleistungen finden und erledigen können, die den Gang ins Rathaus überflüssig machen – zusammengefasst unter dem grünen Button „Bürgerservice“. Und in den letzten Ausschusssitzungen des vergangenen Jahres gab es für die Politiker die Beschlussvorlagen nicht mehr in gedruckter, sondern nur noch in digitaler Form. „Da sind wir jetzt in Echtzeit gestartet, nachdem wir vorher zweigleisig gefahren sind“, bestätigt Stadtsprecherin Renate Bergfelder-Weiss. „Das sind Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.“

Deshalb rüstet man an der Höhestraße für die Zukunft. Die Stadtverwaltung bildet erstmalig im Bereich Verwaltungsinformatik aus. Da der duale Studiengang an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW in Köln absolviert wird, hat sich Burscheid dort einen dreijährigen Studienplatz ab 2021 gesichert. „Die Anzahl der Plätze für diesen speziellen Studiengang ist sehr gering“, sagt Bergfelder-Weiss.

Fundiertes IT-Wissen sei auch im Verwaltungsalltag unerlässlich, weiß die Stadtsprecherin. Das Besondere an dem Studiengang „Verwaltungsinformatik“ ist, dass Studierende neben Informationstechnologien und Medienkompetenz auch die Grundlagen des modernen Verwaltungsmanagements erlernen. Am Studienort verbringen sie etwa die Hälfte ihrer Ausbildungszeit, die andere Hälfte sind sie in ihren fachpraktischen Studienabschnitten in der Verwaltung eingesetzt. „Wichtige Bereiche dabei sind beispielsweise die Rechnertechnik, Softwareengineering, Informations- und Wissensmanagement und Portallösungen. Doch es würde nicht Verwaltungsinformatik heißen, wenn das Studium nur aus Informatik bestünde. Es wird natürlich auch noch viel über die Arbeit in einer Verwaltung gelehrt, also beispielsweise Verwaltungsrecht, Staatsrecht, Haushaltsrecht“, erklärt Fachbereichsleiter Dirk Runge.

„Wir haben in der IT-Abteilung schon Fachpersonal und freuen uns auf Nachwuchs.“

Renate Bergfelder-Weiss, Stadtsprecherin

Benötigt wird solches Spezialwissen in fast allen Verwaltungsbereichen und zunehmend stärker in Themengebieten wie Digitalisierung der Grundschulen: digitale Ausstattung für Lehrer und Schüler mit Laptops, iPads, Beamer, Wlan, Apple-TV – Weiterentwicklung E-Government: digitale Dienstleistungen und Dokumente für Bürger, digitaler Bürgerservice – Einführung papierlose Verwaltung: E-Akte, E-Rechnungen, digitale Gremienarbeit/Ratsinformations-System (Infoportal für Mandatsträger und Bürger) sowie Einführung, Aufbau und Weiterentwicklung des Mobile Management System (MDM), bei dem die digitalen Endgeräte (iPads, Laptops, PCs) im Mittelpunkt stehen sowie IT-Sicherheit und IT-Architektur.

Nach dem dualen Studium Verwaltungsinformatik ist man Diplom-Verwaltungswirt mit dem Schwerpunkt Verwaltungsinformatik und kann bei Übernahme als Beamter im IT-Bereich arbeiten. Alternativ kann der Diplom-Verwaltungswirt Vermittler zwischen dem IT- und dem Verwaltungsbereich sein und die Verwaltungsangestellten bei PC und Software unterstützen. „Die IT-Abteilung der Stadtverwaltung ist mit Fachpersonal ausgestattet und würde sich über Nachwuchs sehr freuen“, sagt Bergfelder-Weiss.

Bewerbungen erbittet die Verwaltung bis 30. Januar per Post an die Stadt Burscheid - Zentrale Dienste und Personalmanagement -, Höhestraße 7-9, 51399 Burscheid, oder per E-Mail:

ausbildung@burscheid.de

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