Politiker fordern Ausschreibung und Bestenauslese

Michael Baggeler brachte das Thema mit in den Hauptausschuss. Der Fraktionsvorsitzende des Bündnis für Burscheid berichtete vom Besetzungsärger am Heisenberg-Gymnasium.Archivfoto: Doro Siewert
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Michael Baggeler brachte das Thema mit in den Hauptausschuss. Der Fraktionsvorsitzende des Bündnis für Burscheid berichtete vom Besetzungsärger am Heisenberg-Gymnasium.Archivfoto: Doro Siewert

Am Werner-Heisenberg-Gymnasium gibt es Ärger über die Besetzung des Schulleiterpostens – Viele Schüler kommen aus Burscheid

Von Nadja Lehmann

Fast alle Tagesordnungspunkte waren im bewährt zügigen Burscheider Tempo bereits abgearbeitet, da brachte Michael Baggeler am Donnerstagabend im Haus der Kunst die Diskussion erst richtig in Schwung. Denn der Fraktionsvorsitzende des Bündnis für Burscheid hatte für den Hauptausschuss eine Anfrage mitgebracht, die zwar geografisch Burscheid nicht betrifft, dafür aber inhaltlich. Und die im Speziellen derzeit viele Eltern beschäftigt.

Die Rede ist vom Werner-Heisenberg-Gymnasium. Das liegt zwar in Leverkusen-Lützenkirchen, aber Schüler aus Burscheid besuchen es. Am dortigen Gymnasium nun herrsche Alarmstimmung, berichtete Michael Baggeler im Hauptausschuss, der an diesem Abend pandemiebedingt die Rolle des Stadtrats übernommen hatte. Es geht um die Besetzung der Schulleiterstelle. Diese ist vakant, kommissarisch hat sie derzeit der bisherige Stellvertreter Kai Vranken inne. Und der mache seine Sache ausgezeichnet, finden Schulkonferenz und Schulpflegschaft, Eltern und Schüler. Auf um so größere Empörung und Unverständnis stieß die Entscheidung der Bezirksregierung, sich die ursprünglich geplante Ausschreibung zu sparen und die Stelle par ordre du mufti mit einer Frau zu besetzen. Die Stadt als Schulträger hat gegen das durchaus legale Vorgehen der Bezirksregierung keine rechtliche Handhabe. Ihren Protest haben die Stadt Leverkusen, die dortige Kommunalpolitik sowie die Schulpflegschaft aber schon formuliert: Deren Vorsitzende Ute Linnecken-Heu hat zudem eine Petition ins Rollen gebracht.

Er wisse von der Problematik und sei „seit 14 Tagen dran“, bestätigte Bürgermeister Stefan Caplan. Er machte aber auch klar, dass er ebenfalls keinerlei formale Rechte habe. Gemeinsam mit seinem Leverkusener Kollegen, Oberbürgermeister Uwe Richarth, werbe er jedoch entschieden für ein transparentes Bewerbungsverfahren und die Wiederaufnahme der Ausschreibung. „Das Vorgehen der Bezirksregierung ist nicht glücklich“, urteilte Caplan. „Es ist wichtig, wer die Schulleitung ist. Gerade jetzt für die Zeit nach der Pandemie.“ Eher skeptisch beurteilte er zunächst die Erfolgsaussichten einer Flankendeckung durch die ohnehin nicht zuständigen Burscheider Kommunalpolitiker.

„Ich lege mich auf keine Person fest. Ich werbe für ein transparentes Verfahren.“

Stefan Caplan, Bürgermeister

Doch Michael Baggeler blieb hartnäckig. „Auch wenn es rechtlich keinen Wert hat, hat ein Beschluss doch eine symbolträchtige Wirkung.“ Und genau um ein solches Zeichen sei er von den betroffenen Burscheider Eltern gebeten worden.

Zwar reagierte CDU-Fraktionschef Dr. Hartmut Schepanski zunächst etwas verschnupft – von diesem Thema hätte er gern mit mehr zeitlichem Vorlauf erfahren, merkte er an –, aber nachdem SPD, Grüne und FDP rasch ihre Bereitschaft bekundeten, den „Elternwillen zu unterstützen“ (Ulrich Conrads, FDP), lenkte auch Schepanski ein. Eine Unterstützung, die Caplan nun gemeinsam mit Richrath in die Waagschale werfen kann.

„Ich lege mich hier aber auf keine Person fest“, betonte Caplan mit Blick auf die Besetzung des Schulleiterpostens. „Es geht um die Wiederaufnahme des Ausschreibungsverfahrens und um eine Bestenauslese.“ Dann hätte auch der bisherige kommissarische Schulleiter Vranken, wie ursprünglich geplant, die Chance, sich in einem ergebnisoffenen Verfahren zu bewerben, so Caplan.

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