Ehrenamt

Radwegpaten tragen zum sauberen Stadtbild bei

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Mängel auf der Balkantrasse werden von Ehrenamtlichen gemeldet.

Von Katharina Birkenbeul

Burscheid. Zweimal im Monat nimmt Friedhelm Sarling seine Karre, Müllbeutel und eine Greifzange mit, wenn er über die Balkantrasse geht. Er ist einer von 20 Radwegpaten, die sich ehrenamtlich dazu bereiterklärt haben, den Panorama-Radweg mit im Auge zu behalten. Ausgerüstet „wie ein Müllmann“ nimmt er bereits seit fünf Jahren seine ehrenamtliche Aufgabe ernst. „Es ist interessant, der Müll ist wie ein Spiegel der sozialen Gewohnheiten der Gesellschaft“, erklärt der Burscheider das Faszinierende daran.

„Es ist interessant, der Müll ist wie ein Spiegel der sozialen Gewohnheiten der Gesellschaft.“
Friedhelm Sarling, Radwegpate

Radwegpaten haben in Burscheid eine besondere Aufgabe: „Jeder Radwegpate hat einen eigenen Abschnitt, für den er sorgt. Wenn etwas auffällt, Müll, kaputte Bänke, fehlende Absturzsicherungen und Ähnliches wird das an die Technischen Betriebe gemeldet“, erklärt Stadtsprecherin Renate Bergfelder-Weiss. Einige wie Friedhelm Sarling würden den Müll auch selbst einsammeln. Verpflichtet seien die Ehrenamtlichen nicht. Das muss allerdings keiner der Paten. Die 14 Abschnitte auf dem Burscheider Stück der Balkantrasse sind jeweils 380 bis 800 Meter lang.

Auf seinen etwa zweistündigen Touren über die Trasse zwischen der Brücke Hauptstraße und dem Anbindungspunkt Im Hagen findet Friedhelm Sarling immer allerlei Dinge. „Insbesondere sind Glasscherben dabei. Außerdem ist Plastik in Form von beispielsweise Zigarettenpackungen dominant“, erklärt der 69-Jährige. „Erschreckend“, fügt er hinzu. Zumal er von seinem Haus aus täglich sehen könnte, wie sich der Müll weiter auf der Trasse ansammelt. An alles komme er leider aufgrund seines Alters nicht dran. Dennoch habe er mit der Zeit einen Sammelehrgeiz entwickelt und möchte auch das letzte Fitzelchen finden und aufsammeln.

Zusätzlich zum Müll auf der Trasse kümmert er sich deshalb auch um das Wegschneiden von Dornen. „Ich mach das alles gerne. Die Trasse ist ein Denkmal für die Eisenbahnnutzung und soll als solches erhalten bleiben.“ Und auch dem Gartenweg, der parallel zur Balkantrasse verläuft, nimmt er sich immer wieder an. „Es ist wichtig, dass sich an einem sauberen Stadtbild alle Bürger beteiligen“, sagt er und lobt damit auch die Idee des Projektes.

Friedhelm Sarling will einen Beitrag zur Attraktivität der Stadt leisten

„Und mir geht es darum, selbst einen minimalen Beitrag zuzutragen, damit die Stadt attraktiv ist.“ Denn eine Stadt lebe von ihrem Stadtbild. Für ihn sei es eine nützliche, zufriedenstellende Arbeit, durch die er zusätzlich an der frischen Luft sein kann und Bewegung bekommt.

Das entlang von beliebten Wegen wie der Balkantrasse immer wieder Müll einfach weggeworfen wird, ist Sarling nicht neu, betont er im Gespräch mit unserer Redaktion immer wieder, und auch nicht ungewöhnlich. Denn da wo Menschen leben, falle auch Müll an. Er wohnt seit vielen Jahren in unmittelbarer Nähe zur Balkantrasse und hat sie immer im Blick. Bereits 1981 initiierte er eine Aufräumaktion, berichtet der Rentner. Damals fuhr die Bahn noch auf der Trasse, die heute von Radfahrern, Inlinefahrern und Spaziergängern genutzt wird. Gemeinsam mit seinem Schwiegervater Gunther Rackewitz sammelte er den Müll von den Schienen. „Wir benötigten einen Streckenposten, der die Bahnstrecke absperren konnte, so dass wir alles rund um die Brücke aufsammeln konnten“, erinnerte er sich. Einen Artikel in der Zeitung über diesen Einsatz hebt er bis heute auf.

Auch der Initiativkreis „Hilgen lebt“ engagiert sich für die Balkantrasse. Vor rund zwei Jahren hat der Initiativkreis eine Picknickfläche an der Trasse unterhalb des Busbahnhofes am Raiffeisenplatz angelegt. „Dort haben wir manchmal mit Vandalismus zu kämpfen, mit Müll haben wir hier und in der näheren Umgebung weniger Probleme“, erklärt Waltraud Küpper, 1. Vorsitzende von „Hilgen lebt“.

Pate werden

Wer Radwegpate für einen der 14 Teilstücken werden möchte, kann sich bei der Stadtverwaltung unter Tel.  (0 21 74) 6 70-3 71 melden. Weitere Informationen gibt es zudem auf der Internetseite der Stadt Burscheid. Dort sind auch die Aufgaben eines Radwegpaten beschrieben.

www.burscheid.de/ tourismus-freizeit/ radfahren/radwegpaten

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