Montanusstraße

Politiker bringen Großprojekt auf den Weg

Für die Montanusstraße wird ein Großprojekt geplant: Ein Gebäudekomplex, der Einkaufen und Wohnen vereint. Das alte Wohnhaus wird weichen. Foto: Nadja Lehmann
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Für die Montanusstraße wird ein Großprojekt geplant: Ein Gebäudekomplex, der Einkaufen und Wohnen vereint. Das alte Wohnhaus wird weichen.
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An der Montanusstraße baut Investor Wierig Immobilien – Vollsortimenter, Drogeriemarkt, Büros und Wohnungen unter einem Dach.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Es ist ein Mammutprojekt für Burscheid, „ein wichtiges“, so machte es Bürgermeister Stefan Caplan im öffentlichen Teil des Stadtentwicklungsausschusses deutlich: die so genannte „Zentrumserweiterung mit öffentlichem Platz, Einzelhandel und Wohnen“ an der Montanusstraße. Auch Investor und Architekt waren am Donnerstagabend ins Haus der Kunst gekommen, um ihr Konzept zu präsentieren. Die Würfel waren da schon gefallen: Im vorangegangenen nicht-öffentlichen Teil der Sitzung hatten die Politiker einstimmig für das Konzept der Wierig Immobilien GmbH aus Essen votiert. An der Montanusstraße ist ein Gebäudekomplex mit einem Vollsortimenter, einem Drogeriemarkt sowie mit Wohnungen und Dienstleistungen/Gastronomie geplant. „Wir freuen uns“, so fasste es Ute Hentschel für die Burscheider Grünen zusammen, „wie Bolle.“

Die Attraktivierung der Innenstadt ist wesentlicher Bestandteil des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzepts 2025 (IEHK). An der Montanusstraße soll dieser Prozess nun weiter vorangetrieben werden. Politiker und Verwaltung wollen so die Kaufkraft im Zentrum halten und stärken.

„Ein spannendes Projekt, an dem wir viel Freude gefunden haben.“

Sascha Walenta, Architekt

Im Juni vergangenen Jahres wurde deshalb das Grundstück an der Montanusstraße europaweit ausgeschrieben, die Stadt ging auf Suche nach einem Investor. Eine fraktionsübergreifende Jury bildete sich, die fachlich beraten wurde und welche die Bewerbungen sichtete. „Es gab mehrere Bewerber“, hielt Caplan am Donnerstagabend fest. Ein Wettbewerb wurde ausgelobt; im März legten zwei der Teilnehmer ihre endgültigen Angebote und Konzepte vor. Die Jury entschied sich für Wierig Immobilien. Eine Empfehlung, dem nun auch der Stadtentwicklungsausschuss folgte.

Er sei im Grunde genommen seit 24 Jahren mit der Nahversorgung beschäftigt: So stellte sich Geschäftsführer Marc Wierig im Haus der Kunst vor. Ähnliche Nahversorgungszentren wie das geplante in Burscheid habe er in der Region unter anderem in Wuppertal und Solingen entwickelt – und das schon mehrfach mit dem Architekten- und Planerteam der Walenta GmbH aus dem sauerländischen Arnsberg, die auch in Burscheid mitwirken. „Das ist ein spannendes Projekt, an dem wir viel Freude gefunden haben“, betonte Geschäftsführer und Architekt Sascha Walenta. Er wolle eine nachhaltige Immobilie realisieren, die auch ökologischen Gesichtspunkten Rechnung trage – wie mit Photovoltaik auf dem Dach, Begrünung und dem Verzicht auf konventionnelle Lüftung der Tiefgarage.

Geplant sind für das Erdgeschoss ein Lebensmittelsortiment inklusive Backshop auf ca. 1900 Quadratmetern Verkaufsfläche, ein Drogeriemarkt mit 700 Quadratmetern, eine Gastronomieeinheit plus ein weiteres Ladenlokal sowie der Zugang zum zentralen öffentlichen Platz; im Obergeschoss sollen Praxen und Büros mit rund 990 Quadratmetern Nutzfläche sowie 33 Wohneinheiten mit insgesamt rund 1600 Quadratmetern entstehen. Im Untergeschoss werden Auto- und Fahrradstellplätze untergebracht. Rollsteige werden die Kunden zu den Geschäften eine Etage höher befördern. „Wir sind mit dem Ankermieter schon sehr weit“, sagte Marc Wierig. Einen Namen könne er jedoch noch nicht nennen: „Wir haben noch nicht unterzeichnet.“

Zum Dreh- und Angelpunkt soll der zentrale Platz werden. Er soll die Burscheider mit Gastronomie zum Verweilen einladen, soll aber auch eine Achse hinüber zum Luchtenberg-Richartz-Park und zum Haus der Kunst sowie zur Balkantrasse bilden. „Der Radweg wird abgesenkt, leicht nach hinten verschoben und auf vier Meter verbreitert. Im Vorgriff darauf, wie es auf der gesamten Trasse passieren soll“, kündigte Stefan Caplan an.

„Das Thema Wohnen wird bei solchen Projekten gern unterschätzt“, sagte Architekt Walenta. Ihm sei Le Corbusier in den Sinn gekommen: Das Dach als Landschaft begreifen und gestalten. Als „das Dorf auf dem Markt“ beschrieb es Walenta, das in mehreren Gebäude auf dem Dach angesiedelt wird: „Damit brechen wir die Wucht des Gebäudes auf.“ Die zwei bis viereinhalb Zimmer großen Wohnungen sollen vermietet werden, erklärte Marc Wierig.

Beifall für den Entwurf gab es von allen Fraktionen. Im zweiten Anlauf, denn eine erste Skizzierung war auf Skepsis gestoßen. „Ein Monolith. Ich war einer der ersten Gegner Ihres ersten Ziegelsteinentwurfs“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Becker. „Aber jetzt: Hochachtung.“

Hintergrund

„Das, was wir in den Plänen sehen, soll Realität werden“, erklärte Bürgermeister Stefan Caplan auf der Ausschusssitzung. Das soll in der zweiten Stufe mit Investor Marc Wierig aus Essen und Architekt Sascha Walenta aus Arnsberg in einem städtebaulichen Vertrag besiegelt werden. Seinen ersten Entwurf hatte Architekt Walenta überarbeitet; die Burscheider Politiker hatten ihn als zu wuchtig empfunden. Mit Fenstern, viel Grün und einer Dachlandschaft lockert Walentas aktueller Entwurf den Gebäudekomplex nun auf.

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