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Politik weist drei Flächen für Bäume aus

An der Pfarrstraße ist der Rotdorn ein echter Hingucker. Auf großen Flächen sollen nun neu gesetzte Bäume die Luftqualität verbessern. Archivfoto: Doro Siewert
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An der Pfarrstraße ist der Rotdorn ein echter Hingucker. Auf großen Flächen sollen nun neu gesetzte Bäume die Luftqualität verbessern.
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Verwaltung wirbt um Unterstützer, um die Stadt grüner zu machen Unterstützung der Bürger und Unternehmen ist gefragt: Erste Pflanzungen sind für Herbst geplant.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Bäume sind lebensnotwendig. Nicht nur als Grün für die Seele, sondern auch als klimarettender Luftfilter von Kohlendioxid: Das wissen wir nicht erst, aber doch noch deutlicher seit Peter Wohllebens Bestseller „Das geheime Leben der Bäume“. Und auch Burscheid will den Bäumen in seinem Stadtbild noch mehr Raum geben und verfolgt dies mit einem dem entsprechenden Konzept. Mögliche Flächen stellte die Verwaltung den Politikern im Stadtentwicklungsausschuss am Dienstagabend vor und bekam dafür einhellig grünes Licht.

„Wir haben geprüft, auf welchen Flächen dies überhaupt möglich ist“, berichtete Bürgermeister Stefan Caplan. So habe man darauf achten müssen, dass sich Baumpflanzungen ins Landschaftsbild einfügen, dass keine Leitungen beschädigt werden könnten und welche Eigentümer überhaupt mitziehen würden.

Drei Areale kristallisierten sich schließlich heraus: eine Grünlandfläche in Löh, parallel zur A 1 gelegen, mit Platz für circa 18 Bäume, im Besitz der Stadt; eine Grünlandfläche am Hanscheider Hof, gelegen am Wirtschaftsweg ins Eifgental abgehend von der L 188, Platz für circa 23 Bäume, im Privatbesitz; sowie eine Fläche in Sieferhof/Kleinhamberg, gelegen entlang der Straße von Sieferhof in Richtung Klamhamberg, Platz für elf Bäume, im Privatbesitz. Das Okay der jeweiligen Eigentümer hat die Stadt bereits eingeholt; Pflanzungen sind für den Herbst vorgesehen. In Löh hat Unternehmer Maryo Fietz bereits vorgelegt: Er zählt zu den Initiatoren des Projekts und hat dort zwölf Silberlinden setzen lassen.

„Weitere Flächen können nach Bedarf in den Flächenpool aufgenommen werden“, heißt es in der Beschlussvorlage. Als Beispiele werden dafür Leie, Ober- und Unterwietsche, Bellinghausen/Eifgenweg genannt.

„Jetzt wollen wir das Ganze mit Leben erfüllen“, kündigte Stefan Caplan am Dienstag im Haus der Kunst an. „Wir wollen auf die Bürger zugehen, das Projekt bekannt machen, die Burscheider einbinden.“ Denn auf die Burscheider kommt‘s dabei an: Sie können sich mit einer finanziellen Unterstützung einbringen. Damit sollen dann die ersten Pflanzungen im Herbst möglich gemacht werden. Und diese werden dann auch von entsprechendem Fachpersonal gesetzt und gepflegt, um den dauerhaften Bestand der Bäume zu sichern.

Die Baumpflanzkampagne sei als dynamischer Prozess angelegt, der mit dem Engagement der Bürger und Unternehmen wachse, heißt es in der Beschlussvorlage. Ideen, wie Unterstützer mobilisiert werden könnten, gibt es auch schon: Sonderaktionen wie „Baumpflanzpartys“ oder wie die Auszeichnung eines „Baum des Jahres“ seien da denkbar – allerdings alles unter Berücksichtigung des Coronavirus und den weiteren Entwicklungen der Pandemie.

Hintergrund der Baumpflanz-Kampagne ist die Wichtigkeit der grünen Lungen einer Stadt angesichts des Klimawandels: Der Wald dient da als CO2-Speicher, filtert Feinstaub aus der Luft und wirkt ausgleichend auf das Klima. In sommerlichen Hitzeperioden kühlen Bäume die aufgeheizte Umgebung.

„Jetzt wollen wir das Ganze mit Leben erfüllen.“
Stefan Caplan, Bürgermeister, zur Idee hinter der Baumpflanzaktion

„Wir haben uns immer um Ersatzpflanzungen bemüht, wenn mal ein Baum gefällt werden musste“, hatte der Bürgermeister bereits im Stadtentwicklungsausschuss im Oktober betont: Doch von diesem Klein-Klein wollte die Verwaltung wegkommen und stattdessen lieber zu einer konzentrierten Form finden. „Wir wollen sinnvoll gebündelte und langfristig zu erhaltende Pflanzungen auf größeren Flächen umsetzen“, hob Caplan hervor. Dabei richte man sich nach dem Flächennutzungsplan und den Feststellungen im Landschaftsplan und stimme sich mit der Unteren Naturschutzbehörde ab. Zudem nutze man bei den Pflanzungen das Fachwissen von Wald und Holz NRW, der Biostation Rhein-Berg und des städtischen Baubetriebshofs. „Letztere werden auch die Pflanzungen vornehmen. Die Kosten für diesen Personalaufwand trägt die Stadt Burscheid“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Baumpflanzung

Schleswig-Holstein hatte am Tag der Deutschen Einheit 2019 zum „Einheitsbuddeln“ aufgerufen, bei dem jeder im eigenen Garten einen Baum pflanzen oder einen spenden sollte, der dann auf einem landeseigenen Grundstück eingesetzt werden sollte. Ein Beispiel, dem Burscheid bei aller Anerkennung nicht folgen wollte. „Wir möchten uns beim Einpflanzen lieber auf Fachkräfte verlassen“, hatte Bürgermeister Caplan schon bei der ersten Projektvorstellung im Oktober gesagt.

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