Konzert

Quintett kennt kein musikalisches Korsett

Fünf Herren, die sich immer noch jung fühlen und auch so spielen: Das ist (L)a Capella. Foto: Kulturverein
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Fünf Herren, die sich immer noch jung fühlen und auch so spielen: Das ist (L)a Capella.

Morgen Abend tritt (L)a Capella beim Open Air am Kulturbadehaus auf.

Von Nadja Lehmann

Angefangen hat für (L)a Capella alles mit den Blechbläsern. Ein paar junge Männer, ein paar geliehene Instrumente und „Learning by doing“: „Das war wohl mehr schaurig als schön. Wir haben große Heiterkeitserfolge erzielt“, erinnert sich Lothar Romanowski.

Aber die jungen Männer konnten mehr und wollten mehr: „Das sollte besser werden“, sagt Lothar Romanowski. Immer mehr Gesang schlich sich in die musikalischen Beiträge ein, und (L)a Capella entdeckte, was es wirklich gut kann: Singen! Ohne großes Brimborium, höchstens mit dezenter instrumentaler Begleitung wie Gitarre und Keyboard, und gerne auch ohne alles: A capella, Stimmen pur.

Eine witzige Truppe – die auch nachdenklich kann

Am morgigen Freitag steht das Burscheider Ensemble beim großen dreitägigen Open Air auf der Bühne am Kulturbadehaus und will, so hat es sich vorgenommen, ein „fröhliches Konzert“ geben. „Wir wollen Freude machen, aber auch Nachdenkliches vermitteln“, sagt Lothar Romanowski. Die Grundlage dabei bildet der mehrstimmige Gesang.

23 Jahre liegen die Anfänge zurück. Einzelne Mitglieder kennen sich aber schon viel länger. Wie Lothar Romanowski und Franz-Josef Schmitz, die bereits als Duo auftraten und sich aus dem Männergesangverein (MGV) Dürscheid kannten. „In Dürscheid liegen unsere Wuzeln“, nickt Lothar Romanowski.

Dort hat er beim MGV als Vizechorleiter gewirkt, hat den Frauenchor Dreiklang und das Wiebacher Echo geleitet. Noten- und Stimmbildung, Chorleiterschein und Fortbildungen: für Lothar Romanowski ein ganz selbstverständliches Engagement. Und das herrscht auch bei (L)a Capella vor.

(L)a Capella, das sind: Helmut Bollig, Horst Neugebauer, Franz-Josef schmitz, Dirk Wengenroth und Romanowski selbst. In normalen Zeiten proben sie ein Mal die Woche. Aber was ist 2020 und 2021 schon normal? Erst vor fünf Wochen sei klar gewesen, dass man wirklich am Kulturbadehaus auftreten kann: Seitdem wird geprobt. „Ich habe dann gesagt, dass ein Mal pro Woche nicht reicht“, erzählt Romanowski. Und die vier übrigen jungen Männer („Wir fühlen uns jedenfalls so“), die mehrheitlich um die 60 sind, zogen ohne Widerworte mit.

„Cool geht nicht.“

Lothar Romanowski übers Lampenfieber

„Wir achten darauf, dass wir eine stimmliche Qualität haben“, sagt Romanowski. Und verrät augenzwinkernd: „Zwei haben schließlich das Singen bei mir gelernt. Sie waren nie im Chor, hatten Trompete gespielt.“

Stimmfestigkeit gehört dazu. „Der Tenor hat es eher leicht, weil er die Melodie singt“, sagt Romanowski, der selbst 2. Tenor ist. Der Bass dagegen bildet das feste Fundament, kommt im Fall von (L)a Capella bis zum tiefen C, während Tenor Helmut Bollig mit der Kopfstimme höchste Höhen ansteuert.

In ein musikalisches Korsett hat sich das Ensemble nie pressen lassen. Sakrale Musik können die Fünf ebenso wie Udo Jürgens, Karat, Freddy Quinn, Leonard Cohen und die Beach Boys. Deren „Barbara Ann“ darf bei kaum einem Konzert von (L)a Capella fehlen. „Da tanzen die Leute mit“, sagt Romanowski. Der gebürtige Königsberger hätte es sich wohl selbst nicht träumen lassen, dass er (nicht nur) die Barbara Ann in kölsche Mundart übersetzt. „Die Bergischen sagen, es sei okay“, sagt Romanowski, der seit 1972 in Burscheid daheim ist, lachend. Er ist für die Arrangements und Texte zuständig, schreibt neue oder übersetzt sie. (L)a Capella singt aber nicht nur auf Deutsch, sondern traut sich auch an Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch heran.

Eineinhalb Jahre haben sie nun nicht auf der Bühne gestanden. Normalerweise hat das Ensemble im Jahr mindestens drei Konzerte im Kalender stehen und monatlich mindestens einen Auftritt zu absolvieren. „Ich habe in der Zeit auch versucht, alleine zu singen. Aber das macht keinen Spaß“, sagt Lothar Romanowski.

Lampenfieber und Aufregung gehören für das Quintett übrigens geradezu zwingend zu einem Auftritt dazu: „Cool geht nicht“, sagt Romanowski dazu. Ist dann das erste Lied intoniert und die Verbindung zum Publikum hergestellt, sei alles gut: „Dann reicht das Adrenalin für den ganzen Abend.“ Bestimmt auch morgen Abend.

Hintergrund

Termin: Morgen Abend ab 20 Uhr ist (L)a Capella beim Freibad-Event am Kulturbadehaus zu erleben. „Den Erlös möchten wir einem Opfer der Flutkatastrophe zugutekommen lassen“, kündigt der musikalische Leiter Lothar Romanowski an. Um 18.30 Uhr ist Burscheids Tanzstudio „Diwan El Shark“ auf der Bühne.

Karten: Erhältlich sind die Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen in Burscheid: Info im Rathaus, im „Kleinen Hilgener Dorfladen“ sowie online über

www.bergisch-live.de

oder direkt über die Webseite und Facebook des Kulturvereins

www.kulturverein-burscheid.de https://www.facebook.com/kulturvereinburscheid/

Restkarten: Sind an der Kasse erhältlich.

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