Politik

Umgestaltung des Hauses der Kunst wird viel teurer

Manches wird abgespeckt, am Umbau des Haus des Kunst aber halten die Ortspolitiker fest.
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Manches wird abgespeckt, am Umbau des Haus des Kunst aber halten die Ortspolitiker fest.
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Die Stadt Burscheid soll umgestaltet werden. Das ist allerdings teuer. Mit diesen Summen rechnet die Verwaltung.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Hinter dem etwas trockenen Namen „Integriertes Entwicklungs- und Handlungskonzept“ (IEHK) 2025 verbirgt sich ein ehrgeiziges Konzept, das die Weichen für die Umgestaltung Burscheids stellt. 2017 gab es dazu mitsamt Testat grünes Licht von der Bezirksregierung: Der Gesamtförderantrag umfasst zuwendungsfähige Ausgaben von rund 14 Millionen Euro; gefördert werden 70 Prozent. Sichtbar wird die Maßnahme bereits am Sparkassenvorplatz, auf der Oberen und Mittleren Hauptstraße und am Innenstadtpark West. Und es soll noch mehr passieren: der Umbau des Haus der Kunst, die Umgestaltung der Unteren Hauptstraße (Kirchenkurve). Allerdings: Die Kosten sind in die Höhe geschossen. Energiekrise und Ukrainekrieg tragen ihren Teil dazu bei.

Nun hat der Stadtentwicklungsausschuss einstimmig eine Erhöhung der testierten Summe um rund 2,5 Millionen Euro auf rund 16,7 Millionen Euro beantragt und rückt dabei drei Maßnahmen in den Vordergrund: einen öffentlichen Platz an der Montanusstraße, der im Zuge des dort geplanten Vollsortimenters und Drogeriemarkts entstehen soll; die Fortsetzung des Fassadenprogramms bis 2025 sowie den Umbau des Haus der Kunst, das zum multifunktionalen Veranstaltungsort mutieren soll.

Montanusstraße: Eine Vitalisierung und Attraktivierung der Innenstadt erhoffen sich Politik und Verwaltung durch eine Stärkung des Einzelhandelangebots und durch eine größere Aufenthaltsqualität in der Stadt. Dabei kommt die Montanusstraße ins Spiel, an der sich Einzelhandel, Wohnen und öffentliche Piazza in einem neuen Gebäudekomplex vereinen sollen. Die Grundstücke dazu sind mittlerweile alle im Besitz der Stadt, realisieren soll das Projekt die Wierig&Schoo GbR aus Essen, die als Käuferin, Investorin und Bauherrin auftritt. Im Erdgeschoss sollen ein Vollsortimenter und ein Drogeriemarkt einziehen, darüber sollen Wohnungen entstehen, darunter eine Tiefgarage für Autos und Fahrräder.

Zum Dreh- und Angelpunkt wird die Piazza

Zum Dreh- und Angelpunkt soll die Piazza mit gastronomischen Angebot werden. In der Beschlussvorlage heißt es dazu: „Vom Platz aus wird eine neue großzügige Treppenanlage zwischen den beiden Bauteilen die Ebene der Montanusstraße direkt mit dem regionalen Fuß- und Radweg Balkantrasse verbinden. Westlich und östlich des Vorhabens sind barrierefreie Anbindungen von der Montanusstraße an die Balkantrasse geplant. Im Westen wird hierzu eine barrierefreie Rampe errichtet und im Osten erfolgt die Verbindung über die Zufahrt einer öffentlichen Parkplatzanlage.“ „Brauchen wir diese Rampe?“, fragte CDU-Fraktionschef Dr. Hartmut Schepanski nach, worauf Beigeordneter Marc Baack beruhigte: „Wir treffen jetzt nicht die Entscheidung, dass das so gebaut wird. Zur Planung existieren Skizzen. Es geht erst einmal um die Fördermittel.“ Denn es wird um rund 539 000 Euro teurer: Das liegt größtenteils an der geplanten Verlegung einer Gasleitung durch die Open Grid.

Fassadenprogramm: Das Fassadenprogramm ist eine Erfolgsgeschichte, die die Stadt fortsetzen will. Acht Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, drei weitere folgen bis Jahresende. Bis 2025 soll das Programm nun verlängert werden. Die Stadt will deshalb weitere Mittel in Höhe von 200 000 Euro beantragen.

Haus der Kunst: Durch den Umbau des Haus der Kunst zum Haus der Kultur(en) und einen Schulterschluss mit der Nachbarstadt Wermelskirchen mit gemeinsamem Kulturentwicklungsplan und Kulturmanagement will Burscheid einen Anziehungspunkt von durchaus auch überregionaler Strahlkraft schaffen. 2020 gab es dazu grünes Licht von der Bezirksregierung Köln. Prognostizierte Kosten: 3,8 Millionen Euro. Diese sind nun aber in die Höhe geschnellt – auf rund 6 Millionen Euro. Grund: Verändertes Marktgeschehen sowie Anforderungen des Brandschutzkonzepts. Das Architektenbüro Archwerk aus Bochum überprüfte daraufhin denkbare Einsparungen, die der Hauptausschuss im September verabschiedete: keine Lichtkuppel, keine Aufzugsanlage und kein Aufzugsschacht sowie Kunststofffenster statt Alu-Pfosten-Riegeln. In Summe könnten so 374 000 Euro eingespart werden. Damit würden sich die Mehrkosten von 2,1 auf 1,8 Millionen Euro reduzieren. „Wir machen das nicht zum ersten Mal. Es ist nicht unsere erste Testaterhöhung“, blieb SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Becker gelassen. Endgültig in Richtung Bezirksregierung auf den Weg bringen wird das Ganze der Stadtrat am 17. November.

Einsparungen

Um das Gesamttestat nicht zu gefährden, hat die Stadt bereits ihr Einsparpotenzial ausgelotet und Verzicht oder Verschiebung von Maßnahmen überprüft. Dazu gehören mitunter die Aufwertung des Außengeländes am Kulturbadehaus oder die Anbindung von Griesberg an die Innenstadt. Insgesamt könnten so rund 2,3 Millionen Euro eingespart werden.

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