Projekt „Endlich ein Zuhause“ geht für zwei Jahre in Verlängerung

Nicole Wittmann und Sascha von Schwedler sind Ansprechpartner im Büdchen, das als wichtige Anlaufstelle gilt.Archivfoto:Doro Siewert
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Nicole Wittmann und Sascha von Schwedler sind Ansprechpartner im Büdchen, das als wichtige Anlaufstelle gilt.Archivfoto:Doro Siewert

Burscheider Büdchen wird Dreh- und Angelpunkt für Wohnungslosigkeit

Von Nadja Lehmann

Wohnungslosigkeit: Das klingt wie ein Problem aus der Großstadt. Ist es aber nicht. Auch im Rheinisch-Bergischen Kreis gewinnt das Thema an Brisanz. Deshalb hatte der Kreis im Rahmen der Landesinitiative „Endlich ein Zuhause!“ Fördermittel beantragt. Seit einem Jahr läuft das Beratungs- und Unterstützungsangebot für von Wohnungslosigkeit betroffene oder bedrohte Personen. Beteiligt daran sind das Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg und die Caritas Rhein-Berg. Einem Bericht zur bisherigen Projektumsetzung werden am heutigen Montagabend die Mitglieder des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Pflege in Bergisch Gladbach lauschen.

Die entscheidenden Stichworte lauten dabei „Prävention“ und „Aktivierung“. Soll heißen: Es soll gar nicht erst zum Verlust der Wohnung kommen. Sollte das bereits eingetreten sein, konzentriert sich das Angebot auf Wohnraumbeschaffung und Reintegration.

„Das Burscheider Büdchen erwies sich als guter Standort.“

Aus dem Bericht des „Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg“

In der Ausschussvorlage wird das Projekt als „sehr erfolgreich“ beschrieben. „Mittels niederschwelligem Zugang zu Beratung und aktiver Unterstützung konnten mehr Menschen ihr Wohnverhältnis sichern oder eine neue Wohnung finden“, heißt es. Das registrierte auch das Land NRW.

Und das Projekt läuft weiter: Nachdem es eigentlich Ende 2020 hätte auslaufen sollen, geht es nun für zwei weitere Jahre in die Verlängerung. Dafür gab´s einen Zuwendungsbescheid von rund 390 500 Euro. Bis Ende 2020 hatte die Förderung drei Vollzeitstellen sowie 100 000 Euro für Maßnahmen beinhaltet.

In Burscheid ist dabei, so listet es der Sachstandsbericht auf, das „Burscheider Büdchen“ zum Dreh- und Angelpunkt geworden. „Es erwies sich als gut geeigneter Standort für ein Beratungsangebot für Menschen in Wohnungsnot“, heißt es. Zumal sich das Burscheider Büdchen in genau jenem Wohnumfeld befinde, in dem das Thema Wohnungslosigkeit zahlenmäßig bedeutsam sei. Sauers Weiden, Burbachstraße: Sie werden unter dem Begriff „Burscheid Zentrum Nord“ zusammengefasst. Allein 18 Haushalte nutzten dort 2020 die sozialräumlichen Hilfen. Zum Vergleich: Für Hilgen waren es insgesamt zwei.

Das Projekt „Endlich ein Zuhause!“ hatte zudem eine wöchentliche Sprechstunde im Jobcenter Burscheid angeboten. „Sehr bedeutsam“ nennt der Sachstandsbericht diese –ebenso wie den guten Kontakt zum Ordnungsamt und überhaupt zum Rathaus. Der Sprechstunde machte allerdings Covid-19 den Garaus. Das Jobcenter war nicht mehr zugänglich. Zum Ausweichquartier wurde stattdessen das Burscheider Rathaus, das Räumlichkeiten anbot.

Auch die wöchentliche Sprechstunde im Burscheider Büdchen blieb, trotz Corona. Lobend wird die Vernetzung und Kooperation mit dem Büdchen-Träger, der Katholischen Jugendagentur Leverkusen, Rhein-Berg, Oberberg erwähnt, ebenso mit weiteren Akteuren aus den Arbeitsfeldern Migration-, Erziehungs- und Nachbarschaftshilfe.

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