Projekt will Jugendlichen beim Weg ins Erwachsensein helfen

Da sieht die Megafon-Bühne plötzlich ganz schön klein aus: Ego-Caching entstand in einem gewaltigen Netzwerk. Foto: Nadja Lehmann
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Da sieht die Megafon-Bühne plötzlich ganz schön klein aus: Ego-Caching entstand in einem gewaltigen Netzwerk.

Die medienbasierte Ausstellung „Ego-Caching“ geht nun in die Schulen – Startschuss erfolgte im Megafon

Von Nadja Lehmann

Eine geballte Ladung pädagogischer Kompetenz gab sich am Dienstagnachmittag ein Stelldichein im Kinder-und Jugendzentrum Megafon: Im Mittelpunkt stand dabei die medienbasierte Ausstellung Ego-Caching, die sich an 14- bis 16-Jährige wendet und sie auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden begleiten soll. Mit dem Auftritt im Megafon wurde Ego-Caching gewissermaßen selbst flügge: Denn die Ausstellung wechselt in die Pilotphase, geht auf Tour durch die Schulen des Rheinisch-Bergischen Kreises.

Ursprünglich habe sie geglaubt, Ego-Caching sei lediglich der Arbeitstitel, bekannte in ihren einleitenden Worten Katrin Fassin vom Kinderschutzbund Rhein-Berg. „Aber er ist geblieben.“ Und er beziehe sich auf die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen, auf das Suchen nach dem eigenen Ich (Ego) und dem Finden (Caching).

„Es war ein langer Weg.“

Annika Damps, Koordinatorin

„So etwas macht man am besten gemeinsam“, fand der Schirmherr, Landrat Stephan Santelmann. Und in der Tat ist Ego-Caching ein Kooperationsprojekt des Kinderschutzbunds, der Jugendämter des Kreises, der Fachdienste Prävention Nord und Süd, des Kreisgesundheitsamtes und des Schulpsychologischen Dienstes. Die Fäden liefen bei Koordinatorin Annika Damps zusammen, die am Dienstag sichtlich stolz und glücklich sagte: „Es war ein langer Weg. Und jetzt wollen wir in den Betrieb gehen.“ 2014 gab es erste Ideen zu Ego-Caching. Es steht auf den Schultern der „Fühlfragen“, einer vorangegangenen Ausstellung, die sich mitsamt ihren Hauptdarstellern Fine und Fiete an die Grundschüler gewandt hatte. „Fine und Fiete sind erwachsen geworden. Das war der Anstoß“, blickte Damps zurück, die 2018 die Koordination der seit 2015 bestehenden Projektgruppe übernahm. Ein erstes Konzept erstand, ein erster Prototyp der App, die Informatiker Björn Vollmer und Grafikdesigner Michael Thomys entwickelten. Drei Förderungen gab es durch das NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration; im Februar 2022 läuft die letzte aus.

„Wir sind jetzt in einer ganz wichtigen Phase. Wir wollen ab Oktober in die Schulen gehen“, kündigte Annika Damps an. Was die Schüler da erwartet, das demonstrierten Anja Fries, Selina Konezny und Heiko Walter von den Fachdiensten Prävention Süd und Nord, nämlich fünf Stationen zu den Themen Medien, Ethik, Gewalt, sexuelle Vielfalt, Entspannung. So werden zum Thema Gewalt drei Filmanimationen gezeigt, die häusliche Gewalt und Cyber-Mobbing nachzeichnen. Die Geschichten enden offen und lösen so die Diskussion aus. „Die Uneindeutigkeit ist der Gewinn“, sagte dazu Heiko Walter.

Ganz anders das Thema Entspannung, das ein Kölner Videokünstler mit seiner 360-Grad-Kamera in Bilder übersetzt hat: Zu sehen sind ein Mädchen, das mit einem Hund spielt, ein Bach im Wald, aber auch eine Spielkonsole und ein Mädchenzimmer. Der Betrachtende kann das Bild quasi betreten, sich dort umsehen und dann sein Votum abgeben, wo er oder sie am besten abschalten kann. „Warum Entspannung?“, fragte Anja Fries in die Runde und gab die Antwort gleich selbst: „Stress verschließt die Perspektiven; Entspannung verschafft neue Räume.“

Und genau darum geht es dem Projekt, dessen Förderung nur noch bis nächsten Februar läuft: Jugendlichen Raum für ihre Entwicklung zu geben. Ähnlich wie die Fühlfragen, die immer noch durch Rhein-Berg touren, soll auch Ego-Caching in den Regelbetrieb gehen. „Wir planen noch Bilanz und Datenerhebung und hoffen, dass die Förderung auch nach 2022 weiterläuft“, sagte Annika Damps, die dabei den Blick auf die Jugendämter und deren Pflicht zu präventiven Angeboten richtet.

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