Burscheid

Scheunenkonzert mit der ältesten Boygroup

Fühlten sich in der Scheune in Pattscheid-Oberölbach sichtlich wohl: (La)a Capella präsentierte sich gut gelaunt. Foto: Doro Siewert
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Fühlten sich in der Scheune in Pattscheid-Oberölbach sichtlich wohl: (La)a Capella präsentierte sich gut gelaunt.

(L)a Capella trat in der Scheune des Bauernhofs Bakker auf - diesmal als Quartett. Die Musiker glänzen mit Liebe zu sprachlich Korrektem.

Von Ursula Hellmann

Burscheid. Ein ungewöhnliches Quartett an einem ungewöhnlichen Ort! Für Ortsfremde nicht einfach zu finden: der Bauernhof Bakker in Oberölbach. Für das Konzert von L(a) Capella hatte sich die große Scheune auf der Anhöhe am Samstagnachmittag in einen bunten Festsaal verwandelt mit reich bestücktem Büfett für die Pausenzeiten zwischen den Liedblöcken. Jan Bakker und sein Team hatten in Zusammenarbeit mit versierten Technikern diese logistische Leistung vollbracht.

Bereits ab 15 Uhr waren die meisten der etwa 150 Stühle bereits besetzt. Die Eingangskontrolle auf dem Vorplatz laut 3G-Regeln war zügig und freundlich verlaufen. Die – laut eigener Aussage – älteste Boy-group hat die meisten Fans unter den Besuchern, die sich gerne an die Hits aus dem vergangenen Jahrhundert erinnern. Singend, mit flottem Schritt, lief die Vierer-Band aus der grellen Sonne draußen in die angenehm schattige Scheune.

Auf der mit Ernteschmuck umwundenen Bühne begrüßte Jan Bakker die Künstler und Gäste mit herzlichen Worten. Er ist seit kurzem Chef des landwirtschaftlichen Familienbetriebs. Auch für die vier Musiker war es ein besonderes Ambiente.

Eine Veranstaltung wie diese erlebt die Scheune zum ersten Mal.

Lothar Romanowski, (L)a Capella

Lothar Romanowski erklärte: „Eine Veranstaltung wie diese erlebt die Scheune zum ersten Mal. Große Familienfeiern haben hier zwar ab und zu stattgefunden; ein öffentliches Konzert bis jetzt noch nicht.“

Den Kontakt zwischen den Akteuren und ihrem Publikum empfanden alle Anwesenden auch hier locker und humorvoll. Gute Laune und Spontanität zeichneten den Gitarristen, Keyboarder und Sänger Lothar Romanowski aus. Helmut Bollig – gesangsversiert bis hinunter zu Basstönen – übernahm die meisten Parts als Leadsänger. Franz-Josef Schmitz und Dirk Wengenroth ergänzten mit exakt arrangierten Background- und Intermezzo-Stücken.

Beim Opening-Hit „Ming eetste fründin“ („Meine erste Freundin“ von den Bläck Fööss) war die fröhliche Stimmung bereits garantiert. Beim zweiten Song: „O Kathrin!“ sangen bereits hörbar viele im Saal mit.

Der Liederreigen von L(a) Capella enthielt statt einer großen Pause mehrere kürzere Unterbrechungen. Diese wurden sehr gerne und zahlreich genutzt, um etwas von der bunten Kuchen-, Snack- und Getränkeauswahl vom Büfett zu erstehen. Auf dem Platz vor der Scheune boten zwei Reihen kleine Tische den Gästen Gelegenheit, dem Sinn der Veranstaltung gerecht zu werden – laut Romanowski: singen, schwaaden, essen, trinken! Das Repertoire von L(a) Capella besteht aus einer bunten, qualitativ anspruchsvollen Mischung aus Schlager-Hits bekannter Interpreten, sowie volkstümlich arrangierten Klassikern; es fehlen auch nicht europäische Folklore-Hits. Mit viel Liebe zu sprachlicher Korrektheit können sie mit spanischen und italienischen Balladen, mit Liebesliedern auf Englisch oder Russisch aufwarten oder auch mal in ur-bayerischer Mundart umschwenken. Auf diese Weise verlieren sogar Texte voll Schmerz ihren Stachel.

Kein Konzert von L(a) Capella ohne ein brandneues Stück aus der Feder von Lothar Romanowski: eine (fast) bissige Zeit-Analyse angesichts allgemeiner Bevölkerungsverwirrung. Dazu als Refrain ein Aufruf in echt bergischer Mundart: „Passt enns op, wat dä angere sääht! Vleits hätt er jo räät!“ („Hört mal richtig zu, was der andere sagt! Vielleicht hat er ja sogar recht!“) Wie zu erwarten war, zog sich das Ende des Konzerts durch mehrere Zugaben noch bis in die Dämmerstunde hinein.

Hintergrund

Tobias Schmitz, Sohn von Franz-Josef Schmitz, musste aus privaten Gründen seinen Platz im Herren-Ensemble zurückstellen. Außer einem Konzerttermin am 10. September im Kulturbadehaus hatte L(a) Capella während des Lockdowns keine Gelegenheit, aufzutreten. Trotzdem probte das Team kontinuierlich weiter. Die Chance, auf dem Bauernhof Bakker zu gastieren, ergab sich aus dem beruflichen und privaten Kontakt von Familie Franz-Josef Schmitz zur Familie Bakker.

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