Photovoltaik: FDP will Flächen prüfen lassen

Photovoltaik auf Freiflächen und in Kombination mit Landwirtschaft: Das möchte die FDP untersucht sehen. Symbolfoto: Christian Beier
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Photovoltaik auf Freiflächen und in Kombination mit Landwirtschaft: Das möchte die FDP untersucht sehen. Symbolfoto: Christian Beier

Verwaltung möchte zunächst eine Veröffentlichung des Landes abwarten

Von Nadja Lehmann

Im September hatte die FDP einen Antrag gestellt, in dem sie die Stadtverwaltung bat, sowohl städtische als auch private Flächen auf die Nutzbarkeit von Photovoltaik-Freiflächenanlagen abzuklopfen. Es gebe genügend Firmen, die an der Pacht von geeigneten Freiflächen interessiert seien, begründete die FDP ihren Vorstoß in ihren Antrag: „Mit Photovoltaikanlagen wird der Anteil an sanftem und klimafreundlichem Solarstrom erhöht und der Anteil an klimaschädlichem Kohle- und Atomstrom verringert. Zusätzlich würde mit tiefwurzelndem Kleegrasanbau unter den Modulen eine erhebliche Kohlenstoffbindung in den Böden erfolgen.“ Deshalb, so das Fazit der Burscheider Liberalen, würde die Stadt mit der Errichtung von PV-Freiflächenanlagen einen „hervorragenden Beitrag“ zum Klimaschutz leisten. „Die Potenziale für Photovoltaik müssen breiter gesehen werden“, betonte Dr. Wolfgang Krämer (FDP) auf der Sitzung des Umweltausschusses, wo die Solarenergie Thema war.

Bisher standen die Dachflächen im Vordergrund

Bisher habe es für das Stadtgebiet in der Tat keine Potenzialanalyse für mögliche Freiflächenanlagen gegeben, bestätigte Klimamanagerin Ursula Linda Kurzbach. Auch im Rahmen des kreisweiten Integrierten Klimaschutzkonzepts seien ausschließlich die Potenziale von Dachflächen berücksichtigt worden. Wie Heike Wunderlich, Leiterin des Stabs Stadtentwicklung, Liegenschaften, Umwelt, berichtete, habe es bereits 2018 eine Prüfung auf EEG-taugliche Flächen am Rand der Autobahn gegeben (EEG=Erneuerbare-Energien-Gesetz). „Das war jedoch nicht realisierbar“, so Wunderlich.

In Kürze aber plane das Land eine Veröffentlichung zu EEG-fähigen Flächen, sagte Kurzbach. „Deshalb wollen wir da nicht doppelt aktiv werden.“ Der Vorschlag der Verwaltung: Man warte die Veröffentlichung ab und prüfe danach mögliche Flächen. Auf dieser Grundlage sei man dann gegenüber möglichen Investoren auskunftsfähig.

In ihrem Antrag hatte die FDP auch auf die sogenannte Agrar-Photovoltaik aufmerksam gemacht. Dabei wird eine Freifläche nicht ausschließlich für die Gewinnung von Solarenergie genutzt, sondern auch für die Landwirtschaft. Dafür werden die Photovoltaikanlagen so hoch gebaut, dass landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge problemlos darunter hindurchfahren können. „Beispiele für solche Pilotprojekte gibt es in Bayern und Baden-Württemberg“, sagte Dr. Wolfgang Krämer.

„Interessant“, fand der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Becker: „Vielleicht kann man Agro-Photovoltaik und die Energiegenossenschaft verzahnen?“ Die Gründung der Letzteren haben die Grünen vorgeschlagen; einen dem entsprechenden Prozess zu Konkretisierung und Planung hat der Umweltausschuss auf der Sitzung eingeleitet.

Einer Potenzialüberprüfung bei den Freiflächen stimmte der Umweltausschuss ebenfalls zu – bis auf eine Gegenstimme und eine Enthaltung.

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